Stefan Mappus (Zweiter von rechts, rechts daneben CDU-Landtagskandidat Stefan Teufel) hört sich die Argumente der Gefängnisgegner an (von links): Karin-Wenzig-Luck, Ingeborg Gekle-Maier und Jochen Baumann. Foto: Schulz

Ministerpräsident Stefan Mappus nimmt sich Zeit für die JVA-Demonstranten.

Kreis Rottweil - Er kam zwar von hinten herangepirscht, nahm sich aber Zeit für die Demonstranten. Ministerpräsident Stefan Mappus hörte sich am Montagabend bei klirrender Kälte geduldig die Argumente der Gegner eines Gefängnisbaus im Bitzwäldle in Rottweil an.

500, darunter die Bürgermeister aus Schömberg und Zimmern unter der Burg, Karl-Josef Sprenger und Elmar Koch, sowie der Schörzinger Ortsvorsteher Josef Rissler, hatten sich entlang der Straße vor dem Vinzenz-von-Paul-Hospital positioniert und den Ministerpräsidenten erwartet. Mit Plakaten, Warnwesten und Taschenlampen, aber in Ruhe.

Im dortigen, beinahe überquellenden Festsaal, wurde Mappus von den CDU-Anhängern erwartet. Dort sollte um 19 Uhr der Neujahrsempfang stattfinden. Doch die Gäste mussten warten. Der Beginn verzögerte sich aufgrund dieses Vorprogramms um eine Viertelstunde.

Mappus verspricht sofortige Prüfung vorgeschlagener Alternativ-Standorte

Ingeborg Gekle-Maier und Karin Wenzig-Luck von der Bürgerinitiative gegen den Gefängnisbau an der Kreisgrenze und vor den Toren der beiden Rottweiler Stadtteile Neukirch und Zepfenhan schilderten Mappus währenddessen ihre Sicht der Dinge. Unaufgeregt, aber nachdrücklich.
 
Sie verwiesen auf Landesrecht und die darin enthaltene Vorgabe, mit Boden und Flächen sparsam und schonend umzugehen. Sie äußerten, eine ernsthafte und ergebnisoffene Suche »intelligenter Alternativ-Standorte« über die Region Rottweil hinaus habe es bis heute nicht gegeben. Mappus sicherte zu, den Standort nochmals unter die Lupe zu nehmen. Er versprach zudem, einen Standortvorschlag der Grünen und der SPD sofort zu prüfen, sollte denn einer kommen.
 
Der Ministerpräsident verwies aber auch darauf, er könne den einstimmig gefassten Beschluss des Rottweiler Gemeinderats nicht einfach zurücknehmen.