Erste Auswertungen liegen nun vor: Demnach waren im März in 2097 Betrieben mehr als 15 600 Menschen in Kurzarbeit. Foto: © Sonja Birkelbach – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Arbeitsmarkt: Quote steigt im Juli auf 3,7 Prozent / Junge Erwachsene überdurchschnittlich betroffen

Der Einfluss der Corona-Krise spiegelt sich auch im Juli weiter in den Zahlen des Arbeitsmarkts wider. Die Arbeitslosenquote hat sich im Vergleich zum Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent erhöht.

Kreis Rottweil. Und: Bei den jungen Erwachsenen unter 25 Jahren liegt die Quote aktuell bei 4,9 Prozent (0,4 Prozentpunkte mehr als im Vormonat). Ein Grund sei "die Beendigung von Ausbildungsverhältnissen und fehlende Übernahmemöglichkeiten", erläutert Sylvia Scholz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rottweil – Villingen-Schwenningen. "Personen mit Berufsabschluss haben jedoch gegenüber geringqualifizierten Arbeitslosen den Vorteil, schneller wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und die Dauer der Arbeitslosigkeit bis zur Aufnahme einer neuen Tätigkeit kurz zu halten."

Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen haben sowohl Orientierungs- und Bewerbungsprozesse bei den Jugendlichen als auch Auswahlverfahren seitens der Unternehmen um sechs bis acht Wochen verzögert. 843 registrierte Bewerber haben bis jetzt noch keinen Ausbildungsplatz gefunden.

Zwei Monate vor Ende des Beratungsjahres bieten sich auf dem Ausbildungsmarkt in der Region aber durchaus noch gute Chancen für Schulabgänger. "Der Countdown für das neue Ausbildungsjahr läuft. Wer jetzt noch nichts Passendes gefunden hat, sollte sich dringend Unterstützung bei der Berufsberatung holen", rät Silvia Scholz. Die Krise solle nicht zur Sackgasse für die berufliche Zukunft der jungen Menschen werden.

Betriebe sind weiter bereit zur Ausbildung

Den Bewerbern stehen derzeit noch 1705 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. "Ich bin sehr froh darüber, dass die Betriebe in unserer Region weiterhin an ihrer Ausbildungsbereitschaft festhalten", so die Agenturchefin. "Sie sichern sich dadurch ihre Fachkräfte von morgen."

Im Kreis Rottweil stieg die Zahl der Arbeitslosen um 142 auf 3029. Die Quote nahm auch hier um zwei Zehntel auf 3,7 Prozent zu. Im Landkreis Tuttlingen wurden im Juli 3381 Arbeitslose gezählt, 131 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote kletterte um ein Zehntel auf 4,1 Prozent. Im Schwarzwald-Baar-Kreis gab es mit plus 174 auf 5920 ebenfalls einen Anstieg bei den Arbeitslosen. Die Quote stieg um zwei Zehntel auf aktuell 4,9 Prozent.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft nahezu vollständig den Bereich der Arbeitslosenversicherung. Hier waren 7978 Personen arbeitslos. Das sind 480 mehr als im Vormonat und 3912 mehr als im Vorjahr (Plus 96,2 Prozent). Dagegen ging die Arbeitslosigkeit im Bereich der Grundsicherung gegenüber Juni um 33 oder 0,8 Prozent auf 4352 Personen leicht zurück.

In den beiden zurückliegenden Monaten sind in der Region deutlich weniger neue Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Zuletzt im Juli 117 neue Anzeigen für 1468 Beschäftigte. Aktuell ist die erste Hochrechnung für die tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit für den Agenturbezirk verfügbar. Demnach haben im März 2097 Betriebe für 15 676 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen. Die Daten basieren auf den Angaben aus den Abrechnungslisten, die von den Betrieben innerhalb von drei Monaten eingereicht werden müssen.

Für all diejenigen, die auf der Suche nach einer Beschäftigung sind, hat sich das Angebot wieder leicht verbessert. Der Stellenzugang steigerte sich um 19,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat, das sind 171 neue Angebote. Aktuell stehen 3751 offene Stellen zur Verfügung. Die Nachfrage sei verhalten positiv, aber deutlich unter dem Niveau der Vorjahre.

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