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Rottenburg "Wir leben sicherer als in den vergangenen Jahren"

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Die in den vergangenen Jahren besonders besorgniserregenden Wohnungseinbrüche gingen in Rottenburg laut Kriminalitätsbericht zurück.Foto: Bernklau Foto: Schwarzwälder Bote

R ottenburg . Auch er war nur online zugeschaltet: Marco Renner, der kommissarische Revierleiter der Rottenburger Polizei, gab dem Gemeinderat bei seiner ersten rein virtuellen Sitzung am Dienstagabend seinen ersten Bericht zur Kriminalität und zum Unfallgeschehen im Verkehr.

Es gab online frohe Kunde für die Bürger Rottenburgs vom Leiter der Polizeidienststelle und seinem Ermittlungsleiter Rainer Geisler: "Die Kriminalität ist rückläufig, es gab deutlich weniger Delikte." Das Revier verzeichnetet 1900 Straftaten rund 150 Fälle weniger, so die Bilanz von Polizeihauptkommissar Renner für das Jahr 2019. "Deutlich weniger glänzend" fiel allerdings die Aufklärungsquote aus.

Auch die in den vergangenen Jahren besonders besorgniserregenden Wohnungseinbrüche, gerade in den Orten entlang der A 81, gingen zurück, nicht zuletzt dank bundesweiter Aktionen gegen die reisenden Banden schon an den Grenzen, erläuterte Renner. Aber die verbliebenen Taten empfänden die Betroffenen als "ganz schlimm", manche zögen nach solchen Einbrüchen gar weg, weil ihr Sicherheitsgefühl verletzt oder auch ganz verloren sei.

Auch die dreisten Versuche vom Ausland aus agierender Betrüger, mit Telefonanrufen als falsche Polizisten oder mit dem "Enkeltrick" vor allem ältere Menschen um ihr Vermögen oder ihren Schmuck zu bringen, nahmen ab. Doch habe die Masche trotzdem noch, "ganz aktuell", bei zweien dieser Betrugsversuche im Rottenburger Revier funktioniert.

Wenn Festnahmen bei solchen Fällen "mit immens hohem Schaden" gelingen, so Renner, dann erwische die Polizei sowieso nur die sogenannten Läufer, nicht die Drahtzieher und die "perfekt geschulten Anrufer" in den kriminellen Call-Centern.

Wenig Ermittlungserfolg gab es bislang auch bei einer "zweistelligen" Serie von Autoaufbrüchen, bei denen aus BMWs die Airbags ausgebaut wurden. Man habe die Täter "bisher nicht bekommen". Ähnlich sieht es bei einer wachsenden Zahl von rund hundert Sachbeschädigungen an Autos aus: Die Ermittler tappen bei diesem Vandalismus meist im Dunkeln.

Drogendelikte machen – neben einfachem Diebstahl als statistischem Spitzenreiter – weiter mit rund 200 Fällen "einen ganz, ganz großen Anteil" der Straftaten aus, "das macht überall Sorgen". Auch da tue sich die Polizei manchmal schwer, weil bei in flagranti erwischten Kiffer-Gruppen etwa der kurzerhand in die Büsche geworfene Stoff niemandem zugeordnet werden könne, beschrieb Renner die Praxis.

Neben Betrug, zunehmend im Internet als sogenanntes Spoofing, ist auch Körperverletzung nach wie vor häufig. Erfreulich sei aber, so der Revierleiter, dass "öffentliche Aggression rund 30 Prozent Rückgang" in Rottenburg verzeichne. "Richtig schwere Delikte" – also Gewalt, Vergewaltigung, Mord und Totschlag – habe es im Vorjahr "nur ganz wenige" gegeben, nämlich 48 Fälle, und "fast nur gefährliche Körperverletzung", sagte Renner.

Seit Jahren gleich geblieben sei der Anteil von Ausländern an den Straftaten. Er liege etwa bei einem Drittel. Sogar stark rückläufig seien die von Asylbewerbern begangenen Delikte. Das hänge neben sinkenden Flüchtlingszahlen überhaupt auch mit der dezentralen Unterbringung zusammen.

"Wir dürfen uns zeigen beim Vergleich", gerade mit den benachbarten Revieren des Polizeipräsidiums Reutlingen wie auch im Zollernalb-Kreis, schloss der Polizeichef seinen Kriminalitätsbericht. "Wir leben in Rottenburg sicherer als in den vergangenen Jahren."

Was den Verkehr angeht, so steigen zwar die Unfallzahlen – "mehr Verkehr bedeutet mehr Unfälle", so Renner. Die Bilanz sei aber auch hier insgesamt nicht schlecht, trotz dreier Verkehrstoter und der gegenüber 2018 gleich gebliebenen Zahl von 27 Schwerverletzten. Halbiert habe sich die Zahl der Pedelec-Unfälle. Auch die Situation an bekannten Unfallschwerpunkten wie dem Sülchenknoten, der Rechts-vor-Links-Kreuzung Schuhstraße/Graf-Bentzel oder am Abzweig von der Landesstraße 1361 nach Mötzingen habe sich gebessert, sagte der Revierleiter.

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