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Rottenburg SWR1 lädt zu "Pop & Poesie in Concert"

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Das SWR1-Event war ein voller Erfolg. Foto: Morlok

Rottenburg - Das SWR1-Top-Event "Pop & Poesie in Concert", machte auf seiner diesjähren Tournee in Rottenburg Halt. Die Festhalle war seit Wochen ausverkauft und viele hundert Besucher warteten gespannt, was ihnen der Abend bringt.

Und sie wurden gleich mit einem, in der Fachwelt als "unspielbares Stück" geltenden Klassiker, mit der "Bohemian Rhapsody" von Queen, überrascht. Natürlich live gespielt, und wer die Augen zumachte, der hörte Freddie Mercury, wie er einen sich irgendwie reimenden Nonsense sang. So hatte zumindest Mercury seinen Text selbst eingeordnet. Matthias Holtmann, der Erfinder des Kultformats, merkte später an, dass selbst Queen einige Passagen des Welthits von anderen Musikern einspielen ließen und man froh sei, das schwierigste Stück des Abends hinter sich zu haben.

Selbst ausgesucht hatte er diesen Titel nicht, ebenso wenig wie alle anderen Songs, die in dem nahezu zweieinhalbstündigen Auftritt auf der Bühne geradezu zelebriert wurden. Holtmann hatte die Ausarbeitung der "Wünsch-dir-was-Tour" ganz in die Hände der Fans gelegt, die bereits ein halbes Jahr zuvor über den Sender ihr ganz spezielles Programm zusammenstellen durften. "Ihr könnt euch also nicht über die Songauswahl beschweren – ihr habt die Titel alle selbst ausgesucht", stellte Moderator Holtmann fest, der sich noch gut an Rottenburg erinnern konnte, da man mit diesem Format auch schon in der JVA aufgetreten ist.

Die Mehrdeutigkeit englischer Liedtexte

Mit dem Kris Kristofferson Welthit "Me and Bobby McGee" ging es locker weiter und der Moderator staunte selbst ein wenig, wie man mit nur drei Akkorden einen solchen Super-Hit zusammenbasteln kann. Vielleicht lag es aber auch an der einzigartigen Stimme von Janis Joplin, die von der Mexikanerin Britta Medeiros, die bei dieser Veranstaltung den Hauptpart am Gesangsmikrofon übernahm, zum Leben erweckt wurde.

Wie mehrdeutig englische Liedtexte sein können, das erfuhren die Besucher dieses Konzerts gleich bei mehreren Songs. "Every Breath You Take" ist so ein Ohrwurm, den jeder sofort mitsummen kann, der aber entweder vom Stalking in seiner übelsten Form oder von bedingungsloser Liebe erzählt. "Jeden Zug, den du machst, jeden Schwur, den du brichst, jedes Lächeln, das du vortäuscht, welchen Anspruch du auch geltend machst, nichts wird mir entgehen" texte Sting für seine Gruppe "Police."

Seit Freitagabend wissen die Besucher von "Pop & Poesie in Concert" zudem, dass das "Hotel California" keine Herberge am Rande des Highways ist, sondern, dass der Song den Staat Kalifornien als den Drogensumpf überhaupt beschreibt. Ein Ort, aus dem man vielleicht mit viel Glück auschecken kann, den man aber niemals vergessen wird. "Du kannst bezahlen, wann immer Du willst, aber aussteigen, das kannst Du nie mehr", heißt es in der letzten Textzeile. Was man sicher auch nicht vergessen wird, dass ist die mehr als außergewöhnlich gute Gitarrenarbeit von Patrick Schwefel und Klaus-Peter Schöpfer, die von Bassist Michael Endersby und Schlagzeuger Carl-Michael Grabinger aus der Grooveabteilung unterstützt wurden und die den Sound der "Eagles" auf den Punkt nachspielten. Auch keine ganz leichte Aufgabe.

Was ebenfalls sehr positiv auffiel, das war die Tatsache, dass man nicht unbedingt am Geschlechterklischee festhielt und beispielsweise das versuchte Gespräch von Pink mit Georg Bush Junior, das als "Dear Mr. President" in die Annalen der modernen Popmusik einging, von einem Mann, von dem Sänger, Geiger, Bassist und Gitarrist Alexander Kraus singen und von Jochen Stöckle rezitieren ließ.

Wunderbar berührend auch Holtmanns Verbeugung vor dem erst vor kurzem verstorbenen Kollegen Thomas Schmidt und die Interpretation von Don McLean’s "Vincent", bei der Schauspielerin und Sängerin Simone von Racknitz-Luick den deutschen Text sprach und sich vom musikalischen Leiter der Band, von Peter Grabinger, begleiten ließ.

Nach leisen, tiefgehenden Betrachtungen wurden dann die Hits, mit denen man ganze Stadien zum Beben bringt, gespielt. Bei "Sultans of Swing" "Smoke on the Water" oder "Highway to Hell" hielt es keinen der Besucher mehr auf den Sitzen und die Musiker feierten den Rock‘n‘Roll im bunten Licht des Bühnennebels mit ihren Fans, als gäbe es kein Morgen mehr.

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