Der Spatenstich auf knochentrockenem Boden (von links): Verena Höckh, Ortsvorsteherin Daniela Quintana Leiva, OB Stephan Neher, Bürgermeister Hendrik Bednarz, Michael Kling und der Geschäftsführer der Stadtwerke, Martin Beer. Foto: Ranft Foto: Schwarzwälder Bote

Energie: OB Neher spricht von einem innovativen Projekt / Festgefahrener Boden macht zunächst Probleme

Sozusagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand am Mittwochnachmittag der Spatenstich für die kalte Nahwärme statt, die künftig das neue Baugebiet Öchsner II und ein Pflegeheim versorgen soll.

Rottenburg-Ergenzingen (kra). Lediglich OB Stephan Neher, Bürgermeister Hendrik Bednarz, der Geschäftsführer der Stadtwerke, Martin Beer und seine Mitstreiter Michael Kling (Vertrieb) und Verena Höckh (Energie) sowie Ortsvorsteherin Daniela Quintana Leiva versuchten zum Teil nicht ganz erfolgreich mit dem Spaten umzugehen. Schuld daran waren allerdings nicht die Beteiligten, sondern der festgefahrene Boden.

OB Neher sprach von einem innovativen Projekt, welches man verwirkliche und der Geschäftsführer der Stadtwerke, Matin Beer erinnerte daran, dass man das Projekt "kalte Nahwärme" ursprünglich gar nicht auf der Agenda hatte. Ins Kalkül gezogen habe man zunächst die Abwärme eines Aussiedlerhofes, dieses Projekt habe sich aber infolge der großen Entfernung nicht verwirklichen lassen. Dann habe man an Gas oder ein Blockheizkraftwerk gedacht. Für Letzteres sei allerdings die Wärmeabnahme zu gering gewesen und so habe man trotz anfänglich großer Skepsis die kalte Nahwärme ins Kalkül gezogen, dieses Projekt zunächst einmal in Bad Nauheim angeschaut und dann für gut befunden. Der Planer von Bad Nauheim sei identisch mit dem für das Rottenburger Vorhaben, so Beer.

Dieses neue Projekt könnte in künftigen städtischen Baugebieten Schule machen, meinte der Stadtwerkechef, machte aber die Einschränkung: Sofern 30 Bauplätze vorhanden seien. Rund 2,2 Millionen Euro (ohne Förderung) lässt sich die Stadt das kalte Nahwärmenetz kosten. Vom Land gibt es dazu Fördermittel in Höhe von 250 000 Euro.

Das Wärmekonzept funktioniere wie folgt: Kollektoren nehmen in einer Tiefe von eineinhalb Metern acht bis 12 Grad Wärme aus dem Boden auf. Über ein Leitungssystem in den Straßen gelangt die erwärmte Flüssigkeit zu den Häusern. Dort erhöht eine Wärmepumpe die Temperatur auf das gewünschte Niveau. Damit ließen sich aus einer Kilowattstunde Strom, vier bis fünf Kilowattstunden Wärme erzeugen. Das ganze geschehe sehr klimafreundlich, denn die Wärmepumpen würden von den Stadtwerken Rottenburg mit 100 Prozent Ökostrom betrieben.

Die Leiterin für Energieerzeugung Verena Höckh sah das Wärmekonzept als eine spannende Sache. Es sei innovativ, aber trotzdem nicht teurer als eine herkömmliche Heizungsanlage. Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Beer sah in der kalten Nahwärme einen Weg, wie man das Erzeugen der Wärme aus Strom noch effizienter gestalten kann. Das sei letztlich auch ein Beitrag zum Klimaschutz.

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