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Rottenburg Sommer Open Air: Pur spielt sich in die Herzen der Zuschauer

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Pur waren zu Gast beim Sommer Open Air. Foto: Thomas Fritsch

Rottenburg - "Zwischen den Welten" ist das Konzert von Pur beim Sommer Open Air Rottenburg auf dem Eugen-Bolz-Platz angesiedelt.

Das ist der Titel des neuen Albums der Band und mit zwei Songs davon fängt Pur das Konzert an. Darunter auch das titelgebende "Zwischen den Welten". Verschiedene Welten und vor allem Zeiten bekommen die Zuschauer beim ausverkauften Konzert dennoch gezeigt. Die Band entführt das Publikum nicht nur zwischen die Welten, sondern auch in eine ganz andere Welt: Ins "Abenteuerland", wo nur die eigene Fantasie bestimmt, wie diese Welt aussieht.

Mehr als dreißig Jahre Bandgeschichte kann Pur inzwischen aufweisen: Und dabei sind so einige Lieder entstanden. Und die enthält die Band ihrem Publikum beim Open Air Konzert nicht vor. "Lena", "Hab mich wieder mal an dir betrunken" oder der Klassiker "Funkelperlenaugen" sind nur einige Beispiele für die älteren Songs.

Das Publikum ist altersmäßig durchmischt, manche sind jünger als die gespielten Songs. "Wenn ich so in die Runde schaue, sind manche noch nicht mal auf der Welt gewesen, als wir das geschrieben haben", sagt Sänger Hartmut Engler vor "Freunde". Und doch sind die Songs bekannt: Manchmal ist der Sänger nicht mehr zu hören, so laut wird mitgesungen, dann herrscht Partystimmung.

Beim Konzert erinnert sich "die älteste Schülerband Deutschlands", wie Engler Pur beschreibt, auch daran, wie sie zu Anfang von der Zukunft träumten. "Zu Ende träumen" ist ein Lied aus dem aktuellen Album und gleichzeitig eine Erinnerung an die Träume, die sie damals hatten – vor großem Publikum zu stehen und Applaus zu bekommen. "Keiner weckt uns auf, bis wir es zu Ende träumen", heißt es im Lied. Pur ist nicht aus seinen Träumen aufgewacht, sondern hat den erträumten Erfolg.

Aber nicht nur Feierlaune ist angesagt. Ans Herz geht das "Lieblingslied" von Englers Mutter. "Wenn sie diesen Tango hört" handelt von einer alleinstehenden Witwe und beschreibt ihr Leben im Nachkriegsdeutschland. Während sie ihr Leben lang gearbeitet hat, hat oft die Zeit für sich selbst und ihren Mann gefehlt. Nun, im Alter hätte sie die Zeit – doch ihr Mann ist nicht mehr am Leben. Nicht nur dem Sänger stehen am Ende Tränen in den Augen, auch im Publikum ist dem einen oder anderen die Rührung anzumerken.

Neben den älteren und neueren romantischen Liedern hat Pur auch eine politische Botschaft mitgebracht. "Bis der Wind sich dreht" ist ein aggressives Lied und wird mit Bildern von rechten Protesten untermalt. Außerdem wird es aus Sicht von Hass und Fremdenfeindlichkeit gesungen. Dafür tritt Engler mit Lederjacke und Sonnenbrille auf, sowie mit einer Mütze mit Eisenkreuz, wie um sich zu verkleiden und zu zeigen, dass das nicht die Einstellung der Band ist, sondern die Gegenseite. Die kommt danach: direkt nach Ende des Liedes gleitet die Band in "Neue Brücken" über. Darin geht es ums "Brückenbauen" über "Flüsse voll dummer Arroganz und Täler tiefster Intoleranz". Neu sind die Lieder nicht, Pur hat sie bereits vor 25 Jahren gespielt. "Wir haben immer wieder überlegt, ob wir sie rausnehmen können, aber die Themen sind immer noch aktuell", erklärt Engler und spricht über die populistische Bewegung in Europa: "Populisten schüren Ängste, die wir sonst nicht hätten." Es folgt ein Plädoyer für Toleranz und Gemeinschaft und "Brücken zu bauen, statt einzureißen". Und dafür erntet er vom Publikum mehr Applaus als für jedes Lied, das beim Konzert gespielt wird.

Am Ende muss die Band gleich zwei Zugaben geben. Dafür holt Engler die Nachwuchskünstlerin Leonie auf die Bühne, um mit ihr zusammen "Abenteuerland" und "Drachen sollen fliegen" im Duett zu singen. In den Abend entlässt die Band ihre Fans schließlich mit "Bis wir uns wiedersehen", nachdem sie noch den Wunsch des Publikums nach "Ein graues Haar" erfüllt haben, das sie gemeinsam mit ihrem Support Act "Füenf" vortragen.

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