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Rottenburg Seine Bescheidenheit zeichnete ihn ganz besonders aus

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Franz Digeser ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Archivfoto: Ranft Foto: Schwarzwälder Bote

Rottenburg-Ergenzingen (kra). Franz Digeser, Seniorchef der Ergenzinger Ochsenbrauerei ist tot. Er starb am frühen Dienstagabend im Alter von 84 Jahren.

Gesundheitlich angeschlagen war der Verstorbene schon längere Zeit. In der geschichtsträchtigen Brauerei, die seit 1928 im Besitz der Familie Digeser ist, sah man ihn gesundheitlich bedingt, kaum noch. Allerdings wusste er Brauerei und Getränkeabholmarkt bei seinem Sohn Rolf, der als Braumeister tätig ist und der den Betrieb schon vor längerer Zeit übernommen hat, dessen Gattin Petra und seiner Ehefrau Waltraud in guten Händen. Franz Digeser durfte auf ein erfülltes Leben zurückblicken, das allerdings stark von Arbeit geprägt war. Er war Chef, Braumeister, Fahrer und Familienvater in Personalunion.

1935 in eine turbulente Zeit hinein geboren, lernte er innerhalb der Familie das Brauereiwesen von früh auf kennen. Franz Digeser, der Großvater des Verstorbenen, der aus Böhringen bei Rottweil stammte, erwarb 1928 die Ochsenbrauerei. Nach dessen Tod (1933) übernahm zunächst dessen Sohn Adolf Digeser das Geschäft. Nachdem dieser 1940 zur Wehrmacht eingezogen wurde, hielten Felix Dolfinger und Onkel Richard Digeser den Betrieb noch ein Jahr lang aufrecht. Hernach ruhte die Braukunst bis 1949. Im selben Jahr erlernte der Verstorbene das Bierbrauer- und Mälzerhandwerk und musste nebenbei auch noch den elterlichen Betrieb aufrecht erhalten, da der Vater krank aus dem Krieg zurückkehrte. Nach dem Ablegen der Meisterprüfung übernahm Franz Digeser 1961 dann die Brauerei.

1962 heiratete er Waltraud Baur, Tochter einer alt eingesessenen örtlichen Familie, die er zwischenzeitlich kennen und lieben gelernt hatte. Sie unterstützte ihn nach Kräften in der Brauerei und später auch im 1992 in Betrieb genommenen Getränkeabholmarkt und war ihrem Mann bei den ganzen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen der Brauerei in den Jahren zuvor eine große Hilfe. Sie gilt auch in heutiger Zeit noch als die "gute Seele" des Familienbetriebes. Zwei Söhne, Jürgen und Rolf, entsprossen dieser Ehe, die im Laufe der Jahre um vier Enkel reicher geworden ist. Sohn Rolf trat in die Fußstapfen seines Vaters, erlernte den Brauer und Mälzerberuf, legte die Meisterprüfung ab und führt die Familientradition des Bierbrauens nun schon seit einigen Jahren fort.

Die Ochsenbrauerei zählt in heutiger Zeit zu den vier Brauereien zwischen Horb und Rottenburg, die noch in Privatbesitz sind. Sie verkörpert das Lebenswerk von Franz und Waldtraud Digeser, die eigentlich rund um die Uhr für ihre Kundschaft da waren und das ist bis zum heutigen Tage auch so geblieben. Eines zeichnete den Verstorbenen besonders aus: Seine Bescheidenheit. Sätze wie "man muss immer noch wissen, wo man herkommt" oder "man kann nicht mehr ausgeben als man einnimmt", lebte er.

Franz Digeser gehörte zwar etlichen Vereinen an, ein richtiger Vereinsmensch war er aber nicht, dazu fehlte ihm einfach die Zeit. Aber er sang gerne, war im Liederkranz aktiv und besuchte die Singstunden nur in Ausnahmefällen nicht. Außerdem war er bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden Aktiver der örtlichen Feuerwehr. Mehrfach wurde er von den örtlichen Vereinen für seine langjährige Unterstützung und Mitgliedschaft geehrt.

Am Montag, 11. November, um 10.30 Uhr findet in der Ergenzinger Heilig-Geist-Kirche ein Trauergottesdienst für Franz Digeser statt.

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