Karlheinz Heiss und Volker Kracht – Vorsitzende der Hoffmann-Gesellschaft – freuen sich auf den 12. Mai. Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder-Bote

Kultur: Franz-Anton-Hoffmeister-Medaille an Alt-Oberbürgermeister Winfried Löffler

Rottenburg. Winfried Löffler, der ehemalige Oberbürgermeister und jetzige Ehrenbürger von Rottenburg, wird am Freitag, 12. Mai, mit der erstmals vergebenen Franz-Anton-Hoffmeister-Medaille geehrt.

"Winfried Löffler hat den großen Sohn Rottenburgs, den Musiker Hoffmeister, nie aus den Augen verloren", betonten Volker Kracht und Karlheinz Heiss, der erste und der zweite Vorsitzende der wieder erstarkten Hoffmeister-Gesellschaft im Rahmen eines Pressegespräches.

Mit Winfried Löffler wird ein Mann geehrt, der das Wirken von Hoffmeister sehr wohl einzuordnen wusste. Löfflers Weitblick ist es zu verdanken, dass der große Sohn von Rottenburg mit dem historischen "Hoffmeistersaal" im "Kulturzentrum Zehntscheuer" eine Art ständiges und belebtes Denkmal erhielt.

Der frühere Oberbürgermeister, inzwischen 86 Jahre alt, setzte sich zu Beginn seiner Amtszeit gegen den Willen des Gemeinderats durch und macht die Zehntscheuer nicht zu einer Markthalle, wie damals angedacht, sondern zum Kulturzentrum der Stadt. Ein Zentrum, das heute großes Ansehen genießt.

Winfried Löffler, selbst ein sehr guter Klavierspieler, gab die Impulse zur Gründung der Konzertreihen "Tage für neue Musik", die vor mehr als drei Jahrzehnten ins Leben gerufen wurden und heute in Kooperation mit dem SWR ein Höhepunkt im kulturellen Leben der Domstadt darstellen.

Die "Hoffmeister-Gesellschaft" wurde am 21. Juli 2016 neu gegründet. Der Verein setzt zum großen Teil die Arbeit der Franz-Anton-Hoffmeister-Gesellschaft fort, die 2013 aufgelöst wurde.

Wer war dieser Franz Anton Hoffmeister eigentlich? Geboren wurde er 12. Mai 1754 in Rottenburg, das damals noch zu Vorderösterreich gehörte. Bis zu seinem 14. Lebensjahr lebte er in der Bischofsstadt. Seine erste musikalische Ausbildung bekam er über ein Stipendium an der Stuttgarter Hof-Oper.

Liebe zur Musik ist stärker als der Drang zu Rechtswissenschaften

Mit 14 übersiedelte er nach Wien, der damaligen Hauptstadt, um dort Rechtswissenschaften zu studieren. Seine Liebe zur Musik war jedoch stärker. Neben den drei Sternen der Wiener Klassik – Haydn, Beethoven und Mozart – wurde oft auch der Name Hoffmeister genannt.

Mozart widmete ihm sogar das "Hoffmeister-Quartett" (KV 499). Mozart war zeitlebens ein enger Bekannter von Hoffmeister, der sich auch als Musik-Verleger betätigte. 1800 gründete er mit Ambrosius Kühnel in Leipzig das "Bureau de musique", welches heute noch als Verlag C. F. Peters existiert.

Über 1000 Kompositionen haben die beiden in dieser Zeit verlegt. Das erklärte Ziel von Musikschuldirektor Karlheinz Heiss ist es, diese Kompositionen als Partituren auf Papier und die eingespielten und überlieferten Stücke als Tonträger zu archivieren.

Die "Hoffmeister-Gesellschaft" möchte der Kunst und dem Schaffen des am 9. Februar 1812 in Wien gestorbenen Komponisten und Musikverleger ein Forum bieten, ihn in seiner Heimatstadt als Marke platzieren und ihm so Name und Gesicht zu geben.

Da bietet es sich ideal an, an seinem Geburtstag, den 12. Mai, einem verdienten Hoffmeister-Gönner im Hoffmeistersaal die Anton-Hoffmeister-Medaille zu verleihen.

Schwerpunktmäßig will sich die "Hoffmeister-Gesellschaft" um die Bewahrung, Erweiterung, Förderung und Verbreitung des Wissens über das Leben und Schaffen ihres Namensgebers stark machen. Auch die Unterstützung von Konzerten und Veranstaltungen, in deren Mittelpunkt das Schaffen Hoffmeisters steht, ist Vereinszweck.

Ein weiteres Ziel ist die musikalische Förderung besonders begabter Rottenburger Kinder und Jugendlicher. Mit einem Stipendium – wie damals Hoffmeister selbst – sollen sie durch die Hoffmeister-Akademie an der Musikschule unterstützt werden. Gesponsert soll dieser Akademiebesuch durch einen Förderverein werden, der sich derzeit im Aufbau befindet. Und so schließt sich der Kreis.

Weitere Informationen: www.hoffmeister-gesellschaft.de

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