Sie stellten die Anti-Müll-Kampagne der Stadt vor: Stadtrat Hermann Sambeth (von links), Ordnungsamtsleiterin Nehle Betz, Stadtrat Hermann Josef Steur, Leiterin Stabsstelle Umweltamt Hannah Wagner und Bürgermeister Hendrik BednarzFoto: Baum Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Anti-Müll-Kampagne startet mit Plakataktion und Müllcontainer vor dem Rathaus

Bürger für das Thema Müll in der Stadt sensibilisieren will die neuste Anti-Müll-Kampagne der Stadt. Mit markanten schwäbischen Sprüchen, die das Thema Müll aufgreifen, will man ein Bewusstsein für die zunehmende Vermüllung des Stadtbildes schaffen.

Rottenburg. Am Mittwoch stellten die Umweltbeauftragte der Stadt, Hannah Wagner, Bürgermeister Hendrik Bednarz und Ordnungsamtsleiterin Nehle Betz sowie die Stadträte Hermann Sambeth (CDU) und Hermann Josef Steur (SPD) die Plakataktion vor.

Direkt vor dem Rathaus ist ein großer Müllcontainer deponiert, mit dem gezeigt werden soll, wie viel Müll die Technischen Betriebe innerhalb einer Woche im Stadtgebiet einsammeln müssen. Von Tag zu Tag wird der Container also voller. Die Umweltbeauftragte Hannah Wagner wies darauf hin, dass es dieses Jahr keine großangelegte Stadtputzete geben wird. 2020 war eine Stadtputzete mit Bürgern und den Schulen sowie mit Vereinen geplant, die coronabedingt nicht stattfinden konnte und auf dieses Jahr verschoben wurde. Doch auch im Jahr 2021 kann die Stadtputzete nicht stattfinden – daher initiierte der Gemeinderat die Anti-Müll-Kampagne mit Plakaten. Wer privat sammeln will, kann Müllzangen beim Umweltamt entleihen und Müllsäcke bekommen. Die Plakat- und Containeraktion soll eine Aufklärungskampagne sein. "Raudeburg macht sauber" ist die Aktion überschrieben, die Federführung hat das Ordnungsamt.

Bürgermeister Bednarz erklärte beim Pressetermin, dass das Thema Sauberkeit ins Bewusstsein der Bevölkerung dringen soll. "Viele werfen achtlos Kleinigkeiten weg, manchmal ist es sogar purer Vorsatz", meint Bednarz. Das Ordnungsamt werde hier rigoros einschreiten und kontrollieren. Für weggeworfene Papierchen oder Zigarettenkippen wird dann ein Bußgeld bis zu 250 Euro fällig. "Wir setzen zuerst aber einmal auf das Thema ›Bewusstseinsbildung‹", erklärt Bednarz. So seien die Plakate, die der Grafiker Thomas Di Paolo entwarf, auf Schwäbisch gehalten, um das Heimatgefühl weiter zu transportieren. Mann soll bewusst zwei Mal hinschauen, die Plakate sollen zum Nachdenken anregen.

Hermann Josef Steur betont, dass das Thema Müll den Gemeinderat jährlich mehrfach beschäftigt. Stadträtin Erika Piscart etwa erfand eine Lösung für die Entsorgung der Gelben Säcke im Naherholungsgebiet Martinsberg. Steur beobachtet, dass wilde Müllablagerungen zunehmen. 30 000 Euro muss die Stadt für Müll aufwenden, den andere achtlos wegwerfen. Daher will man jetzt eine effektive Kampagne mit den Ämtern auf die Beine stellen. "Egal ob Kinder oder Jugendliche oder Erwachsene, jeder ist für den eigenen Müll verantwortlich", sagt Steur.

Hermann Sambeth ergänzt, dass man dabei nicht nur auf präventive Mittel setzen will. "Der Bußgeldkatalog von 2018 bietet viele Möglichkeiten, um Müllsünder am Geldbeutel zu treffen." Der Griff in den Geldbeutel der Müllsünder soll weh tun. "Wenn man einmal gezahlt hat, gibt man die Zigarettenkippe in den Ascher und die Papierchen in den Mülleimer."

Nehle Betz erklärt, dass man Themen zum Sachgebiet Müll bis zum Sommer erarbeitet habe – so soll das Thema sichtbar gemacht werden, es werden Banner an Sammelplätzen aufgestellt, und auch das Thema Sondermüll wird aufgegriffen.

Für Hannah Wagner ist die breit angelegte und zeitlich ausgeweitete Anti-Müll-Kampagne effektiver als eine eintägige Stadtputzete: "Es ist eindrucksvoller, wenn vor dem Rathaus tagelang ein Container steht, wenn Plakate als Eyecatcher zu sehen sind und das Thema Müll in der Stadt vielfach vertieft wird. Denn die Vermeidung von Müll gehört zur Nachhaltigkeit, der sich die Stadt Rottenburg verschrieben hat. Sauberkeit hat erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität und auf Ökosysteme. Freigesetzte Schadstoffe können beispielsweise über das Wasser oder über Lebensmittel in den menschlichen Körper gelangen. Müll verpestet Tiere und Menschen. Im Ozean gibt es bereits jetzt große Plastikinseln, Mikroplastik ist gefährlich."

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