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Rottenburg "PV-Anlagen sollten dort entstehen, wo es Sinn macht"

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Rotte nburg . Großflächige Solaranlagen im Rottenburger Gebiet zu planen – das beantragten Grüne und SPD im Gemeinderat. Doch noch bevor die Stadträte darüber beraten, schlägt der Vorschlag hohe Wellen. Die Landwirte Ergenzingens haben sich bereits eine Woche vor der Sitzung des Gemeinderats in einem offenen Brief gegen den Antrag ausgesprochen.

Der Plan von Grünen und SPD sei nicht "ganzheitlich gedacht", so Erwin Raible, Stadtrat aus der FaiR-Fraktion und Nebenerwerbslandwirt aus Ergenzingen.

In ihrem Brief beklagen die Landwirte die erneute Umwidmung von Flächen. Schon in den vergangenen vier Jahrzehnten seien rund 170 Hektar der Landwirtschaft entzogen worden. Ein Hektar entspricht 10 000 Quadratmetern.

Dadurch hatten viele Landwirte ihren Beruf aufgeben müssen. Dass dies wieder der Fall sein könnte, befürchten die Landwirte auch jetzt. Der Konkurrenzdruck könne sich verschärfen, bereits jetzt haben die Landwirte andere Wirtschaftszweige erschließen müssen, um sich noch halten zu können. Beispielsweise wurden Biogasanlagen gebaut.

Stadträtin Ursula Clauß von den Grünen bemerkte im Gemeinderat, dass PV-Anlagen mehr Energie liefern können als der Anbau von Energiepflanzen wie Mais. Raible sieht das anders: Insbesondere um kurzfristige Schwankungen im Strombedarf auszugleichen, sei die Energie aus Biomasse notwendig. "Wenn morgens alle ihre Kaffeemaschine anstellen, dann wird für einen Moment wesentlich mehr Strom benötigt", stellt er als Beispiel vor. Biomasse könne die Netze stabilisieren. Sonne und Wind sei nicht immer vorhanden.

Dabei möchten die Landwirte sich nicht als verschlossen gegen alternative, umweltfreundliche Energien verstanden fühlen. "Aber Photovoltaikanlagen sollten dort entstehen, wo es Sinn macht." In ihrem Brief nennen sie ungenutzte Fläche auf Dächern und an Hausfassaden. Stadtrat Raible könnte sich auch vorstellen, Solaranlagen über der Autobahn anzubringen, zum Beispiel an Schildern oder als Überdachung.

Auch der regionale Gedanke ist für die Bauern von wesentlicher Bedeutung. Was in der Region nicht angebaut wird, muss importiert werden. Für den landwirtschaftlichen Betrieb werden Regenwälder gerodet, wenn die Landwirtschaft in der Region verdrängt wird, sei das ein "Feuerzeug an den Regenwäldern", so Raible.

Schlussendlich wurde der Antrag der Verwaltung angenommen. Demnach sollen Flächen nur dann für Solaranlagen zur Verfügung stehen, wenn der Raumwiderstand im geringen oder mittleren Bereich ist. Auch dürfen die Flächen nicht der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen werden.

Die Landwirte sind zufrieden, weil landwirtschaftliche Flächen geschont werden. Dennoch: "Wir halten es prinzipiell für falsch", so Gemeinderat und Ergenzinger Landwirt Erwin Raible. Der Antrag ist in seinen Augen "populistisch". Und noch ein Punkt liegt den Landwirten am Herzen: Fläche ist ein begrenztes Gut. "Fläche kann ich nur einmal verwenden", so Raible. Ist sie einmal versiegelt, ist sie für die Landwirtschaft nicht mehr brauchbar.

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