Das Familienhaus soll kräftig erweitert werden. Foto: Baum Foto: Schwarzwälder-Bote

Evangelische Kirchengemeinde Rottenburg baut neues Familienhaus

Rottenburg. Die evangelische Kirchengemeinde wird ihr Gemeindehaus im Anton-Buhl-Weg zu einem Familienhaus um- und ausbauen. Bis zum Sommer 2012 soll ein zweigeschossiges Gebäude entstehen, das Platz bietet für den dreigruppigen Kindergarten, der dann auch eine Gruppe für unter Dreijährige anbieten wird. Im neuen Obergeschoss werden ein Gemeinderaum, ein Jugendraum und ein Gruppenraum für Beratungsgespräche eingerichtet.

Der Tübinger Architekt Gerd-Rüdiger Panzer erläuterte nun seine Pläne. Ein 1972 errichteter Gebäudeteil des bisherigen Gemeindehauses werde abgerissen und durch einen zweigeschossigen Neubau ersetzt, der kompakter sei und wegen seiner Zentralstellung innerhalb der Siedlung "markant, transparent, frisch und lebendig" wirken solle.

Ein anderer, im Jahr 1987 errichteter Teil, bleibe stehen und sei durch neue Fenster sowie eine Wärmedämmung bereits energetisch saniert. Das neue Familienhaus verfüge dann über eine Nutzfläche von 700 Quadratmetern. Das Flachdach werde vorbereitet für die Installation von Photovoltaik-Elementen; für deren Betrieb sei man bereits im Gespräch mit der Genossenschaft "Erneuerbare Energien Rottenburg".

Notwendig geworden seien die Baumaßnahmen durch den gestiegenen Raumbedarf des Kindergartens sowie wegen des undichten Flachdachs, erklärte Pfarrer Jürgen Huber. Die Kirchengemeinderatsvorsitzende Heide Mattheis sagte, man brauche aber neben dem ebenfalls von Gerd-Rüdiger Panzer errichteten Gemeindezentrum in der Kirchgasse kein zweites Gemeindehaus. Das Gebäude im Anton-Buhl-Weg erhalte deshalb den Namen "Familienhaus". Neben der Kindertagesstätte finden dort auch Familiengottesdienste, Jugendgruppen sowie therapeutische Gruppen ihren Platz.

Die Abriss-, Um- und Neubauarbeiten werden in der ersten Maiwoche beginnen. Während der Bauzeit zieht der Kindergarten um in ein angemietetes Provisorium in der Saint-Claude-Straße; ein Shuttle-Service wird eingerichtet. An den Baukosten von voraussichtlich 1,6 Millionen Euro beteiligt sich die Stadt entsprechend dem Kindergartenvertrag mit 780 000 Euro, die Evangelische Landeskirche in Württemberg mit 240 000 Euro, das Land Baden-Württemberg fördert die zusätzlichen Kleinkinderplätze mit 132 000 Euro und der Evangelische Kirchenbezirk Tübingen steuert 30 000 Euro bei. 418 000 Euro muss die Evangelische Kirchengemeinde selbst aufbringen.

Für den Fall, dass Rücklagen und Spenden dafür nicht ausreichen, sei der Verkauf eines 500 Quadratmeter großen Grundstücksteils beim Familienhaus in die Planung einbezogen worden, berichtete Huber. Damit würde der Kindergarten aber einen Teil seiner Spielfläche im Freien verlieren. Man hoffe deshalb auf ein Spendenaufkommen, das den Erhalt des ganzen Grundstücks ermögliche.