TuS-Vorstand Rainer Sabitzer Foto: Schwarzwälder Bote

Vereine: Regionale Sponsoren unterstützen TuS Ergenzingen / Hoffnung auf Festakt im September

100 Jahre alt is der Turn- und Sportverein Ergenzingen in diesem Jahr, das bekannte Pfingsturnier schon 50 – aber ein großes Fest wird es dieses Jahr trotzdem nicht geben. Der Verein hofft dennoch, dass man im September zumindest einen Festakt umsetzen kann.

Rottenburg-Ergenzingen. Sein 100-jähriges Jubiläum feiert der Turn- und Sportverein (TuS) Ergenzingen in diesem Jahr. Entstanden ist dieser aus dem Club "Vorwärts", der ursprünglich und in kurioser Weise seine Hauptaufgabe darin sah, Theater zu spielen. Allerdings hegte man schon damals den Gedanken, einen Sport treibenden Verein zu gründen. Die geschah dann am 22. September 1921.

Und auch das 50. Pfingstturnier hätte der Verein dieses Jahr feiern dürfen, wenn – ja wenn die verflixte Coronapandemie nicht dazwischen gekommen wäre. Grund genug für uns, einmal beim Vorstand des Vereins, Rainer Sabitzer nachzufragen, wie man einen Breitensportverein mit über 800 Mitgliedern und den Abteilungen Fußball Aktiv, Fußball Jugend, Gymnastik, Leichtathletik, Volleyball, Gesundheitssport, Radsport, Reiten und Jugendturnen bei Laune hält und vor Allem auch, wie der Verein den zweimaligen Ausfall des Pfingstturnieres, welches zu den Haupteinnahmequellen des Vereins zählt, kompensiert.

"Ja", sagte Sabitzer im Gespräch mit unserer Zeitung, "die finanziellen Ausfälle tun uns richtig weh, aber wir von der Vorstandschaft sind untereinander auch mit den Abteilungen in sehr engem digitalen Kontakt, nach wie vor motiviert und voll dabei, das Beste aus der derzeitigen Situation zu machen." Die finanziellen Ausfälle die Pfingstturniere betreffend könne man nicht kompensieren, aber man habe viele regionale Sponsoren, die den Verein nach Kräften unterstützen. Aber auch der Verein selbst versuche Geldquellen zu erschließen. Das Ganze sei natürlich keine Einbahnstraße und "Sponsorenmittel keine Geschenke, dafür müssen wir im Verein etwas tun", so Sabitzer. Dazu komme noch, dass der Gäupokal der Fußballer, der anlässlich des Jubiläums in Ergenzingen stattfinden sollte, wohl auch der Pandemie zum Opfer fallen werde.

Auf das Gerücht, das seit einiger Zeit im Ort schwelt, der TuS werde künftig ohnehin das Pfingstturnier eine Nummer kleiner fahren, sagte Sabitzer: "Das stimmt so nicht, die künftige Richtung ist offen." Man habe im Bezug auf das Projekt 2030, das vor drei Jahren aus der Taufe gehoben worden sei, natürlich auch das Pfingstturnier und den bisherigen Ablauf hinterfragt. Man müsse ja schließlich der Zukunft Rechnung tragen. Aber, so Sabitzer, "entschieden haben wir bislang noch gar nichts".

"Was uns am meisten nervt in Sachen Pfingstturnier ist die Ungewissheit", so der Vorsitzende. "Eigentlich müssten wir schon jetzt mit den Vorbereitungen für das Jahr 2022 beginnen", sagte er. Da müssen die Mannschaften eingeladen, Kapellen verpflichtet, Konzepte erarbeitet werden und das alles unter der Prämisse "vielleicht wird es nächstes Jahr was". Für den TuS jedenfalls seien die nächsten Wochen und Monate entscheidend, ein Event dieser Größenordnung lasse sich eben nicht von heute auf Morgen realisieren.

Nun hofft man in der Vorstandschaft, dass wenigstens der Festakt, der zum 100-jährigen Vereinsjubiläum, für das Wochenende 25./26. September in der Breitwiesenhalle geplant ist, auch durchgeführt werden kann. Auch für die Pfingstfeiertage hat man sich etwas einfallen lassen. Ein Food-Truck mit Pfingstturnier-Spezialitäten soll zumindest ein wenig an das "Volksfest im Gäu" erinnern und natürlich auch Geld einbringen.

Nicht anders verhält es sich mit den Schrottsammlungen, die der Verein schon seit Jahren durchführt. Sabitzer sagt: "Den Gesamtverein betreffend waren wir bis zum Beginn der Pandemie auf einem guten Weg." Auch kleinere Abteilungen wie Reiten oder Jugendturnen hätten Zuwächse zu verzeichnen gehabt und so hofft er vor Allem, dass der "Breitensportverein TuS Ergenzingen" auch nach der Pandemie seinem Namen wieder gerecht werden kann.

Die Zukunft betreffend bereiten ihm die Fußballer derzeit am wenigsten Sorgen. Junge Menschen die sich dem Fußball verschreiben, werde es wohl immer geben, so Sabitzer. Dabei gibt ihm die Statistik recht, denn derzeit warten in Ergenzingen an die 225 Kinder und Jugendliche darauf unter der Federführung von 26 ehrenamtlich tätigen Trainerinnen und Trainern wieder Fußball spielen zu dürfen. Anders verhalte es sich bei den kleineren Abteilungen. Wenn man deren Akteuren verbieten muss, ihrem Sport zu frönen, sei es nicht ganz einfach, sie bei Laune zu halten.

Letztlich hatte Sabitzer aber auch noch etwas Gutes zu berichten: Der neue Rasenplatz wird saniert.

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