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Rottenburg Krisenstab strahlt Gelassenheit aus

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Der Krisenstab Rottenburg, von links: Karlheinz Geppert (Kulturamt), Stephan Neher, Hendrik Bednarz und Christina Gsell Foto: Lück Foto: Schwarzwälder Bote

Die Einschläge kommen näher: Es gibt schon zwei Covid-19-Tote in Rottenburg. Darunter soll eine Frau aus Ergenzingen sein. Bürgermeister Thomas Weigel ist in häuslicher Quarantäne – sein Testergebnis ist noch nicht da. Trotzdem ist die Stimmung im Krisen-Zentrum des Rathauses ernst, aber gelassen.

Rottenburg. Der historische Sitzungssaal im Rathaus. Das Krisenzentrum. Überall stehen Flip-Charts: Kitas, Schulen, Feste, Personal.

Finanzbürgermeister Hendrik Bednarz bringt das auf den Punkt, was Stadtoberhaupt Stephan Neher auf der Pressekonferenz ausstrahlt: "Wir können nichts ausschließen, aber wir verfallen nicht in Panik!" Noch in dieser Woche gibt es eine Ältestenratsitzung per Video mit dem Gemeinderat. Neher: "Auf der Agenda wird ein einziges Thema sein: Corona und wie wir damit umgehen!"

Fakt ist: Bisher tut die Stadtverwaltung alles, um sich solidarisch zu zeigen. Neher: "Wir haben die Kita-Gebühren für den April erlassen. Auch die Schüler der Musikschule müssen nichts bezahlen. Dazu stehen wir auf jeden Fall für die Integrationskurse der Flüchtlinge gerade – es kann ja nicht sein, dass genau diese Personengruppe ein bis zwei Monate keine Kommunikation hat."

Das heißt für das Rathaus: Allein im April entgehen Finanzbürgermeister Bednarz 237 000 Euro Kita-Beiträge der Eltern. Neher: "Wir stehen bis zum Ende der Osterferien sogar für die Honorare der freiberuflichen Dozenten der Musikschule gerade – damit sie Luft haben, sich auf möglicherweise kommende schwerer Zeiten einzurichten!"

Auch die Künstler werden – so gut es geht –­ unterstützt. Christina Gsell von der WTG: "Ab Sonntag werden wir täglich ein neues Video der Künstler ins Netz stellen auf einem neuen Youtube-Kanal. Dazu gibt es ein Spendenkonto für alle, die die Künstler unterstützen wollen."

Neckarfest und weitere Veranstaltungen sind abgesagt

Klar ist auch: Jede Menge Feste sind jetzt schon abgesagt: das Neckarfest. Neher: "Wir prüfen derzeit gemeinsam mit den Händlern, ob wir den Flohmarkt als Alleinveranstaltung aufrecht erhalten wollen." Das Stadtoberhaupt betont, dass die Absage des Neckarfestes auch deshalb erfolgt ist, weil man so absehbare Fixkosten im Vorlauf sparen kann. Neher: "Wenn die Beschränkungen bald wieder aufgehoben werden sollten, dann werden die Vereine Zeit brauchen, sich neu zu sortieren. Wir sind aber gerne bereit, ein spontanes Fest zu machen, wenn es schneller geht."

Auch abgesagt: das Fest der Nationen. Die 100-Jahr-Feier des Musikvereins Wurmlingen wurde auf den 4. und 5. Oktober verschoben. Gut: Die Münchener Freiheit hat auf Ausfallhonorar verzichtet und kommt im Oktober. Auch das Fußball-Highlight – das Pfingstturnier in Ergenzingen – gestrichen.

Beim Kultursommer wird derzeit noch geprüft, wann der letzte Termin ist, um das Event möglicherweise absagen zu können. Denn, so berichtet Kulturamtschef Karlheinz Geppert, für Bülent Ceylan sind schon 1200 Karten im Vorverkauf abgesetzt worden – vor Corona!

Finanzbürgermeister Bednarz schaut auf sein Smartphone: "Bisher haben wir 27 positiv getestete Fälle in Rottenburg. Und zwei Tote."

Mitarbeiter des Rechnungsprüfungsamtes sind zum Ordnungsamt zugeteilt worden, um die Kontaktpersonen der positiv getesteten Personen anzurufen, damit diese auch in Quarantäne gehen. Insgesamt, so Bednarz, sind die Ausfälle in der Stadtverwaltung aber bisher "überschaubar". Wer zur Risikogruppe gehört, wird ins Home-Office geschickt.

OB Neher: "Bei der Hospitalstiftung sind wir auch schon dabei, um uns auf alle Eventualitäten einzustellen. Einmal werden Ex-Mitarbeiter angeschrieben. Dazu sprechen die Pflegeheim-Mitarbeiter die Angehörigen an, ob sie im schlimmsten Falle bereit wären, mit einzuspringen."

Auch eine wichtige Frage: Wirtschaftsweise sagen einen Rezession voraus. Wie macht das Rathaus den Haushalt krisensicher? Bednarz: "Im Mai wird die Steuerschätzung sein. Die dürfte aber ziemlich volatil sein. Durch die Vierteljahresberichterstattung haben wir die Möglichkeit, rechtzeitig einzugreifen, falls Entscheidungen notwendig sind. Es gibt Investitionsprojekte, bei denen der Zuschlag schon erteilt ist.

Die laufen natürlich weiter." OB Neher: "Ich denke – nach dem heutigen Stand –­ dass wir uns erst zu den Haushaltsberatungen Ende des Jahres vielleicht etwas anders aufstellen müssen. Eins ist aber klar: Schulen und Kinderbetreuung werden weiterhin allererste Priorität haben."

Die Zweier-Streifen, die überall in Rottenburg und den Ortsteilen unterwegs sind, um das Gruppenverbot mit mehr als zwei Personen durchzusetzen, sind relativ entspannt. Bednarz: "Bisher zeigten sich die Menschen einsichtig. Bußgelder mussten wir noch nicht verhängen." Kulturamtsleiter Geppert: "Nur eine Gruppe von fünf bis sechs 13-Jährigen ist uns bisher immer wieder aufgefallen."

Oberbürgermeister Neher: "Einen Vorteil haben die regelmäßigen Streifen noch: Wir bekommen jetzt viel schneller gemeldet, wo Müll rumliegt!"

Im Landkreis Tübingen sind es Stand Mittwochabend 479 Corona-Fälle, am Tag zuvor waren es 300. "Die Steigerung ist auch heute zu einem großen Teil der komprimiert übermittelten Ergebnisse der im Labor liegen gebliebenen Fälle geschuldet", erklärt Landkreis-Sprecherin Martina Guizetti.

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