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Rottenburg Hanf: Mehr als nur eine Droge

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Daniel Teufel (links) und Fabian Thomas bauen Nutzhanf an. Foto: Spotts

Rottenburg-Baisingen - Hanf – eine Pflanze, die oft ausschließlich mit Drogenkonsum in Verbindung gebracht wird. Dass Hanf als Nutzpflanze aber eine wahre Wundertüte ist wollen Daniel Teufel und Fabian Thomas zeigen, die auf Gemarkung Baisingen drei Hektar Nutzhanf anbauen.

Daniel Teufel erzählt: "2014 sind meine Eltern gestorben. Meine Mutter hatte Krebs, und deshalb habe ich mich mit alternativen Heilmethoden befasst." Dabei stieß er dann auch auf Hanf: "Das hat mich nach ihrem Tod nicht mehr in Ruhe gelassen, und ich habe mich immer weiter informiert."

Im vergangenen November reiste er deshalb zum Nutzhanfkongress nach München, dort hat ihn die Vielseitigkeit der Pflanze überzeugt, erzählt er. "Man kann aus Hanf beinahe alles machen: Öl, Nudeln, Kleidung, Dämmmaterial und sogar Ziegelsteine zum Bauen." Ganzheitlich verwenden lässt sich die Pflanze ebenfalls. Zudem sei sie außergewöhnlich gesund. Hanf habe beispielsweise ein, für den Menschen optimales Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren, viele wichtige Eiweiße sowie Bestandteile, die auch in der Muttermilch zu finden sind, beschreibt Teufel die Vorteile des Nutzhanfs. Dass die Pflanze sehr robust ist, hilft beim Anbau, denn der Hanf hat die Trockenheit relativ gut überstanden, berichtet Teufel, der die Samen Anfang Juni ausgesät hat. Inzwischen sind diese bereits mehr als zwei Meter hoch. "Es gibt keine Pflanze, die bei den Verhältnissen so gut wächst", erklärt Teufel.

Projekt heißt Hanfjunge

Trotz all dieser Vorteile wird Hanf oft kritisch betrachtet: "Hanf ist generell gebrandmarkt, wir versuchen aber, den gesundheitlichen Aspekt in den Vordergrund zu stellen", erklärt Fabian Thomas. "Hanf ist ein Superfood, die Soja-Bohne des 21. Jahrhunderts sozusagen", erklären die beiden, die das ganze Projekt, dem sie den Namen "Hanfjunge" gegeben haben, nebenberuflich betreiben.

Bis zur Ernte ist es allerdings ein weiter Weg: Erst musste Teufel bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung anzeigen, dass er Nutzhanf anbauen möchte und detailliert angeben welche Sorte. Nachdem das genehmigt wurde, durfte er die Samen auf den drei Hektar Land, die er auf Gemarkung Baisingen dafür zur Verfügung hat, aussäen. Sobald die Pflanzen blühen, muss er dies melden, dann wird von den Behörden geprüft, ob alles immer noch den gemachten Angaben entspricht.

Ernte im September

Voraussichtlich Mitte September werden Daniel Teufel und Fabian Thomas ihre erste Ernte einfahren können, daraus sollen Kekse, Öl und Samen zur Weiterverarbeitung entstehen. Wenn der Hanf reif ist, wird er normal gedrescht, am gleichen Tag noch getrocknet. "Um die Kekse zu backen und zu vertreiben, steht Hanfjunge in Gesprächen mit einer lokalen Bäckerei", erzählt Fabian Thomas. Und um das Öl herzustellen, werden die Samen an einen Presser gegeben, erklärt er weiter. Anschließend kommt das Öl fertig zurück.

Mit weiteren Ideen für Produkte spielen Daniel Teufel und Fabian Thomas bereits, sprechen mit möglichen Geschäftspartnern. Einiges könnte da noch möglich sein, sagen sie. Alles getreu ihrem Motto: "Gibt es eine bessere Motivation als die Leidenschaft mit Herz?!"

Übrigens: Wer jetzt denkt, er könnte auf den Feldern um Baisingen ein wenig "Gras" zum Rauchen abstauben, der liegt falsch. Da es sich bei der angebauten Sorte von Hanfjunge um Nutzhanf handelt, der einen maximalen THC-Gehalt von 0,2 Prozent hat, würde der vielleicht gewünschte berauschende Effekt nicht eintreten. Darauf weisen auch Schilder an den Feldern hin.

Weitere Informationen: Zu erreichen ist Hanfjunge im Internet unter https://www.hanfjunge.de

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Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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