Geläut in Weiler nun wieder komplett / Weihe am 22. September

Von Angela Baum Rottenburg-Weiler. Sie wird nur läuten, wenn jemand im Ort gestorben ist, oder zum Gloria und an hohen Festtagen. Die Rede ist von der neuen Glocke in Weiler, die das bisherige Geläut ergänzen wird. Die ganze katholische Kirchengemeinde St. Wolfgang half zusammen, um die Kosten in Höhe von 13 000 Euro aufzubringen. Dies mit Gemeindefesten, Spenden oder den Einnahmen aus Basaren. Allein 3000 Euro entfallen auf den Materialwert der Bronzeglocke, die im zweigestrichenen D läuten wird.

Am Samstag, 22. September, wird Bischof Gebhard Fürst die neue Glocke weihen, die den Namen "Seliger Rupert Mayer SJ" tragen wird. Rupert Mayer hielt 1899 seine erste Predigt in Weiler, der Jesuit wurde vor 25 Jahren selig gesprochen. Die Glocke selbst wurde vor 70 Jahren, im Oktober 1942, zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Daran erinnerten sich die Weilermer Senioren, als sie auf einer Fahrt zu einer Glockengießerei-Besichtigung unterwegs waren. Damals, vor zwei Jahren, kam die Idee auf, die fehlende Glocke zu ersetzen. Die Karlsruher Glockengießerei Bachert sah sich den Glockenstuhl der St.-Wolfgang-Kirche an und fand heraus, welche Ausmaße und welchen Ton die neue Glocke haben müsste. 250 Kilogramm ist sie schwer, die neue Glocke, die pünktlich zum 200-jährigen Bestehen der Selbstständigkeit der Kirche erschallen wird.

Vor dieser Zeit wurde die Pfarrgemeinde vom Stift St. Moriz betreut. Auch dies wird am 22. September gefeiert. Der Festakt beginnt um 18 Uhr am Kindergarten mit einem Tanz und einem Lied der Kinder. Mit der Glocke zieht die Gemeinde zur Kirche, wo Bischof Gebhard Fürst die Glocke weihen wird. Der Festzug wird begleitet von der Feuerwehr, dem Musikverein und dem Singkreis.

Die Glocke wird auf einem Pferdegespann zur Kirche gefahren, und natürlich wird sie festlich geschmückt sein. Vor der Kirche dann wird die Glocke geweiht, dies mit einem Wortgottesdienst. Anschließend wird im Festzelt weiter gefeiert, bis in den Abend hinein, erklärt Norbert Reuhs, zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderats St. Wolfgang. Bei Regen wird die Weihe im Zelt stattfinden.

Einige Tage später wird die Glocke dann mit einem großen Kranwagen ins Gestühl an ihren neuen Platz gehoben. Die Firma Bachteler wird das gesamte Geläut überholen und den Glockenstuhl optimieren. Änderungen und Verbesserungen werden vorgenommen, so werden etwa die Elektromotoren versetzt oder die Position eines Klöppels verändert. Auch sollen die Schallöffnungen im Kirchenturm verbessert werden.

Das Geläut darf aber nicht lauter werden, betont Reuhs, dies aus Rücksicht auf die Nachbarschaft und Lärmschutzverordnungen. Auch das Gießen der Glocke im Juli wurde bereits festlich umrahmt.