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Rottenburg Flugsimulator: Abheben mit der Boeing 777

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Simon Klein sitzt im Cockpit des Simulators: Mit anderen Flugschülern hebt er mit Interessierten ab. Foto: Eyckeler

Rottenburg - Einmal im Leben Kapitän eines riesigen Passagierjets zu sein. Davon träumen bestimmt viele. Der Flugsimulator in Rottenburg lässt diesen Traum Wirklichkeit werden – wenn auch nur virtuell.

Der Blick schweift über das Vorfeld des Stuttgarter Flughafens. Direkt voraus befindet sich die Landebahn 07. Es herrscht herrliches Wetter, nur einige Wolken schweben am Himmel. Dann kommt die Ansage: "Ready for takeoff." Also los, die Schubhebel mit einer Hand nach vorne drücken, die andere Hand fest am Steuerhorn. Doch was ist das? Das Flugzeug bleibt nicht auf der Runway, es bricht nach rechts aus und brettert völlig außer Kontrolle über das Flughafengelände.

"Hoppla" ruft Simon Klein auf dem Sitz des Co-Piloten und drückt ein paar Knöpfe. Die Boeing 777-300 steht daraufhin wieder auf ihrer Ausgangsposition. Glücklicherweise geschieht dieser katastrophale Start nicht in der realen Welt, sondern in einem Simulator. Ein Simulator, den alle ausprobieren können, ganz egal wie alt oder flugerfahren man ist.

Jeder Schalter kann bedient werden

Beim B 777 Flugsimulator handelt es sich um eine 1:1-Replik des größten zweistrahligen Verkehrsflugzeugs der Welt – die Triple Seven. Jeder Schalter, jeder Hebel ist exakt nachgestellt und kann bedient werden – vom Schubhebel über den Autopiloten, ja bis hin zum Scheibenwischer. Letzterer kann über einen kleinen Schalter an der Decke des Cockpits eingeschaltet werden.

Derweil ist der zweite Startversuch geglückt: Die Nase der Boeing 777 neigt sich nach oben und der Langstreckenflieger steigt in den Stuttgarter Himmel. Simon kümmert sich um die richtige Geschwindigkeit, fährt die sogenannten Flaps (Landeklappen) und das Fahrwerk ein. Nun gibt er den Kurs vor: Mit einer Linkskurve geht es über die Landeshauptstadt, am rechten Bildrand erscheint der Neckar.

Plötzlich meldet sich eine Stimme mit energischem Ton, ein gelbes Warnlicht blinkt auf. Was ist denn jetzt los? "Wir fliegen die Kurve etwas zu eng", erklärt Simon. Die Maschine würde diesen steilen Winkel zwar verkraften, aber die Passagiere hätten jetzt wohl ihrem Nachbarn den Tomatensaft ins Gesicht gekippt. Zum Glück ist alles nur Simulation.

Simon Klein war bis vor Kurzem Flugschüler an der Aero Beta Flugschule am Stuttgarter Airport. Nun bewirbt er sich bei den Airlines, um künftig die echten Jets quer durch die Welt zu fliegen. Zusammen mit anderen Flugschülern betreut er den Simulator. Jeder, der sich am Cockpit ausprobieren möchte, erhält bevor es losgeht eine kurze Einweisung über die wichtigsten Systeme. Auch ohne jegliches Vorwissen kann man hier erfolgreiche Flüge absolvieren. "Ich bin doch immer wieder überrascht, wie gut die Leute das Ganze hier meistern", berichtet der 23-Jährige.

Nun wird es ernst im Cockpit, die Anspannung steigt. Die Boeing 777 befindet sich im Endanflug auf Stuttgart. Simon unterstützt, indem er die Klappen und das Fahrwerk bedient. Je näher der Flughafen kommt, desto hektischer wird es. Hier und da muss korrigiert werden. Die Landebahn kommt immer näher. "Jetzt ruhig bleiben", sagt Simon. Und dann tatsächlich: Die in echt rund 200 Tonnen schwere Boeing setzt – butterweich wäre gelogen – auf der Landebahn auf. Simon aktiviert die Bremsen sowie den Umkehrschub, und der Flieger kommt zum Stehen.

Ausgebildete Piloten stehen einem zur Seite

Dass der Simulator wirklich für jeden gedacht ist, betont auch Hannes Braitmaier: "Wir wollen hier keine Piloten ausbilden, sondern allen Interessierten den Spaß am Fliegen übermitteln", erklärt er. Braitmaier ist Airbus-Kapitän sowie Fluglehrer und betreibt den Simulator in Rottenburg. Das hochkomplexe Gerät ermöglicht Flüge bei Tag oder Nacht, auf jedem Kontinent und bei jedem Wetter. Selbst im Tiefflug unter der Golden Gate Bridge in San Francisco durchzufliegen ist hier möglich.

Die virtuelle Boeing ist nach dem kühnen Tiefflugmanöver auf dem internationalen Flughafen der US-Metropole an der Westküste aufgesetzt. Doch schon geht es weiter: Simon drückt an seinem Pult wieder einige Knöpfe und die 777 steht plötzlich auf einer der vielen Landebahnen in Los Angeles, diesmal bei Nacht. Nach dem Start geht es auf die Suche nach dem bekannten Hollywood-Schriftzug, doch leider reicht die Zeit nicht mehr für einen virtuellen Blick auf den Touristen-Hotspot.

Die nächste Gruppe steht nämlich schon bereit, um sich als Kapitän eines Passagierjets auszuprobieren. Nach einer kurzen Einweisung steigt die Boeing 777 einmal mehr in den virtuellen Himmel über Stuttgart.

Weitere Informationen: www.simulatorfliegen.eu

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