Helmut Burger Archiv-Foto: Ranft Foto: Schwarzwälder Bote

Nachruf: Helmut Burger aus Ergenzingen ist im Alter von 92 Jahren gestorben / Beerdigung am 31. Mai

Rottenburg-Ergenzingen. Der in Ergenzingen und der näheren Umgebung allseits geschätzte Bürger Helmut Burger ist tot. Nach einem Sturz vor einigen Wochen war ihm eine vollständige Erholung nicht mehr gegönnt. Er ist am Samstag Zuhause im Alter von 92 Jahren im Kreise seiner Familie sanft entschlafen.

Der Name Burger sei abgeleitet von "Burgherr", sagte er, dem oft der Schelm im Nacken saß, anlässlich seines 90. Geburtstages, den er noch rüstig und bei guter Gesundheit feiern durfte. In der Tat, Burger kam zwar 1928 nicht auf einer Burg, aber immerhin im Bonndorfer Schloss zur Welt.

Darin sind auch die bekannten "Schlossnarrenstuben" beheimatet, die Auszüge aus der schwäbisch-alemannischen Fasnet bis heute im Miniformat präsentieren. Dass Burger schon damals das "Narr sein", welches er in seiner ureigenen Art verkörperte, in die Wiege gelegt wurde, liegt nahe. Jedenfalls trug er von Kind auf das Narrengewandt der Bonndorfer "Pflummaschlucker".

Der Verstorbene war schon von früher Kindheit auf viel unterwegs. Sein Vater, ein Finanzbeamter, der nicht in der Partei war, wurde zunächst von Villingen nach Bruchsal versetzt, von dort dann nach Stockach. In diesen Orten besuchte Helmut Burger auch die Volksschule. 1937 trat er als Neunjähriger dem Stockacher Narrengericht um Hans Kuony bei, machte seinen Schulabschluss und absolvierte eine Lehre zum Maschinenschlosser.

In Kriegsgefangenschaft

Als 17-Jähriger wurde Burger im Januar 1945 zum Wehrdienst nach Landsberg am Lech eingezogen. Drei Monate später geriet er dann zunächst in die französische, dann in die amerikanische Gefangenschaft. Die "Amis" verfrachteten ihn dann in ein Lager nach Cherbourg. Nach einem dreiviertel Jahr wurde er von dort nach Tuttlingen geschickt und entlassen.

1947 machte Burger seine Gesellenprüfung nach und ein Jahr später wurde er vom "grobgünstigen Stockemer Narrengericht zum Laufnarren geschlagen. Beruflich verdingte er sich danach bei mehreren Firmen in der Region, unter anderem auch bei Brüninghaus in Horb und legte 1959 seine Meisterprüfung als Maschinenschlosser erfolgreich ab.

Zwischenzeitlich lernte er seine spätere Gattin Antonie Grammer kennen, die er im Juni 1961 ehelichte. 1966 folgte dann der Einzug ins schmucke Eigenheim im Wolfenhauser Weg und 1967 kam Tochter Christa zur Welt. Beruflich war Burger einige Zeit im örtlichen Autohaus Grammer, später bei Hüller Hille in Rottenburg tätig, bevor er im Mai 1991 in den Ruhestand ging.

Der im Gegensatz zu seiner Gattin damals reiselustige Rentner besuchte zusammen mit seiner Schwester Amerika und machte gerne Kurztrips, die ihn in namhafte Städte führten, und besuchte unter anderem auch mehr als 40 Musicals. 2011 durfte Burger mit seiner "Toni" noch goldene Hochzeit feiern. Letztere verstarb nach längerer Krankheit dann 2014. Seitdem regelte der Verstorbene, unterstützt durch seine Tochter, ihrem Ehemann und den beiden Enkeln seine Tagesabläufe selbst.

Ein Vereinsmensch

Burger war ein Vereinsmensch. Es gibt fast keinen Verein im Ort, in dem er nicht Mitglied war. Unvergessen sind seine Auftritte bei der Narrenzunft als "Drehorgelmann" und seine Ansage über Jahre hinweg. Seine "Stockemer" Laufnarrenkappe trug er bei allen Fastnachtsveranstaltungen mit Stolz. Beim Turn- und Sportverein war er Ehrenmitglied, bis zum 75. Lebensjahr aktiver Volleyballer und einige Zeit auch deren Abteilungsleiter. Große Verdienste und die Ehrenmitgliedschaft erwarb er sich auch beim ADAC-Ortsclub, dessen Mitgründer und Vorsitzender (1974 bis 1983) er war. Aber auch als Schriftführer, Schatzmeister und Beisitzer diente er diesem Verein. Das Land honorierte Burgers selbstloses Wirken mit der Landesehrennadel. Über viele Jahre hinweg organisierte er auch die Treffen des Ergenzinger Doppeljahrganges 1927/28, aber auch das seiner Stockacher Jahrgänger, zu denen ihn seine Tochter Christa bis 2019 chauffierte. Der Verstorbene hat sich um seinen Heimatort und auch darüber hinaus verdient gemacht.

Die Beerdigung von Helmut Burger findet verbunden mit einem Trauergottesdienst am 31. Mai um 14 Uhr auf dem Ergenzinger Friedhof statt. Wer ihn auf seinem letzten Weg begleiten möchte, muss sich aus Pandemiegründen unter der Telefonnummer 0173/9278719 anmelden.

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