Die Ergenzinger Narren waren am Fasnetssamstag mit ihren fahrbaren Wurstwagen im Ort unterwegs. Foto: Schwarzwälder Bote

Fasnet: Die vergangenen 30 Jahre der Programmabende gezeigt / Narren sind mit dem Wurstwagen im Ort unterwegs

"Die Fasnet ist tot, es lebe die Fasnet", so oder ähnlich könnte man das umschreiben was in den tollen Tagen der Narretei in "Klein-Paris" über die Bühne ging.

Rottenburg-Ergenzingen. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat Zwei, dürften sich die Ergenzinger Narren gedacht haben, als sie am Fasnetssamstag mit ihren fahrbaren Wurstwagen im Ort unterwegs waren. Abnehmer für die „heißen Roten“ gab es genügend und da zur Fasnet auch kulinarische Genüsse gehören, waren die Wurstwagen eine willkommene Abwechslung in der ansonsten überwiegend digitalen Narretei.

Und es war in der Tat nicht gerade wenig, was da in überwiegend digitaler Form über Handys, Laptops und sonstige Mattscheiben flimmerte und das alles unter der Regie eines neuen Vorstand-Duos und Brauchtumsmeisters. Die Neuen, allen voran Zunftmeister Lukas Schäfer, Vize Achim Kittel und der für das Brauchtum zuständige Frank Marks mussten sich digital beweisen und das schafften sie Alles in Allem achtbar. So zeigte sich dann auch Vereinsboss Lukas Schäfer zufrieden, vor allem auch deshalb, weil er nach eigener Aussage tatkräftig unterstützt wurde und seine Narren an einem Strang gezogen haben.

Rathausschlüssel wird dieses Mal geklaut

Die digitale Fastnacht sorgte dann auch dafür, dass man völlig neue Wege ging. So wurde die Ortsvorsteherin am "schmotzigen Donnerstag" nicht ihres Amtes enthoben, sondern der Rathausschlüssel wurde geklaut und man übernahm im wahrsten Sinne des Wortes ein leeres Rathaus. Auch für die freitägliche "Fleggafasnet" wurde ein neues Kapitel geschrieben. Diese fand in vier Räumen statt, die mit dem Wohnungsinhaber und einem weiteren Narren besetzt waren. Von dort aus wurde dann die gute Stimmung mit viel Musik und Geschwätz verbreitet und da jeder diese Räume ausgewählt werden konnte, machten sich die "Fleggafasneter" einen Spaß daraus, in das digitale Getümmel einzusteigen und kräftig mitzumischen.

Freuen durften sich die Narren auch auf den Fasnetssamstag, an dem zwar die kulinarischen Genüsse aus der Zunftküche, die bislang immer vor dem Brauchtumsabend gereicht wurden fehlten, die dann aber durch einen Wurstwagen ersetzt wurden, der die Bevölkerung mit "heißen Roten" versorgte. 460 an der Zahl waren es, die allein an diesem Tag verkauft wurden.

Aktivitäten beziehen sich nicht nur auf Haupttage

Pünktlich ab 19.30 Uhr strahlte dann der Sender "Klein-Paris" über Youtube im Zeitraffer die vergangenen 30 Jahre der Programmabende aus und lag eigentlich mit dieser Maßnahme auch richtig. Was da dann eine gute Stunde lang an Ausschnitten geboten, von Stephanie Dambacher moderiert und von Dominik Weiß geschickt mit Vergangenheit und Gegenwart vermischt wurde, war schlicht und einfach gelungen. Schade war eigentlich nur, dass etliche Highlights infolge von Zeitmangel, aber auch 30 Jahre altem Bildmaterial nicht mehr gezeigt werden konnten.

Die fasnetlichen Aktivitäten bezogen sich aber nicht nur auf die Haupttage der Fastnacht. Die Fasnetszeitung "Fidelia", die sich in diesem Jahr überwiegend mit der Kommunalpolitik beschäftigte und Thomas Breuling, der mit seinem VW-Bus und einem Musikus auf der Rückbank, über die tollen Tage im ganzen Ort Fastnachtssimmung verbreitete, zählten ebenfalls mit zu den närrischen Attributen der Ergenzinger Fasnet. Natürlich sind die Narren bis zur Fasnetsverbrennung weiter am Ball.

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