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Rottenburg Empfehlung nach Tübingen: Baufasten wäre angebracht

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"Bruder Jörg" (links) las den versammelten Politikern gehörig die Leviten. Foto: Schwarzwälder-Bote

Rottenburg. Auch in diesem Jahr fand die beliebte Fastenpredigt im Bürgerhaus Rottenburg statt, der Saal war voll besetzt. Die Familie Teufel von der gleichnamigen Brauerei hatte eingeladen und sich als großzügiger und aufmerksamer Gastgeber gezeigt. 

Vor drei Jahren kamen Edmund Teufel und sein Team auf die Idee, etwas ähnliches wie in München anzubieten – dort wird beim "Derblecken" den Politikern der Kopf gewaschen. In Zusammenarbeit mit Reinhard Kilian, Michael Schimek und Willibald Ruscheinski wurde ein teuflisch gutes Programm erarbeitet.  

Wie es der Brauch ist, wurde mit Gaisburger Marsch, Brezeln und Bier begonnen. Die ohnehin gut gelaunten Gäste waren nun offen für das Programm.  

In seiner Begrüßungsrede wies Paul Teufel, Juniorchef der Biermanufaktur, auf Folgendes hin: "Flüssiges bricht das Fasten nicht". Ein Zitat aus der guten alten Zeit, heute so sinnig wie damals. Er und seine Familie freuten sich darüber, ein Stück Kultur aufleben zu lassen.  

Wild Voices eröffnen mit "Wir im Süden"

Die Gruppe Wild Voices trat anschließend in Aktion. Mit ihrem gesungenen Rezept für Linsen und Spätzle hatten sie die Herzen der Anwesenden im Sturm erobert. Zu wahren Lachsalven führte ihr Lied "Wir im Süden", es folgten "Heiße Liebe", "Helden im wilden Westen", "Schwarz oder Weiss" und "Suleimann". Stürmisch wurde eine Zugabe gefordert. Die kam mit dem Titel "Altes Fieber". Das Publikum sang aus vollem Hals begeistert mit, der Applaus wollte kein Ende nehmen.  

Eigentlich sollte die parlamentarische Staatssekretärin, Annette Widmann-Mauz, das Fass anstechen. Sie steckte jedoch in Berlin fest, was zu der Äußerung von Reinhard Kilian führte: "Jetzt sieht man deutlich, dass der Flugplatz noch nicht fertig ist".

Oberbürgermeister Stephan Neher übernahm das Amt für sie und hatte nach drei gekonnten Schlägen das Fass angestochen, Paul Teufel assistierte. Nach dem Tusch spielten die Steinlach Stompers "Ein Freund, ein guter Freund" mit hervorragendem Dixieland-Sound.

Nun kam der Höhepunkt: "Bruder Jörg", alias Jörg Beirer, betrat im Mönchsgewand den Saal. Wer ihn einmal erlebt hat, kennt seine Grundeinstellung: "Wenn de nix woisch, kosch denka, wa de witt. An Vorteil hosch, wenn da beim Schwätze au no denksch. Aber no kos sei, s’ Schwätze trialt so ane, wia beim Minischterpräsident".

Er schickte ein herzliches Willkommen vom Confrater Jörg von der Communio concordia confrates, der Bruderschaft der barmherzigen Trinker, in den Saal. Er hatte sehr viele Ideen, auf was man alles verzichten könnte, vor allem in der Politik.  

Über die Tübinger Baupläne hatte er so seine Ansichten: Man dürfe nur bauen, wenn alles gleich aussehe, zum Beispiel am früheren Güterbahnhof neben den Gleisen. Die Häuser würden nur eingesetzt, es seien Schachteln mit Löcher, ohne Parkplätze, denn man solle ja Radfahren. Wenn man nur so einen Käse baue, solle man besser "Bau-fasten", so seine Empfehlung.

Es gibt Wahlen und Miss-Wahlen

Günther Oettinger, schwäbischer EU-Kommissar in Brüssel, bekam ebenfalls sein Fett weg, vor allem wegen seiner Englischkenntnisse und einiger "Fehlaussagen". Klaus Tappeser wurde nicht vergessen, es habe Wahlen und Miss-Wahlen gegeben.

Was gäbe es für neue Attraktionen für Rottenburg? In der Rathauspolitik benenne die CDU ihr Programm "ABBA – Alles bleibt beim Alten, jetzt neu: Alles Bleibt Bissle Anders". Natürlich musste er über anwesenden Landrat Joachim Walter sticheln: "Die Holzbeugen stören in der Natur." Ja, wo solle man sie denn lagern? Vor dem Landratsamt? "Vorschriften kann jeder machen, aber da ist noch nichts geschafft", so Bruder Jörg. Er referierte über Autobahnen, Feinstaub, die Aktion "Gesunder Witz", die Geflügel- und Schweinepest, die Stallpflicht, den globalen Handel, die Europäische Union, Fußball, Verpackungen und vieles mehr.

Im gereimten, sauberen Schwäbisch traf er den Nerv der Anwesenden. Es gab viel zu lachen, aber auch zum Nachdenken. Mit dem Ausmarsch verabschiedete er sich, indem er die Gäste zum Mitsingen aufforderte. Das gelang hervorragend und endete mit einem Riesen-Applaus.  

Ein ringsum gelungener Abend, an dem es viel zu lachen gab und bei dem beste Laune herrschte. Die Familie Teufel wurde umringt von begeisterten Gästen. "Wenn es des nemme gäbe tät, tät ebbes fehle", so ein Gast.

 
 

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