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Rottenburg Ein Ort, der in dunkler Zeit Trost spendet

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Die Figuren des Weggentaler Kripples entsprechen zumeist der biblischen Tradition – obwohl sich die Zusammenstellung im Lauf der Jahre auch geändert hat und einzelne Charaktere, wie zum Beispiel ein Ritter, entfernt wurden. Foto: Schwarzwälder Bote

Das Weggentaler Kripple hat eine bewegte Geschichte. Es stammt aus dem Jahr 1850, wobei seine Anfänge im Jahr 1840 liegen. Seither hat es immer wieder Änderungen erfahren.

Rottenburg. Die Berühmtheit der Krippe ist nicht zuletzt auf das bekannte Gedicht "s’ Weggentaler Kripple" von Sebastian Blau alias Josef Eberle zurückzuführen. Mit diesem schönen Gedichtbändchen setzte Josef Eberle der wundervollen Barockkrippe im Weggental ein mittlerweile legendäres Denkmal. An jedem Weihnachtsfest stellt ein Krippenteam das Weggentaler Kripple und den alarmgesicherten Krippenberg auf – 150 Figuren und über 80 Tiere werden wunderbar arrangiert. Zur Tierschar gehören aber nicht nur Ochs und Esel an der Krippe oder die Schäfchen der Hirten. Auch ein Hund findet sich in der Krippenlandschaft, die aus einem mehrteiligen Krippenberg besteht. Zudem sind Bäumchen, Büsche und Blumen Teil der Krippe, die von 16 Tannenbäumen eingerahmt wird.

Dargestellt wird in der Krippe die Geburt Christi, dies mit prächtig gekleideten Figuren, einer großen Engelsschar und dem Gefolge der Heiligen Drei Könige. Ab dem Dreikönigstag wird auch der Besuch der Heiligen drei Könige an der Krippe dargestellt. Sie kommen mit Kamelen, und auch ein Elefant findet sich in der Gruppe der Könige. Zudem wird die Hochzeit zu Kana im Krippenbild gezeigt, und am 2. Februar dann die Darstellung Jesu im Tempel.

Das Weggentaler Kripple wird das Jahr über im Kloster Weggental verwahrt. Und im Sommer heißt es dann für das Krippenteam Figuren ausbessern oder Reparaturarbeiten am Krippenberg durchführen. Einen neuen Stall bekam das Weggentaler Kripple um 1900, im Laufe der Jahre gab es immer wieder Veränderungen. Der Berg ist dreistufig und wird schön geschmückt. Eine Schreinerei stellte den Unterbau aus verleimten Platten her, auf dem dann das gesamte Szenario mit dem himmlischen Jerusalem, den Engeln und den Figuren rund um das Kripple seinen Platz findet.

Auch ein Aussätziger steht an der Krippe, zudem Kinder und die Hirten. Ein Ritter, der auf den Kindermord in Jerusalem verweisen sollte, wurde jedoch wieder aus dem Krippenszenario entfernt. Früher wurde auch die Flucht der heiligen Familie nach Ägypten dargestellt, aber diese Szene ist nicht mehr zu sehen. Der Erlös aus den Spenden für die Krippe fließt in die Entwicklungshilfe.

Eine nickende Figur, die die Münzen und Scheine schlucken kann, ist vor allem bei den Kindern sehr beliebt. Ursprünglich wurde die Krippe im 19. Jahrhundert im bürgerlichen Auftrag von Leopold Lazaro für die Wirtsfamilie des Rottenburger Waldhorn geschaffen (1835/40) und 1850 der Kirche gestiftet. Doch auch durch die normalerweise zur Weihnachtszeit im Sülchgau-Museum und im Diözesanmuseum gezeigten Ausstellungen historischer und zeitgenössischer Krippen hat sich Rottenburg überregional den Ruf einer "Krippenstadt" erworben.

Dieses Jahr sind zur Weihnachtszeit aufgrund des Corona-Lockdowns die Museen geschlossen. Man kann aber das Weggentaler Kripple besichtigen. Dazu muss man freilich die Hygienemaßnahmen wie Maske, Desinfizieren der Hände und den üblichen Abstandsregelungen beachten.

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