Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Rottenburg Appell: "Moria darf sich nicht wiederholen"

Von
Eine Demonstrantin fordert, das Flüchtlingslager auf Lesbos zu evakuieren. Foto: Carstensen

Rottenburg - Als eine "Schande für die Europäische Union" wertet Ludwig Rudloff, Flüchtlingsbeauftragter der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Tatsache, dass es nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos bis heute keine Lösung für die Aufnahme aller betroffenen Migranten in der EU gibt.

Anlässlich des "Tags des Flüchtlings" am Freitag, 2. Oktober, verweist Rudloff darauf, dass die Geflüchteten ein Recht auf Leben, Humanität, Würde und auf ein ordentliches Asylverfahren haben. "Als Kirche können wir nicht die Augen verschließen, wenn Menschen in so katastrophalen Zuständen leben müssen", sagt er laut einer Pressemitteilung der Diözese. Darum habe er den offenen Brief von Flüchtlingsrat und Seebrücke an die Landesregierung mit unterzeichnet, in dem die schnelle Evakuierung und Schließung der Flüchtlingslager an Europas Außengrenzen gefordert werde.

Kritik an Dublin-Verfahren

In dem Zusammenhang kritisiert er, dass die EU-Kommission an den wesentlichen Grundsätze von Dublin III festhalten will. Dies obwohl die Verordnung, nach der derjenige EU-Staat für einen Asylantrag zuständig, auf dessen Boden der Schutzsuchende zuerst europäischen Boden betreten hat, in der Vergangenheit klar versagt habe.

Die Situation in Moria sei dabei schon lange bekannt gewesen. Die Caritas und mehrere Hilfsorganisationen hätten immer wieder auf die katastrophale Situation dort hingewiesen.

Rudloffs Kritik passt zu einer Stellungnahme, die Vertreter aus Bundes- und Kommunalpolitik, Zivilgesellschaft und Kirche zur Lage der Geflüchteten auf der Insel Lesbos am Mittwoch veröffentlicht haben. Darunter Rottenburgs Erster Bürgermeister Thomas Weigel.

Die Unterzeichner hätten das Flüchtlingslager Moria alle persönlich besucht und die lange vor den Bränden schon katastrophalen Zustände mit eigenen Augen gesehen, heißt es darin. "Wir sind uns einig: Moria darf sich nicht wiederholen." Die Schutzsuchenden müssten an andere Orte gebracht werden, wo humanitäre Mindeststandards erfüllt werden. Zudem fordern sie: "Die große Aufnahmebereitschaft von Bundesländern, Kommunen und Kirchengemeinden muss ernst genommen werden."

Darüber hinaus sollten neue "Diskussionsräume" geschaffen werden für die Debatte über die Aufnahme von Geflüchteten. Dabei sollten Stimmen vor Ort, etwa Geflüchtete und Vertreter der kommunalen Behörden in Griechenland, verstärkt berücksichtigt werden.

Artikel bewerten
6
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.