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Rottenburg Am Stammtisch geht es richtig rund

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Getreu dem Motto "Sehen und gesehen werden" findet der Waldhorn-Stammtisch im Sommer natürlich im Freien statt. Damit dürfte es aber wohl witterungsbedingt bald vorbei sein. Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Stammtische, die der Kommunikation dienen, an denen es lustig, manches Mal aber auch deftig zugeht – und an denen man stets das Neueste aus der Region erfährt, gibt es heutzutage nicht mehr allzu viele. Aber einer davon steht im Ergenzinger "Waldhorn".

Rottenburg-Ergenzingen. Das Gasthaus ist in der Regel am Dienstagnachmittag, am Freitagabend sowie am Samstag und Sonntagmorgen geöffnet. Allerdings hat Waldhornwirt Jürgen Buchele noch eine Sonderregelung: "Immer, wenn die Haustüre offen ist, ist auch die Wirtschaft offen." Diese Regel findet besonders im Sommer Beachtung, wenn die Gäste gemütlich vor dem Waldhorn sitzen können. Und diese Praxis hat sich auch bewährt.

Wenn nämlich der erste Gast Platz genommen hat, gesellen sich sofort andere dazu. Mittlerweile treffen sich die durchweg "älteren Semester" aber überwiegend dienstags und freitags. Die Gäste kommen nicht nur aus Ergenzingen, sondern aus dem gesamten Gäu. Daher wird dieser Stammtisch von Insidern auch "Gäu-Stammtisch" genannt.

Die Regel, dass am Stammtisch nur diejenigen sitzen dürfen, die man bereits zum "Waldhorn-Inventar" zählen könnte, ist längst außer Kraft. Woher die Gäste auch kommen, sie dürfen sich hier hinsetzen. Wer keinen Platz mehr am Tisch selbst bekommt, muss darauf hoffen, dass seine Stammtischbrüder eben näher zusammenrücken. Oder wie es auch praktiziert wird, in der zweite Reihe hocken.

Ärger habe es jedenfalls noch nie gegeben, denn schließlich würden sie ja alle auch irgendwie zusammengehören, meinen die Waldhornwirte Edelgard und Jürgen Buchele. Sie kennen ihre "Pappenheimer" und halten sie auch bei Laune. So gab es im vergangenen Jahr einen "Betriebs- und Stammtischausflug" nach Alpirsbach. Dort wurde der Brauerei ein Besuch abgestattet, der mit Freibier und einem Handvesper endete.

Die Wirtsleute wissen natürlich ganz genau um die Gepflogenheiten ihrer Kundschaft. Ein "Weizenbier ohne Gemüse" darf kein Reiskorn beinhalten, eine "Wasserhalbe" ist ein Radler sauer und ein "Schorle nicht ganz so fett" bedeutet, dass auch Sprudel, entweder süß oder sauer, mit im Glas sein darf. Natürlich findet man auch wahre "Kapazitäten" unter den Stammtischlern. Wie etwa Walter, der für seine kurzen, aber guten Witze bekannt ist. Oder auch der "Hausemer" Werner, der aus Wolfenhausen kommt und bei dem man den einen oder anderen Festmeter Holz auch am Stammtisch bestellen kann. Joschi, Günther und Edmund gehören der Ergenzinger "Bundesbahn-Connection" an. Ihnen wird nachgesagt, dass es seit ihrer Pensionierung mit der Bahn nur noch abwärts gehe.

Das Frotzeln gehört für die Stammtischbrüder natürlich auch dazu. Überwiegend schlecht weg kommt die "Große Politik". Da hat der Hailfinger Erich oft einen schweren Stand, wenn er überzeugend seine schwarze Gesinnung vertritt. Aber auch die Kommunalpolitik kommt nicht zu kurz, d a geht es schon mal zur Sache. Zumindest zwei Stammtischbrüder wurden schon einmal in ihren jeweiligen Heimatgemeinden aufgefordert, den Sitzungssaal zu verlassen, weil sie sich als Zuhörer in die Debatte des Ratsgremiums eingemischt hatten.

Solche Anekdoten sorgen natürlich immer wieder für viel Gelächter. Letztlich erinnern sich die Stammgäste ab und zu auch noch an den "Bodenseekarle", der durch die Konstanzer Fastnachtsübertragung vielen Zeitgenossen ein Begriff war. Als er beim Bau der Ergenzinger Turnhalle einmal gefragt wurde, was denn hier für ein großes Bauwerk entstehe, antwortete er schlagfertig: "Ein Irrenhaus für Ergenzingen, für Wolfenhausen wäre das nämlich zu klein."

"Lumpenliedle" werden vor allem dann gesungen, wenn "der Heinz aus Wolfenhausen" sein "Örgele" zur Hand nimmt. Traditionell ist auch die Wirtshausfasnet im Gasthaus Waldhorn ausgebucht. Seit gut 15 Jahren gibt es ein buntes Programm von örtlichen Akteuren. Da wurde von den Stammtischbrüdern auch ein "Betriebsratsvorsitzender" gewählt, der bestimmte, die Gaststätte fortan "Waldhorn – Erlebnis – Gastronomie GmbH und Co. KG" zu nennen. Denn: "Wer nicht bezahlt, der kann was erleben."

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