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Rottenburg Abschied soll auch eine Chance sein

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Das Lehrerkollegium der Carl-Joseph-Leiprecht-Schule hat sich von Schulleiter Thomas Müller mit kreativen Geschenken verabschiedet.Foto: Steinmetz Foto: Schwarzwälder Bote

Abschied nehmen hieß es für die Schüler. Denn der Leiter der Carl-Joseph-Leiprecht Schule, Thomas Müller, geht nach 20 Jahren in den Ruhestand.

R o ttenburg. "Er ist nett", sagt ein Junge. "Er passt auf die Schule auf", überlegt ein anderer. "Er hat graue Haare", heißt es von seinem Sitznachbarn. "Er ist ein bisschen alt", findet ein kleines Mädchen. Die Lehrer der Carl-Joseph-Leiprecht Schule haben die Grundschüler beim Spielen des Spieleklassikers "Wer bin ich?" aufgezeichnet. Die Person, die sie beschreiben, ist niemand anderes als Schulleiter Thomas Müller, der nun verabschiedet wurde.

Am Mittwoch fand der letzte Schultag statt und somit war in den Schulen der Zeitpunkt für Verabschiedungen gekommen. In der Grund- und Gemeinschaftsschule Carl-Joseph-Leiprecht hieß dies zum einen der Abschied von Susanne Ulmer, Elke Neumeyer und Christine Meier, die lange Jahre Lehrerinnen an der Schule waren. Mit humorvollen Fotopräsentationen, einem selbst geschriebenen Rap und einem lustigen Sketch wurden die drei herzlichst vom Kollegium verabschiedet.

Zwei Jahrzehnte geleitet

Zum anderen hieß es dem Mann Tschüss zu sagen, der die Schule zwei Jahrzehnte lang als Schulleiter geführt und sogar mehr als drei Jahrzehnte lang als Lehrer geprägt hat. "Eine Ära geht zu Ende", nennt es Karin Rigger-Jahn, Konrektorin der Schule. Stiftungsdirektor Harald Häupler denkt in seiner Rede daran zurück, was ihm in der Zeit mit Müller besonders gefallen hat: "Gespräche mit Ihnen finde ich immer bereichernd, vor allem, weil im Zweifelsfall nicht um den heißen Brei herumgeredet, sondern nach praktikablen Lösungen gesucht wird." Daraufhin überreicht er dem Rektor eine Urkunde für dessen verbrachte Zeit als Schulleiter.

Warme Worte

Auch der Schulamtsdirektor Roman Mangold findet warme Worte. Er geht selbst nach nun zwölf Jahren in den Ruhestand und sein Ehrenamt an Müller weitergeben. Ihm fällt eine Besonderheit auf, die Müller zwischen all den bisherigen Schulleitern herausstechen lässt. "Noch keiner, der an dieser Schule Rektor war, ist von dieser Schule aus ist Pension gegangen", stellt er fest. Thomas Müller sei der erste.

"Ich habe lange überlegt, welcher Begriff mit dir gleichzusetzen ist." Stiftungsvorstand Anke Riegger möchte Müllers besondere Persönlichkeit hervorheben. "Mir ist ›Idol‹ eingefallen", sagt sie. "Eine Person, der große Bewunderung entgegengebracht wird." Müller sei durch seinen starken Einsatz für die Eltern von diesen bewundert worden und sei bei den Schülern eine Respektsperson gewesen. Zudem beschreibt sie ihn als offen und seine Art als bereichernd.

Das Kollegium hat ihm ein Abschlusszeugnis nach Marchtalerplan ausgestellt und liest es laut vor. Sätze wie "Sehr gut kannst du dich im Schulhaus orientieren" und "Prima Thomas, weiter so" sorgen für Lacher im Publikum. Die Lehrer überreichen ihm einen Koffer gefüllt mit kleinen Geschenken sowie ein Portrait von Müller, das ein Mosaik bestehend aus unzähligen winzigen Portraits aller Schülern darstellt. Auch ein Videoclip im Nachrichtenmagazin-Stil wird gezeigt. In der "Sondersendung zur Verabschiedung" erfahren die Zuschauer, dass der Multifunktionsraum nun zum Thomas-Müller-Raum umbenannt wurde. "Jetzt macht ihr es mir ja doch noch ziemlich schwer", kommentiert Müller die kreativen Ehrungen seiner Kollegen. 33 Jahre lang hat er nun an dieser Schule gewirkt. "Was hat mich hier gehalten?" Es seien im Wesentlichen drei Gründe gewesen: "Die Freiheit zu gestalten und an Entwicklungen mitzuwirken. Der Marchtalerplan selbst, bei dem das Kind im Mittelpunkt steht und zur Verantwortung herausfordert wird. Aber ganz besonders die Beziehungen, die über all die Jahre gewachsen sind." Doch nun sei es Zeit, neue Wege zu gehen. Die alten Aufgaben würden ihm immer schwerer fallen, während die neuen Aufgaben als Stiftungsvorstand reizvoll erscheinen. Zum Schluss gibt er seiner Schule die Worte mit: "Mein Abschied soll als Chance verstanden werden. Eine Chance, sich von alten Sicherheiten zu verabschieden."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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