Diana Arnold Foto: Schwarzwälder Bote

Landtagswahl: Gemeinden sind anders zugeordnet als noch vor fünf Jahren / Lede Abal (Grüne) möchte seinen Sitz verteidigen

Zwischen Kandidaten aus 15 Parteien können sich die Menschen im Wahlkreis Tübingen bei der Landtagswahl am 14. März entscheiden. Daniel Lede Abal (Grüne), der den Wahlkreis 2016 gewann, tritt wieder an. Andere Kandidaten sind hingegen zum ersten Mal im Rennen um die Stimmen.

Kreis Tübingen. Die Landtagswahl am 14. März 2021 unterscheidet sich im Kreis Tübingen wesentlich von der Wahl vor fünf Jahren. Denn die Aufteilung der Wahlkreise hat sich geändert. Durften die Wähler in Hirrlingen und Starzach damals noch im Wahlkreis Tübingen abstimmen, sind sie jetzt dem Wahlkreis Balingen zugeordnet. Zum Wahlkreis 62 Tübingen gehören aktuell die Gemeinden Ammerbuch, Bodelshausen, Dettenhausen, Mössingen, Neustetten, Ofterdingen, Rottenburg und Tübingen.

Ein Überblick der Kandidaten aus den größten Parteien:

Diana Arnold (CDU), Jahrgang 1982, ist seit 2019 Gemeinderätin in Rottenburg, lebt im Stadtteil Oberndorf, wo sie seit 2014 Ortsvorsteherin ist. Bei dieser Wahl tritt die Polizeibeamtin für die CDU in die Fußstapfen von Klaus Tappeser, der 2016 23,8 Prozent der Stimmen holte. Arnold ist in Tübingen geboren und in Rottenburg-Oberndorf aufgewachsen. Ihren Realschul-Abschluss hat sie an der katholischen Mädchenrealschule St. Klara in Rottenburg absolviert, anschließend machte sie das Abitur am Wilhelm-Schickard-Gymnasium in Tübingen. Seit 2009 ist sie hauptberuflich für die Polizei Tübingen im Einsatz. Arnold ist verheiratet und hat drei Kinder.

Claudia Haydt (Linke), Jahrgang 1966, tritt für die Linke im Wahlkreis Tübingen an. Die Tübinger Soziologin arbeitet als Landesgeschäftsführerin der Linken in Baden-Württemberg, sie ist Vorstandsmitglied der Europäischen Linke und Mitglied im Parteivorstand. Sie war bereits Gemeinderätin und Kreisrätin in Tübingen, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Landtags- und Bundestagsabgeordneten. Aktiv ist sie nach Angaben ihres Kreisverbands auch in der Friedensbewegung, seit vielen Jahren ist sie Vorstandsmitglied der Informationsstelle Militarisierung in Tübingen. Ihre Motivation, für den Landtag zu kandidieren beschreibt sie so: "Gesundheits- und Klimaschutz sind wichtiger als die Interessen der Konzerne. Die Linke setzt sich seit ihrer Gründung ein für ein starkes solidarisches Gemeinwesen. Für mich als frühere Kommunalpolitikerin und langjährige Dozentin für Sozialarbeit ist es schmerzlich, dass diese Stimme für soziale Gerechtigkeit bisher im baden-württembergischen Landtag fehlt." Sie wolle im Landtag eine Lobby sein für soziale, ökologische, antirassistische und friedliche Politik.

Irene Schuster (FDP), ursprünglich aus Weingarten, bezeichnet seit 13 Jahren Tübingen als ihre Wahlheimat. Sie studierte Geschichte, Französisch, Kunstgeschichte in Tübingen und Toulouse. Die Lehrerin bezeichnet das Zitat "Bildung ist Bürgerrecht" von Ralf Dahrendorf als Leitsatz in ihrem Beruf. In ihrer Vorstellung als Landtagskandidatin für die FDP schreibt sie: "Mir ist der stiefmütterliche Umgang mit frühkindlicher Bildung ein Dorn im Auge. Wenn wir für Chancengerechtigkeit einstehen, so müssen wir bereits vor der Schule das Fundament dafür legen. Bildung ist die wertvollste Ressource, die wir haben. Daher soll Baden-Württemberg wieder Spitze werden." Sie fordert mehr Autonomie für die Schulen, die Senkung des Klassenteilers, einen digitalen Hausmeister zur Entlastung des pädagogischen Personals und eine Qualitätsoffensive.

Politisch ist sie Landes- und Bundesvorsitzende der Liberalen Vielfalt und Programmmanagerin bei der Reinhold-Maier-Stiftung.

Dorothea Kliche-Behnke (SPD) holte schon bei der vergangenen Landtagswahl 12,6 Prozent der Stimmen im Wahlkreis Tübingen für die SPD. Kliche-Behnke ist 1981 geboren, verheiratet und hat drei Kinder. Sie lebt in Tübingen. Beruflich ist sie stellvertretende Landesvorsitzende der SPD Baden-Baden-Württemberg und Referentin der Geschäftsführung bei dem Handelsunternehmen für Fahrradkomponenten Paul Lange. In Tübingen ist sie ehrenamtliche Stellvertreterin des Oberbürgermeisters, aktiv im Integrationsrat, im Aufsichtsrat der Altenhilfe Tübingen und im Aufsichtsrat der Stadtwerke.

Als aktueller Wahlkreisabgeordneter möchte Daniel Lede Abal (Grüne) seinen Platz im Landtag verteidigen. Er ist schon seit 2011 Mitglied des Landtags. 2016 holte er 37,7 Prozent der Stimmen im Wahlkreis Tübingen. Geboren ist er 1976 in Stuttgart als Sohn eines spanischen Vaters und einer deutschen Mutter. Seit 1996 wohnt er in Tübingen, zunächst als Studierender auf Lehramt, dann als Angestellter und Geschäftsführer einer Tübinger Weinhandlung.

In der aktuellen Wahlperiode ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Mitglied des Präsidiums im Landtag. Darüber hinaus ist er Sprecher für Migration und Integration der Fraktion sowie Mitglied im Ausschuss für Soziales und Integration, im Ausschuss für Inneres, Digitalisierung und Migration und im Ausschuss für Verkehr.

Für die AfD in den Wahlkreisen Tübingen und Reutlingen tritt Ingo Reetzke an. Er ist Fraktionsvorsitzender der AfD im Kreistag Reutlingen, Mitglied des Gemeinderats Reutlingen und stellvertretender Vorsitzender der AfD Reutlingen. Beruflich ist Reetzke seit 1999 als selbstständiger Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Zivil-, Verwaltungs- und Strafrecht in Reutlingen tätig. Zuvor war er von 1993 bis 1998 Parlamentarischer Berater im wissenschaftlichen Dienst der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag in Dresden. Zeitweise arbeitete er nach eigenen Angaben als wissenschaftlicher Mitarbeiter verschiedener Bundestagsabgeordneten der AfD. Über seine Motivation, zur Landtagswahl für die AfD anzutreten schreibt er auf seiner Homepage: "In den letzten Jahren hat sich Baden-Württemberg verändert. Die regierende grün-schwarze Koalition hat ihre Spuren hinterlassen. In der Sicherheitspolitik, im Gesundheitswesen, in der Verkehrspolitik und in der Energiepolitik, um nur einige wesentliche Punkte zu nennen. Ich bin überzeugt, dass diese Veränderungen größtenteils nur negativ waren und es Zeit für eine alternative Politik ist."

Der Kreiswahlausschuss hat die Wahlvorschläge von insgesamt 15 Parteien im Wahlkreis Tübingen zugelassen. Ein Überblick über die Kandidaten der kleineren Parteien für die Landtagswahl am 14. März:

Freie Wähler Andreas Weber, Angestellter aus Ammerbuch Ökologisch-Demokratische Partei / Familie und Umwelt (ÖDP) Cornelius Schultka, Physiotherapeut aus Tübingen

Volt Deutschland (Volt) Jonas Steinwender, Student der Nano-Science aus Tübingen

Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI) Paul-Jonas Bölzle, Student aus Tübingen

Demokratie in Bewegung (DiB)

Stefan Klepp, Physiker aus Tübingen

Klimaliste Baden-Württemberg (KlimalisteBW) Tanja Leinweber, Ingenieurin La ndschaftsplanung aus Kirchentellinsfurt

Basisdemokratische Partei Deutschland (dieBasis) Felix Eckerle, Unternehmer aus Radolfzell am Bodensee

  Partei der Humanisten (Die Humanisten)

Alexander Mönch, Lehrer aus Tübingen

 Partei Wir2020 (W2020) Christoph Hueck, Biologe, Dozent aus Tübingen