Jedes Jahr eine kulturelle Sternstunde für tausende Besucher: die Kulturnacht. Doch deren Fortbestand ist längst nicht für jeden sinnvoll. (Archivbild) Foto: Kienzler

Nur sechs Besucher pro Tag bei hohen Kosten: Die Galerie steht zur Debatte. Während die AfD schließen und die Kulturnacht abschaffen will, ringt der Rat um Lösungen.

Lange Zeit sei die Städtische Galerie in Schwenningen quasi „unantastbar“ gewesen, so der CDU-Sprecher Dirk Sautter. Vor allem angesichts der derzeitigen Lage ging das den Christdemokraten deutlich zu weit.

 

Schließen wolle die Fraktion die Galerie nicht, aber den Gürtel viel enger zurren – eine Reduzierung der Betriebskosten für 2026 und 2027 steht nun als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung im Raum – dem, so die CDU, könne man zustimmen.

Grünen-Stadträtin Ulrike Merkle findet es ungerecht, dass Einsparungen „immer auf den Schultern der Galerie“ getragen werden müssen. „Die Galerie stand immer auf der Abschussliste.“

AfD: „Es lohnt sich nicht“

Für Birgitta Schäfer (SPD) kam eine Schließung der Galerie „zu keiner Zeit“ in Betracht. Für Dieter Gellhorn von der AfD sieht das ganz anders aus: „Es lohnt nicht“, er sei selbst oft in den Ausstellungen dort gewesen, allerdings bei wenig Gesellschaft. Wer wirklich kunstinteressiert sei, der komme in dieser Region sehr wohl auf seine Kosten, auch ohne die Städtische Galerie in Schwenningen.

Friedrich Bettecken (CDU) führte die geringen Besucherzahlen vor Augen – gerade einmal sechs Besucher kämen täglich in die Galerie, und das, obwohl es keinen Eintritt koste. Wenn man für so eine Einrichtung 750 000 Euro ausgebe, dann sei es durchaus legitim die Ausgabe in Frage zu stellen.

„Wir haben ja jetzt auch gesagt, wir wollen die Galerie nicht schließen“, aber eben markant Geld einsparen. Dem stimmte man nun mehrheitlich zu – gespart werden sollen mindestens 50 000 Euro dieses und 100 000 Euro im Folgejahr, zudem will man eine Projektgruppe gründen, die am Galeriekonzept arbeitet.

Grüne sind für kleinere Variante

Ein weiteres Kulturjuwel Schwenningens, die Kulturnacht, stand ebenfalls zur Debatte. Die AfD wollte sie komplett einstellen – ein Vorschlag, dem das Gremium jedoch nicht folgte. Die Grünen hingegen wollten statt der riesigen Kulturnacht im Zweijahresturnus eine kleine, jährliche „Nacht der Kulturen“ als Vereinsfest veranstalten – eine Gelegenheit für die Schwenninger Kultur-Vereine, sich zu präsentieren, für sich zu werben und auch ihre Vereinskasse mit dem Verkauf von Essen und Trinken aufzubessern – der Antrag scheiterte.

Und eine ganz neue Variante, die Michael Steiger von der FDP ins Spiel brachte, wurde gar nicht erst weiterverfolgt: „Wir machen die Kulturnacht alle zwei Jahre, aber dafür zweitägig – wir fangen am Freitagabend an.“ Der Aufwand wäre gleich hoch wie eintägig und die Möglichkeit, mit der Bewirtung Geld zu verdienen, sei größer, so Steiger. Somit wird die Kulturnacht wohl, wie zuletzt geplant, in ihrer bisherigen Form, allerdings nur alle zwei Jahre stattfinden.