Die Mitglieder der Helfer-vor-Ort-Gruppe sind meist die ersten Retter an der Einsatzstelle, bevor der hauptberufliche Rettungsdienst kommt. Foto: Rolf Rombach

Das Rote Kreuz Grenzach-Wyhlen/Inzlingen hadert mit den Bauproblemen seiner Garage. Bis zu 370 Stunden leisteten die 29 Mitglieder ihren Dienst am Nächsten.

Im Schnitt 100 ehrenamtliche Stunden brachten die Rot-kreuz-Helfer des DRK Grenzach-Wyhlen/Inzlingen im vergangenen Jahr zu Buche. Darüber informierte Bereitschaftsleiterin Melanie Grauli in ihrem Rückblick bei der Mitgliederversammlung am Freitag – dem Welt-Rotkreuz-Tag – des Ortsvereins. Dabei sind auch verdiente Mitglieder geehrt worden (wir berichten noch).

 

Bis zu 370 Stunden leisteten die 29 Mitglieder ihren Dienst am Nächsten. Vielseitig präsentierte sich die Abteilung Sozialarbeit, wie Leiterin Dagmar Wagner berichtete.

Zwei Dinge bereiten dem DRK Sorgen, wie der Vorsitzende Uwe Grauli ausführte: man könne weiterhin keine Leitung für das Jugendrotkreuz finden. Zudem laufen die Kosten für die Garage an der Scheffelstraße aus dem Ruder und die Fertigstellung bleibe in weiter Ferne. Die Baufirma hatte Konkurs angemeldet, später wurden Mängel bei den Arbeiten festgestellt. Diese müssten nun durch massive Mehrkosten korrigiert werden. Wie Grauli und Schatzmeister Stephan Bottler berichteten, kalkuliere man inzwischen mit rund 410.000 Euro und damit mindestens 62.000 Euro über Plan.

Neben zahlreichen Aus- und Fortbildungsstunden hatten die Ehrenamtlichen 2025 zahlreiche Einsätze zu meistern: 141 mal waren die Helfer vor Ort in der Gemeinde gefragt, 43 mal bei Hausnotruf-Einsätzen. Drei Alarmierungen zu Großschadenslagen erforderten die Besetzung des Gerätewagens Sanität, unter anderem beim Busunfall in Weil am Rhein. Ein Anstieg bei Versorgungen im Schwimmbaddienst sei in der wachsenden Hilflosigkeit der Bürger verortet, wie Melanie Grauli erklärte. Trotz des Umzugs ins Haus der Begegnung verliefen die Blutspendetermine erfolgreich, wenngleich der Aufwand höher sei.

Angebot für Senioren

Neue Ideen bringt Sozialdienstleiterin Dagmar Wagner ein. Nach der Gründung einer Theatergruppe und Hawaiianischen Hula-Tanzkursen steht für den 1. Juli die Pilotveranstaltung Tango-Café an, um 14 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Grenzach.

Weiterhin gibt es Angebote im Bereich Seniorentanz, Gedächtnistraining sowie Seniorengymnastik in Grenzach, Wyhlen und Inzlingen. Vor allem für Inzlingen werden neue Übungsleiter gesucht, da Veronika Hildebrand, die Gründerin des Gymnastik-Angebots, ihren Rückzug angekündigt hat. „Die Sozialarbeit ist einzigartig in der Breite des Angebots“, lobte Christian Blum vom DRK-Kreisverband. Dem schloss sich auch Inzlingens Bürgermeister Marco Muchenberger an, der das vielseitige Engagement betonte: „Die Fasnacht oder das Weihefest wären nicht möglich ohne euch.“

Garage belastet Bilanz

Durch Sanitätsdienste, Blutspenden und Teilnahmegebühren aus der Seniorenarbeit konnten die Ausgaben für Fortbildungen gedeckt werden. Daraus finanziert wurde auch neue Einsatzkleidung für die Ehrenamtlichen. Mitgliedsbeiträge, Spenden sowie der Erlös der Haus- und Straßensammlung fließen dem Garagenneubau zu, mit dem das DRK sich von vier auf einen Standort konzentrieren will.