Blutspenden in Laufen hat viele Vorteile: Leben retten, Ortsverein unterstützen und Pizza essen. Doch der Blutspendedienst muss sich um Nachwuchs bemühen.
Ich gehe regelmäßig zur Blutspende, weil ich einfach helfen will.“ Das sagt Blutspenderin Zdena Beck unserer Redaktion, als sie beim jüngsten Blutspendetermin des DRK Laufen-Lautlingen in der Laufener Festhalle auf ihre Blutentnahme wartet. Sie wird an diesem Freitagnachmittag bereits zum 74. Mal eine Blutspende abgeben. Würden es mehr solch treue Spender geben, hätte der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen wohl keine Sorge vor Engpässen an Blutkonserven.
Gerade zu Beginn des Jahres rund um die Feiertage hatte es einen solchen Mangel an Blutkonserven gegeben. Die Lage habe sich inzwischen wieder gebessert, „die Lager konnten gefüllt werden“, informiert Tanja Dräger, Referentin Spendengewinnung und Spenderbindung beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen. Dennoch betont sie: „Genug Blutspender gibt es nie. Nach wie vor zählt jede Spende.“
Dräger ist in ihrer Funktion unter anderem für den Zollernalbkreis zuständig. Wie in vielen Teilen der Republik fehlt es auch rund um Albstadt, Balingen und Hechingen an Blutspendernachwuchs. „Der demografische Wandel ist problematisch“, betont Tanja Dräger. Der Blutspendedienst initiiere daher gezielt Kampagnen, um junge Menschen anzusprechen. „Leben retten hat Style“ heißt die jüngste Kampagne mit prominenten Gesichtern wie Sänger Wincent Weiss und Sportmoderatorin Lea Wagner.
Denn klar ist: „Der Bedarf an Blutspenden bleibt gleich hoch“, führt Dräger weiter aus. In Baden-Württemberg und Hessen werden daher jährlich rund 5000 Blutspendeaktionen mit circa 650 000 Spenden organisiert. Der Hauptbestandteil der Konserven werde für die Behandlung von Krebspatienten, von Magen- und Darm- sowie Herzerkrankungen verwendet.
Zehn bis 15 Ehrenamtliche kümmern sich um die Organisation
Für unverzichtbar erklärt Tanja Dräger die DRK-Ortsvereine, die die Blutspenden im Ehrenamt organisieren. Wie jüngst der DRK-Ortsverein Laufen-Lautlingen. Pro Jahr finden zwei Blutspendetermine in Laufen und zwei in Lautlingen statt, wie Maximilian Kappe, stellvertretender Leiter im Bereitschaftsdienst, mitteilt. Zehn bis 15 Ehrenamtliche des Ortsvereins kümmern sich jeweils um Aufbau, Verpflegung und Unterstützung bei der Blutentnahme.
Für DRK-Ortsvereine sind Blutspendetermine auch aus finanziellen Gründen wichtig: „Nach dem Wegfall der Altkleidersammlung im Kreis ist das unsere Haupteinnahmequelle“, betont Kappe. Das Geld sei wiederum nötig, um es in Ausrüstung – eine Einsatzjacke koste allein rund 250 Euro – sowie in die Ausbildung der Rettungskräfte investieren zu können. Dazu steht speziell beim DRK Laufen-Lautlingen derzeit ein weiteres Großprojekt an. Für die Fahrzeuge für den Bevölkerungsschutz werden bei der Festhalle Laufen zwei Garagen neu gebaut. Eine Unterstellmöglichkeit für die Fahrzeuge sei insbesondere im Winter wichtig, um ein schnelles Ausrücken zu gewährleisten.
Pizzaofen wird angeheizt
„Daher sind wir auf die Blutspenden angewiesen und freuen uns über jeden Spender“, erklärt Kappe die Hintergründe. Pro Termin kommen in Laufen rund 100 Spenderinnen und Spender. „Wir haben viele Stammspender, immer wieder auch Erstspender.“ Letztere seien jedoch häufig selbst Angehörige des Ortsvereins. Dass Blutspenden wichtig sei, werde bereits im Jugendrotkreuz vermittelt, erläutert Maximilian Kappe.
Der Zollernalbkreis sei durch die vielen Blutspende-Aktionen gut abgedeckt, sagt Tanja Dräger. Besonders hilfreich sei aber gerade ein solcher DRK-Ortsverein wie jener in Laufen und Lautlingen. Im Eyachtal würden Blutspendetermine nämlich bewusst auch auf Brückentage gelegt. „Da sind Blutkonserven besonders gefragt.“ Denn: Die Blutplättchen, im Fachjargon Thrombozyten, sind nur vier Tage haltbar und werden durchgängig gebraucht. Feiertage kann sich der Blutspendedienst daher nicht erlauben. Bei den weiteren Blutbestandteilen drängt die Zeit weniger. Die roten Blutkörperchen sind bis zu 42 Tage, das Blutplasma ist gefroren bis zu zwei Jahre haltbar.
Fragt man die Spender vor Ort, wird als Motivation zumeist die Hilfe am Nächsten genannt. Eine weitere Dame sagt zudem, dass sie selbst Blut spende seit sie 18 Jahre alt ist. Auf 75 Blutspenden wolle sie es in ihrem Leben auf alle Fälle schaffen. An anderer Stelle ist zu hören, dass Blut spenden auch dem eigenen Körper gut tue, da durch die Blutentnahme neues Blut nachgebildet werden müsse. Und natürlich sei die kostenlose Verpflegung nach der Spende auch ein Anreiz.
Diese Verpflegung ist in Laufen indes eine Besonderheit. Für die Blutspender wird dort der eigene Pizzaofen angeheizt. Der Teig dazu wird von der örtlichen Pizzeria Sardegna geliefert.