Schlaf gab’s für Konrad Brantner an diesem Tag erst spät. Geduldig und humorvoll hat der Bäckermeister unsere Leser durch die Backstube in Hardt geführt und zig Fragen beantwortet.
Warum ein Sauerteig regelmäßig gepflegt werden muss, was eine „Fensterprobe“ mit Teig zu tun hat und worin sich schwäbische und bayrische Brezeln unterscheiden – das erfuhren die Teilnehmer bei einer exklusiven Backstubenführung beim Brantner Bäck in Hardt. Geschäftsführer Konrad Brantner und Produktionsleiter Robert Airich hatten dabei nicht nur jede Menge Fachwissen parat, sondern beantworteten auch geduldig die zahlreichen Fragen der rund 30 Gäste im Alter zwischen sechs und weit über 80 Jahren. Ein Beweis dafür, wie spannend die Herstellung von Brot, Brötchen und Brezeln sein kann.
Woher der Name kommt
Während die beiden Bäckermeister den Teig für das „Opa-Hugo-Brot“ – „unser Klassiker“, wie Brantner sagte – abwogen und formten, gab es zunächst Einblicke in die Geschichte des Unternehmens. 1950 gründete der Namensgeber der Brotsorte das Café Brantner in Schramberg. Seit 2010 befindet sich die Backstube im Hardter Gewerbegebiet. Heute gehören zwölf Filialen mit insgesamt 120 Mitarbeitern zum Unternehmen.
In der rund einstündigen Führung erklärte Robert Airich, warum Geduld beim Brotbacken entscheidend ist: „Je länger die Teigruhe, desto bekömmlicher wird das Brot.“ Anschließend ging es weiter zum Brezelteig. Ob darin tatsächlich Schweineschmalz verarbeitet werde, wollte eine Teilnehmerin wissen. „Heute nicht mehr – bei uns kommen nur pflanzliche Zutaten hinein“, antwortete Airich. Dann durften die Gäste aus Schramberg, Oberndorf, Tuttlingen, Tennenbronn, Seedorf und Rottweil selbst Hand anlegen. „Wer keine Brezel formen kann, bekommt später keinen Kaffee“, meinte Konrad Brantner augenzwinkernd. Doch alle trauten sich – und die Ergebnisse konnten sich durchaus sehen lassen.
13 Minuten braucht eine Brezel im Ofen, dann ging es bereits weiter zu den Kaiserwecken. Auch hier hatten die Besucher zahlreiche Fragen. Welcher Ofen denn der beste sei? „Jeder Bäcker schwört auf seinen“, sagte Konrad Brantner.
Logistik und Konditorei
Einblicke erhielten die Gäste außerdem in die umfangreiche Logistik sowie in die Konditorei. Ausgestattet mit Brezeln, Broten und Wecken ging es anschließend auf Einladung von Konrad Brantner noch ins Café, wo sich der Geschäftsführer Zeit für Gespräche nahm. „Wenn es keine Fragen mehr gibt, dann gehe ich jetzt schlafen“, meinte Brantner zum Abschluss. Nach mehr als zwei Stunden traten die Gäste die Heimreise an – und der Chef der Bäckerei durfte tatsächlich ins Bett. Schließlich hatte er sich für seine Besucher die Nacht, pardon, den Tag um die Ohren geschlagen.