Entspannt, locker, mit Selbstvertrauen für die kommende Amtsperiode – Sven Feuchter ist angekommen in seiner Rolle als Rotensoler Ortsvorsteher.
Eine gewisse Routine sei schon entstanden nach fünf Jahren. Selbstkritisch bleibe er dennoch: „Ich hinterfrage grundsätzlich, was ich tue.“ Hinter ihm steht auch in seiner zweiten Amtszeit ein Ortschaftsrat, der bei nur einem Wechsel Kontinuität verspricht.
Unkompliziert Die Kommunalwahl sei unkompliziert gewesen – die Rotensoler Ortschaftsratswahl betreffend. Auch wenn ein paar mehr Kandidaten auf der Liste schön gewesen wären. Was den Gemeinderat betrifft, bleibe abzuwarten, welche Konsequenz die starke zahlenmäßige Zunahme bringe.
Dass verstärkt junge und gut ausgebildete Bad Herrenalber Verantwortung übernehmen, findet Feuchter gut. Er selbst hat mit Überzeugung nicht gleichzeitig als Stadtrat kandidiert: „Ich will das eine Amt gut machen und nicht irgendwo in Interessenskonflikte kommen.“
An einem Strang Einen guten Draht hat er schon jetzt zum neuen Neusatzer Ortsvorsteher Michael Grzondziel: „Ich habe ihm gleich Tipps gegeben, damit er nicht die gleichen Fehler macht, die mir am Anfang passiert sind.“ Welche das sind – das verrät Feuchter nicht. Aber, dass beide an einem Neusatz-Rotensoler Strang ziehen werden, allem voran beim Großprojekt, das Feuchter schon einige Zeit begleitet: die Alte Schule in Neusatz, die für beide Höhenorte gemeinsam zum Bürger- und Begegnungshaus ausgebaut werden soll. Zufrieden ist Feuchter, dass der Gemeinderat mehrheitlich unterstützt, den Erlös aus dem anvisierten Verkauf des Rotensoler alten Kindergartengebäudes zweckgebunden für das Projekt in Neusatz zu verwenden.
Unbeliebt und erfreulich Feuchter kann aushalten, dass Projekte nicht immer beliebt sind bei allen Bürgern. So wie der Ausbau der Schielberger Straße als Ortsverbindungsstraße nach Schielberg. „Das begleitet mich schon seit vier Jahren“, berichtet er, „das Problem sind die Erschließungskosten, aber auch die notwendigen Flächenabgaben für einen einseitigen Gehweg.“
Reden mit den Leuten, das hält der Ortsvorsteher gerade hier für essenziell. Auch das Nußfeld mit einem Jahrzehnte alten Bebauungsplan müsse endlich angegangen werden. Dass flächendeckend schnelles Internet und der Ausbau des Mobilfunks kommen sollen, lässt Feuchter optimistisch in die Zukunft blicken: „Es ist klar, dass es dauert. Aber es gibt nun Aussicht auf das Ziel – wir können an die Welt angeschlossen werden.“
Stolz Stolz ist Feuchter auf jedes Projekt und jede Aktivität im Ort, für die der Ortschaftsrat Bürger ehrenamtlich aktivieren kann. Beispiel Waldsee. „Kleines Projekt, große Wirkung“, beschreibt es der 45-Jährige, „es ist wichtig, etwas zu machen, wovon die Bürger auch was haben. Dann sind sie bereit, sich zu engagieren.“ Beispiele sind für ihn auch die von den Vereinen getragenen Vorzeigeprojekte Erlebniswandern auf der Höhe und Vereinshocketse – immer jeweils mit Neusatz zusammen.
Sport- und Freizeitgelände Ein neues Projekt, an dem ebenfalls beide Höhenorte beteiligt sein sollen, ist der Ausbau des Sport- und Freizeitgeländes am Rotensoler Sportplatz. Stück für Stück sollen – auch mit Stiftungsgeld, Spenden von Firmen und ehrenamtlichem Engagement – ein 3x3-Basketballfeld und ein Bouleplatz entstehen sowie eine Modernisierung des Spielplatzes stattfinden, der momentan „ein ziemliches Armutszeugnis“ sei. Traurig: Stadt und Landratsamt legten hier eher Hindernisse in den Weg, als zu unterstützen.
Zuständigkeiten Die unechte Teilortswahl wird in den kommenden fünf Jahren zum Thema, ist Feuchter überzeugt: „Die Koordinierungsstelle für die Bürgerbeteiligung ist bereits auf uns Ortsvorsteher zugekommen zwecks Gespräch. Das war super.“ Und: „Die Ortschaftsräte der Teilorte gehören gestärkt. Dafür möchte ich mich einsetzen. Bestimmte Angelegenheiten gehören in unsere Zuständigkeit. Dadurch wird die Stadtverwaltung entlastet, und wir erhalten mehr Verantwortung.“
Großereignis Ach ja, dann ist da noch die bevorstehende 875-Jahr-Feier von Rotensol, die 2025 ansteht. „Da kommt was!“, grinst Feuchter. Es habe schon erste Gespräche gegeben, Ideen würden gesammelt. Die Verantwortung für verschiedene kleinere Veranstaltungen übers Jahr werde auf möglichst viele Schultern verteilt. Einmal mehr zählt der Ortsvorsteher hier auf die, deren Unterstützung er hoch schätzt: Vereine und darüber hinaus engagierte Bürger.