Ärmel hochkrempeln und loslegen – so lautet die Devise bei den Hands-on-Projekten des Rotary Clubs Furtwangen-Triberg – so wie beim Fitmachen des Kinderspielplatzes im Kurgarten Triberg. Im Einsatz waren hier zum Beispiel  (vorne von links): Sabine Emde, Ullrich Dittler, Eduard Heindl, Georg Wiengarn, Wilfried Hahn und Wolfgang Kohler und (hinten) Bernhard Stiefel (amtierender Präsident) und Ferdinand Heindl. (Archivfoto) Foto: Daniela Schneider

Rotary ist eine der größten Service-Organisationen weltweit. Für welche Projekte und Veränderungen der Club Furtwangen-Triberg steht, erzählt Präsident Bernhard Stiefel.

„Rotary ist ein Ort, an dem das Herz der Menschlichkeit schlägt“, das ist die Devise und Motivation Bernhard Stiefels, Präsident des Rotary Clubs Furtwangen-Triberg. Der Service-Club gehört zu einer der größten Organisatoren weltweit, die Unterstützung und Hilfe denjenigen leisten, die welche brauchen.

 

Bernhard Stiefel ist derzeit Präsident der Rotarier in Furtwangen-Triberg und übernimmt zudem ab Juli die Aufgabe des Governors des Rotary-Distrikt 1930, dem 67 Clubs angehören.

Als solcher wird er die Clubs führen und unterstützen und die Ziele von Rotary International auf regionaler Ebene umsetzen.

Was den Rotary Club ausmacht, und welche Projekte speziell in Furtwangen und Triberg angegangen und verwirklicht werden, berichtet er unserer Redaktion.

Priorität: Humanität

Klar ist für die Rotarier, dass sie Veränderung in der Welt schaffen wollen – und das durch Humanität. Der Club bietet seine Unterstützung in Städten und Ländern, wo sie benötigt wird. Durch die globale Vernetzung funktioniert dies auch ganz gut – weltweit gibt es rund 1,2 Millionen Mitglieder in rund 560 Distrikten beziehungsweise 35 000 lokalen Clubs in mehr als 200 Ländern.

45 Mitglieder gehören den Rotariern des Clubs Furtwangen-Triberg an, im ganzen Distrikt 1930 sind es rund 3500 Mitglieder.

Auf der ganzen Welt setzen sie humanitäre Projekte in verschiedenen Formen um, immer orientiert an der Vier-Fragen-Probe, erklärt Stiefel. Die Leitfragen dafür sind: Ist es wahr? Ist es fair für alle Beteiligten? Wird es Freundschaft und guten Willen fördern? Wird es dem Wohl aller Beteiligten dienen?

Im Allgemeinen teilt der Rotary Club zwei Sichtweisen. Erstens: intern. „Die Freundschaft untereinander muss gepflegt werden. Wenn man sich wohlfühlt, kann man Gutes bewirken“, sagt Stiefel.

Zweitens: die Projekte. Die können in der Region beziehungsweise in Triberg vor der Haustür passieren, oder aber auch in aller Welt.

Große Typisierungsaktion

Eines der nächsten Projekte wird eine großen Stammzellentypisierungs-Aktion sein, so Stiefel. Dafür unterziehen sich Menschen aus der Region eines Screenings ihres Bluts sowie ihres Zellgewebes. Die Typisierung soll es ermöglichen, potenzielle Stammzellspender zu finden – insbesondere für Patientinnen oder Patienten mit Blutkrebs oder mit anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems.

Oftmals arbeitet der Rotary Club Furtwangen-Triberg mit Gruppen aus anderen Städten und Ländern zusammen – dadurch können mehr Menschen und Spenden erreicht werden. „Egal, aus welchem Grund, egal, wo man herkommt – es geht darum, dass die Vernetzung der Rotary Clubs sich an verschiedenen Standorten auf der Welt unterstützen und Hilfe leisten.“ Wichtig ist auch, dass die Politik keine Rolle spielen darf. Rotary ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO) und auch in der UNO vertreten.

Einmal pro Woche treffen sich die Rotarier meist in Schönwald, um sich Vorträge anzuhören, Projekte zu planen oder sich einfach auszutauschen. Außerdem gibt es viele gemeinsame Unternehmungen.

Stereotype abschaffen

Ein Stereotyp, mit dem sich die Rotarier schon lange nicht mehr identifizieren können, ist das Bild reicher, alter Herren, die Wohltätigkeiten mit Wohlhaben assoziieren.

„Der Dialog zwischen Alt und Jung hat sich total geändert. Die Alten lernen, dass sie von den Jungen lernen“, erklärt das langjährige Mitglied Bernhard Stiefel außerdem. „Traditionen müssen sein, aber bestimmen die Traditionen und Rituale uns oder bestimmen wir sie? Manche müssen eben weg, wie die Kleiderordnung. Früher war es eine Krawatte – diese Ordnung wird jedem selbst überlassen.“

Stattdessen ist eine Tradition, die sie mit Freude weiterführen, ein gemeinsames Treffen in der Weihnachtszeit mit Messe.

Das Geld für Projekte generieren sie primär über andere Einnahmen von Aktionen, erklärt Stiefel. Zwar bezahlt jedes Mitglied auch einen Beitrag, da gebe es jedoch auch individuelle Vergünstigungen.

Offiziell ist der Rotary Club für Männer und Frauen ab 40 Jahren gedacht.

Wer davor schon Gutes tun möchte, ist bei Rotaract, der Jugend- und Nachwuchsorganisation von Rotary International richtig aufgehoben.