Wohnmobil-Touristen können auf diesem Teil des Stellplatzes, der noch asphaltiert wird, Abwasser in die Edelstahl-Rinne entsorgen. Foto: Hertle

Bauarbeiten für Parkplatz beim Sofienbad gehen voran. Camper können bald anrollen. Wasser und Strom gegen Münzen.

Rosenfeld - Der Bau der sechs Wohnmobilstellplätze beim Sofienbad geht voran: Baumaschinen haben die Flächen eingeebnet, wo künftig sechs Wohnmobile parken können. Auch Anschlüsse für Strom und Wasser werden gelegt.

Die Stadtverwaltung und die meisten Gemeinderäte wollen mit diesem Projekt etwas für den Tourismus in Rosenfeld tun. Dieses ziehe auswärtige Besucher an, so die Meinung im Gremium, die dann die Stadt und den Rosen- und Skupturengarten besichtigen können.

Nach heutigem Standard werden die Stellplätze mit Münzautomaten für Strom und Wasser ausgestattet. Das Abwasser aus den Tanks der Fahrzeuge kann in eine Edelstahl-Rinne abgelassen werden und landet in der Kanalisation.

Auch andere Städte und Gemeinden in der Region haben solche Stellplätze für Wohnmobile angelegt. Wie anderswo müssen die Benutzer in Rosenfeld keine Gebühr fürs Abstellen ihrer Fahrzeuge entrichten, sondern eine Verbrauchsgebühr zahlen.

Laut der vom Gemeinderat beschlossenen Benutzungsordnung für den neuen Platz ist das "kurzfristige Abstellen" von Wohnmobilen für Besucher der Stadt Rosenfeld erlaubt.

Die Fahrzeuge müssen verkehrstüchtig und zugelassen sein, und jede Art von "gewerblicher Tätigkeit" auf dem Platz ist untersagt. Das Abstellen erfolgt auf eigene Gefahr, und die Benutzer des Platzes müssen ihre Abfälle mitnehmen.

Schlagzeilen machte Rosenfeld im Herbst vergangenen Jahres, als der Gemeinderat mit einer Patt-Abstimmung die Vergabe der Bauarbeiten ablehnte. Grund: die Kostensteigerung von geplanten 33.358 auf 50.976 Euro. Ursprünglich waren 30.000 Euro im Haushaltsplan vorgesehen, aber nach Abschluss der Ausschreibung lag auch das günstigste Angebot deutlich über dem Ansatz.

Doch das von Bürgermeister Thomas Miller eingeschaltete Kommunalamt des Zol­lernalbkreises als Rechtsaufsicht kam nach Prüfung des Sachverhalts zu der Auffassung, der Gemeinderat hätte die Vergabe gar nicht aufheben können – die Preissteigerung bei diesem Projekt sei dafür nicht ausreichend. Einen Rückzieher könne es nicht geben. Denn die Mehrkosten seien vom Auftraggeber selbst – der Stadt, dem beauftragten Ingenieurbüro und dem Ausschuss für Technik und Umwelt – durch Änderungswünsche verursacht worden.

Doch diese Aufregung ist Schnee von gestern: Nun warten die Rosenfelder auf die Wohnmobil-Touristen. Diese, so die Erwartungen im Gemeinderat, könnten ja auch im Sofienbad-Kiosk einkaufen oder das Freibad benutzen.