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Rosenfeld Reise in die römische Vergangenheit

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Zum ersten Mal seit Mitte März haben am Wochenende wieder Geschichtsinteressierte den römischen Gutshof von Rosenfeld besucht.

Rosenfeld. Christiane Frank, Geschäftsführerin des Vereins Römerstraße Neckar-Alb-Aare, sagte, dies sei erst die zweite Veranstaltung in diesem Jahr. Das sei wegen Corona nicht anders möglich gewesen.

Trotz der Situation bestände doch großes Interesse, freute sich Volker Seibel bei der Führung. Er beschrieb die Entdeckungsgeschichte des Römischen Gutshofs. So sei vom Gewann "Steinmäuren" vom Namen her schon immer bekannt gewesen dass dort Mauern vorhanden waren. Vor 100 Jahren begann ein Rosenfelder namens Bertsch mit der Untersuchung des Gebiets; er fand römische Münzen und Scherben. In den 1970er-Jahren machte das Landesdenkmalamt Aufnahmen vom Flugzeug aus, wobei drei Gebäude festgestellt wurden. Durch dieselbe Methode wurde Jahre später auch das Kastell auf dem Häsenbühl entdeckt.

Ein Jahr nach der Luftuntersuchung wurde das Gebiet als Neubaugebiet erschlossen. Der Verein zur Förderung Rosenfelds musste schnell handeln und kaufte zwei Bauplätze, m wenigstens einen Teil der Mauern des ehemals 48 mal 43 Meter großen Gebäudes zu retten. Noch mehr Mauern mussten den neuen Bauplätzen weichen.

In Leidringen befinde sich ebenfalls eine Villa Rustica, so Seibel. Diese sei vermutlich sogar besser und schöner als die in Rosenfeld gewesen. Leider könne dort nicht gegraben werden, da die Kirche und das Gasthaus Sonne darauf ständen.

Die Ende des 1. Jahrhunderts errichtete Porticusvilla, von der heute nur noch der westliche Teil zu sehen ist, wurde vermutlich von einem ehemaligen Legionär gebaut. Mit Dinkel, Roggen und Weizen wurden die umliegenden Kastelle versorgt, so auch das in Rottweil.

Das Bad des Gutshofs hat eine Fläche von 53 Quadratmetern. Seibel wies die Zuhörer darauf hin, dass manche Wörter des heutigen Deutsch aus dem Lateinischen entlehnt wurden, etwa Striegel, Mauer und Fenster. Der Striegel wurde zum Abschaben der Haut benutzt vor es ins Heißbad, das Caldarium ging.

Gut sichtbar ist in Rosenfeld noch das Heizsystem, das Hypokausten. Im nächsten Raum, dem Tepidarium, wurden vermutlich Massagen angeboten. Wer dann immer noch zu erhitzt war, konnte sich in einem kleinen Becken mit kaltem Wasser abkühlen, das danach für die Spülung der Toiletten benutzt wurde. Auf der saßen die Römer nebeneinander und unterhielten sich.

Der Estrich in einem Raum ist in Rosenfeld zum Teil erhalten. Eine rote Linie an den Mauern markiert die originalen Steine. Was darüber hinaus gemauert wurde, geschah um die Stabilität zu erhalten.

Das Gesinde hatte vermutlich ein eigenes Wohngebäude. Es ist denkbar, dass der Gutshof ein Gebäude als Herberge verwendete, da er günstig in der Nähe von zwei Fernstraßen lag.

Als im 3, Jahrhundert das römische Reich an vielen Fronten angegriffen wurde, musste der Gutshof verkleinert werden, so auch das Bad, um Brennmaterial zu sparen. Die Soldaten wurden zum Teil aus den Kasernen abgezogen und die Römer flohen in Richtung Schweiz und Italien. Viele vergruben ihre Schätze und hofften darauf, wieder zurückzukommen – sehr zur Freude der heutigen Archäologen, die damit das genaue Alter der Flucht anhand der Münzen feststellen können: Der Gutshof in Rosenfeld wurde 260 nach Christus aufgegeben.

Die Germanen nutzten die Gebäude nicht, nur die landwirtschaftlichen Flächen. Im 6. Jahrhundert siedelten sich Alemannen an. Das ist heute noch an den Ortsnamenendungen mit "-ingen" zu erkennen. Als Rosenfeld 1200 gegründet wurde, wurde der Gutshof, als Steinbruch benutzt und mit den Steinen die Stadtmauer errichtet.

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