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Rosenfeld Pfarrer haben in der Corona-Zeit mehr zu tun

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Sven Wegner-Denk Foto: Schwarzwälder Bote

Rosenfeld (lh). Auch in Corona-Krisenzeiten bieten die evangelischen Pfarrer auf dem Kleinen Heuberg den Gemeindegliedern ein offenes Ohr. Bernd Hofmann, Holger Zizelmann und Sven Wegner-Denk machen angesichts des Ausfalls der Gottesdienste auf andere Arten der Glaubensvermittlung aufmerksam.

So bietet die Evangelische Landeskirche einen eigenen YouTube-Kanal namens "kirche online". Das ZDF überträgt Sonntagsgottesdienste und stellt diese in seiner Mediathek bereit. Die ARD zeigt Gottesdienste an Karfreitag und am Ostersonntag. Verwiesen wird auch auf "Bibel-TV" und die entsprechenden Angebote des SWR im Radio und Fernsehen.

Die Pfarrer weisen ebenfalls darauf hin, dass in Zeiten des Versammlungsverbots Bestattungen unter freiem Himmel mit maximal zehn Personen und "Nottaufen" oder unaufschiebbare Trauungen stattfinden können.

Die meisten der Kirchen sind zum persönlichen Gebet geöffnet und werden regelmäßig desinfiziert. Es wird auch hier auf das Gebot des Abstandhaltens hingewiesen.

Es könne auch jeder abends eine Kerze ins Fenster stellen zum Zeichen, dass man nicht allein sei, so die Pfarrer.

Rosenfelds Pfarrer Bernd Hofmann hat nach eigenen Angaben mehr zu tun als vor Corona: Es gelte, als Religionslehrer die Arbeiten der Schüler zu benoten, Material für den Konfirmandenunterricht bereitzustellen und Kontakt per E-Mail zu halten. Für die Konfirmationsgottesdienste würden im Einvernehmen mit den Eltern neue Termine gesucht. Entscheidungen im Kirchengemeinderat müssten per Umlaufverfahren getroffen werden. Hofmann hat schon "Geburtstagsbesuche" per Telefon gemacht.

Auch sein Bickelsberger Kollege Sven Wegner-Denk sitzt länger als sonst am Computer und arbeitet sich in neue Medien ein: Ein Schülergottesdienst wurde auf YouTube gestellt. Ihn erreichen Anrufe von Menschen, "denen es nicht gut geht, denen die Decke auf den Kopf fällt oder die sich Sorgen um Angehörige machen". Zunehmend seien auch Eltern nervös, weil nicht klar sei, wann die Schulen wieder geöffnet werden – der Vater von vier Kindern kann dies gut nachfühlen.

Wenn schon die Ostergottesdienste nicht stattfinden können, plant Wegner-Denk einen Kreuzweg mit Stationen im Freien zwischen Bickelsberg und Brittheim – natürlich ohne Gruppenbildung und mit dem gebotenen Abstand. Ein Problem plagt nach seinen Angaben besonders die Bewohner der beiden Rosenfelder Stadtteile: die langsame Internetverbindung. Das erschwere nicht nur seine Arbeit, sagt Wegner-Denk, sondern mehr noch diejenige von Firmen und Gewerbetreibenden.

"Ich dachte, es würde sehr schnell sehr ruhig", so der Pfarrer, aber die Arbeit habe sich verlagert. Wegner-Denk sieht in der gegenwärtigen Krise "eine Chance, sich zu besinnen und auf das Wichtigste zu konzentrieren".

"Eine gewisse Routine" habe sich eingestellt, so der Leidringer Pfarrer Holger Zizelmann. Auch er beschäftigt sich gezwungenermaßen mehr mit dem Internet, hat eine Videokonferenz absolviert und will Gottesdienstabläufe für Karwoche und Ostern entwickeln "für Menschen, die nicht so internet-affin sind".

Eine Herausforderung war für ihn, eine Beerdigung unter den geltenden strikten Bedingungen abzuhalten und sie so zu gestalten, "dass es menschlich ist". Auch für Zizelmann passt die erzwungene Zeit des Rückzugs und der Einstellung von Kontakten zur Fastenzeit.

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