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Rosenfeld Lieber im Wald statt am Schreibtisch

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Ihr bevorzugter Arbeitsplatz liegt im Wald: Anette Brand hat die Leitung des Forstreviers Heiligenzimmern übernommen. Hier ist sie bei Isingen inmitten junger Bäume.Foto: Hertle Foto: Schwarzwälder Bote

Einen Unterschied zu den Wäldern ihrer Heimatregion Hohenlohe hat Anette Brand, die neue Leiterin des Forstreviers Heiligenzimmern, schon ausgemacht: "Es gibt nicht nur Buchen, sondern mehr Tannen."

Rosenfeld-Isingen. Anette Brand hat ihr Büro wie ihr Vorgänger Lukas Sander im Isinger Schulhaus. Von dort hat sie seit dem Dienstantritt am 15. September ihr Revier erkundet, das von Geislingen über Heiligenzimmern und Rosenfeld bis Dotternhausen reicht.

Die neue Revierleiterin ist in Rothenburg ob der Tauber geboren und in einem Dorf bei Schrozberg aufgewachsen. Von ihrer Familie hat Anette Brand eine Affinität zum Wald übernommen. Ihr Vater, erzählt sie, habe gerne Förster werden wollen, aber die Landwirtschaft der Familie übernehmen müssen. "Mein Opa hätte sich sehr gefreut, dass ich diese Laufbahn eingeschlagen habe", so Brand.

Sie absolvierte den Diplomstudiengang an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg und war danach in den Forstämtern Eppingen und Heilbronn tätig. Dem folgte Innendienst als Büroleiterin in Künzelsau, bevor sich Brand auf die Stelle der Forstrevierleitung Heiligenzimmern bewarb – in einer Zeit des Umbruchs im Forstwesen, "als sehr viele Stellen ausgeschrieben waren". Ihre Motivation zum Wechsel: "Ich wollte raus in den Wald."

Nach den Worten von Christian Beck, Bereichsleiter im Kreisforstamt, setzte sich Brand im Bewerbungsverfahren "gegen respektable Mitbewerber durch".

Neu ist für Anette Brand nicht nur der Waldbestand mit viel Nadelholz auf dem Kleinen Heuberg, sondern auch die Vielzahl an oft kleinen privaten Waldparzellen. Die Wirtschaftsform Dauerwald im Rosenfelder Stadtwald kannte sie ebenfalls noch nicht.

Nach der Erkundungsphase steht für die Revierleiterin 2021 die "Forsteinrichtung" an, eine Bestandsaufnahme und Planung über die kommenden zehn Jahre. Dann, so Beck, werde entschieden, wie man der Klimaveränderung Rechnung tragen könne und welche Baumarten an welchen Standort passten.

Brand sei "eine Protagonistin der Buche", so Beck. Ob dieser Laubbaum überall gut wachse, müsse aber individuell festgestellt werden. Probleme bereitet nicht nur der Borkenkäfer, sondern auch die Dürre. Das ist an vielen Stellen im Wald zu sehen. "Die Bäume stehen unter Stress", sagt Beck.

Eine wichtige Aufgabe für die Revierleiterin ist die Beratung der Privatwaldbesitzer. Häufig, so Beck, seien diese überfordert mit der Pflege ihres Waldstücks, das sie in vielen Fällen als Erbschaft übernommen haben: "Als Eigentümer ist oft der Opa vom Opa eingetragen." Dann müsse man herausfinden, wem es heute gehört. Die Parzellen sind in vielen Fällen durch Realteilung zersplittert und zu klein, um sie sinnvoll zu bewirtschaften.

Brand sei zwar gehalten, den Privateigentümern Vorgaben des Landes zu vermitteln, etwa die Pflicht, von Borkenkäfern befallene Bäume zu entfernen, aber nicht die "Waldpolizei", so Beck. Es komme auch vor, dass das Forstamt private Waldflächen aufkaufe.

Die Revierleiterin hat auch die angenehme Aufgabe, als Beraterin Waldbesitzern zu Förderung für nachhaltige Bewirtschaftung zu verhelfen. Der Zollernalkreis plant laut Beck nun im kommenden Jahr eine Informationsveranstaltung für private Eigentümer. Sie ist donnerstags von 16 bis 18 Uhr zu sprechen.

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