Foto: Credner/Deutsches Sofia-Institut 

Rosenfelder Till Credner absolviert zwei SOFIA-Forschungsflüge in den USA.

Rosenfeld - Wortwörtlich über den Wolken ist Till Credner, Lehrer am Progymnasium, an Bord des Foschungsflugzeugs SOFIA geschwebt – und das zweimal.

Credner (46), der in Tübingen wohnt und die Fächer Physik, Naturwissenschaft und Technik sowie Mathematik unterrichtet, leitet die Astronomie-AG am Progymnasium und hatte sich für eine Teilnahme an einer Mission des "Stratosphären-Observatoriums für Infrarot-Astronomie" beworben, das von der US-Weltraumbehörde NASA und dem DLR, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, betrieben wird.

Dazu ist eine Boeing 747SP umgebaut und im hinteren Teil des Rumpfes mit einem 17 Tonnen schweren und 2,70 Meter großen Teleskop versehen worden, das im Wesentlichen deutsche Firmen entwickelt und gebaut haben. Die Federführung in Deutschland obliegt dem Deutschen SOFIA-Institut in Stuttgart.

"Über den Wolken" erklingt zum Abschied

Till Credner wurde am letzten Tag vor den Pfingstferien mit den Songs "Über den Wolken" und "Ich seh den Sternenhimmel" verabschiedet. Dann ging es nach Los Angeles und nach Besichtigung eines Observatoriums nach Palmdale ins Armstrong Flight Research Center, benannt nach dem ersten Astronauten auf dem Mond, dem Hauptsitz des SOFIA-Teams und in Nachbarschaft zur Edwards Air Force Base. Die vier deutschen Lehrer, die für die Teilnahme an den SOFIA-Flügen ausgewählt worden waren, darunter Till Credner und Manuel Vogel vom Gymnasium Spaichingen und dem Schülerforschungszentrum in Tuttlingen, besichtigten auch die anderen Stratosphärenflugzeuge und bereiteten sich nach intensiven Informationen und Sicherheitstrainings auf den Nachtflug mit dem fliegenden Observatorium vor. Denn SOFIA startet bei Sonnenuntergang und landet nach rund zehn Stunden bei Sonnenaufgang. Die Lehrer bekamen Kopfhörer und Mikrofone und konnten an einer eigenen Konsole mit Monitoren die Arbeit des Wissenschaftsteams verfolgen.

Was Till Credner auffiel: die strikte Arbeitsteilung. So gibt es an Bord neben Pilot, Kopilot und Flugingenieur im Cockpit Teams für die Instrumentierung und die Steuerung des Teleskops, für die wissenschaftliche Arbeit und die Sicherheit – alle erkennbar an verschiedenfarbiger Arbeitskleidung. Die Leitung haben bei jedem Flug zwei "Mission Directors". Das Lehrer-Team bekam blaue NASA-Jacken mit Namensschild und US-Flaggen-Aufnähern. "Jedes Team arbeitet für sich und kommuniziert mit den anderen", so Credners Beobachtung. Auch er hatte eine Funktion: Er machte Foto- und Videoaufnahmen mit zwei Kameras, einer privaten und einer aus dem Fundus der Schule.

"Ein wenig Aufregung gab es beim Briefing eine Stunde vor dem Start, als einer der Missionsdirektoren sagte: ›Wer hat diese Kameras montiert? Die können dort nicht bleiben‹", berichtet Credner. Doch stellte sich heraus, dass höhere Instanzen es genehmigt hatten, dass die beiden Kameras am Fenster angebracht wurden. "Beeindruckend ist der Blick aus dem Fenster und wie dunkel der Nachthimmel von dort oben ist", so der Lehrer. Denn die Boeing fliegt in 14 Kilometern Höhe, weit über dem normalen Flugverkehr und dem Wettergeschehen. Credner und seine Kollegen absolvierten zwei Flüge. Doch musste der zweite aufgrund von technischen Problemen abgebrochen werden.

Die 400 Gigabyte an Bilddaten, die Credner nach Rosenfeld mitbrachte, dürfen jetzt die Schüler auswerten und etwa nach Sternschnuppen suchen. Für Interessierte gibt es im Herbst einen Bildervortrag in der Festhalle.

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