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Rosenfeld Landwirt besorgt über Flächenfraß

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Um 250 Rinder kümmert sich Michael Sülzle auf seinem Hof jeden Tag. Foto: Hertle

Rosenfeld - Er ist der einzige Vollerwerbslandwirt in Rosenfeld: Michael Sülzle (26) bewirtschaftet den Hof der Familie mit rund 250 Rindern, Getreide- und Gemüseanbau und hat viele Ideen. Der Landverbrauch macht ihm Sorgen.

Sein Großvater Karl Sülzle hatte den Hof 1960 ausgesiedelt, sein Vater Wilhelm Sülzle hatte 2010 begonnen, die Landwirtschaft nach Demeter-Standards zu führen. Daran hält auch Michael Sülzle fest - aus Überzeugung: "Der Boden und die Tiere sind gesund", sagt der ausgebildete Landmaschinenmechaniker und Landwirt. Nun bildet er sich zum landwirtschaftlich-ökologischen Meister fort.

Ein Standbein des Sülzlehofs ist die Mutterkuhhaltung: 250 Limousin-Rinder stehen in den Ställen und sind lange Zeit auf der Weide, auch in der Häsel in Bickelsberg. Das Futter kommt von den eigenen Grünflächen. Dazu baut Sülzle Weizen und Dinkel an. Zum Hof gehören 55 Hektar Ackerland und 80 Hektar Grünland. Auf einem Teil der Fläche baut der Verein Solawi (solidarische Landwirtschaft) Gemüse an.

Sülzle produziert selbst Karotten, Zwiebeln, Rote Bete und Kartoffeln. Abnehmer sind die vier Koch-Märkte in der Region; dazu kommen kleinere Hofläden im Kreis Rottweil.

Anbau von Gemüse nimmt an Bedeutung zu

Den Gemüseanbau auf dem eigenen Hof will Sülzle weiter vorantreiben: "Das macht sehr viel Spaß. Man geht auf den Acker, zieht eine Karotte heraus und beißt hinein." Hintergrund: So sei auch die Direktvermarktung möglich: "Für Getreide und Fleisch braucht man einen Vermarkter."

Der junge Landwirt plant, das Bio-Fleisch an die regionalen Gastronomen zu liefern. Er hat noch andere Ideen: In diesem Jahr hat er zum ersten Mal auch Linsen angebaut. Die werden in den Wintermonaten gereinigt, "wenn ich mehr Zeit habe".

Nach dem Tod seines Vaters Wilhelm Sülzle im Sommer dieses Jahres musste Michael Sülzle mehr Verantwortung für den Hof übernehmen. Ihm steht seine Familie zur Seite, besonders seine Mutter, mit der er die Sülzlehof GbR gegründet hat, um den Fortbestand des Hofs zu sichern.

Neubaugebiet bringt Landwirt um viel Fläche

Sorgen macht Sülzle der fortschreitende Verbrauch an Boden, auch rund um Rosenfeld: Das neue Baugebiet Steinmäuren im Nordosten von Rosenfeld, in Sichtweite zum Sülzlehof, umfasse 70 Ar, "die uns fehlen". Das Baugebiet "Brünnle" in Bickelsberg, wo sein Vater im Ortschaftsrat war, ist 1,6 Hektar groß: "Das tut mir schon weh."

Nicht minder umfangreich ist auch das Gebiet "Dornbrunnen", wo in jüngster Zeit groß dimensionierte Industriehallen hochgezogen worden sind. "Die Häuser rücken näher", beschreibt Sülzle die Lage.

Gleichzeitig steige aber die Nachfrage nach Bio-Produkten, für die genügend Land zur Verfügung stehen müsse, das allerdings zugebaut werde. Bitteres Statement: "Ich finde keine Worte dafür, wie man mit der Fläche umgeht." Wo es früher in und um Rosenfeld viele Landwirte gab, die von ihrem Hof lebten, ist Michael Sülzle heute noch der einzige. In Brittheim gibt es noch einen Vollerwerbsbetrieb, in Isingen fünf, in Leidringen einen und in Heiligenzimmern zwei.

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