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Rosenfeld Kritik an unkonkreten Begriffen

Von
Tobias Wille Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Für Aufregung hat die Gemeinschaftskundeprüfung für das baden-württembergische Abitur gesorgt. An einigen Gymnasien gab es die Möglichkeit, diese Prüfung zu wiederholen. Dazu nimmt Tobias Wille Stellung, der 2018 sein Abitur gemacht hat.

Rosenfeld. Erstaunt darf man deshalb sein, weil es eigentlich völlig egal ist, ob der Begriff "Kategorienmodell" selbst überhaupt jemals im Unterricht erwähnt wurde, oder nicht. Die betreffende Passage im Bildungsplan dazu lautet: "Die Schülerinnen und Schüler können die Struktur der internationalen Staatenwelt mithilfe eines Kategorienmodells beschreiben". Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass im Gemeinschaftskunde-Unterricht in der Oberstufe verschiedene Theorien und Modelle behandelt werden, um die internationale Staatenwelt zu beschreiben. Diese lassen eine Unterteilung in Kategorien zu. Mögliche Kategorisierungen der Staatenwelt wären etwa "anarchische Staatenwelt", "Hegemonie eines Staates", "Weltregierung" und andere. Auch die Aktivitäten der Nato werden in Kategorien (politische, militärische Aktivitäten) eingestuft.

Aufgabe: mit Hilfe von Theorien einen Sachverhalt erklären

Auf den Begriff "Kategorienmodell" als solches kommt es dabei überhaupt nicht an. Damit wird nämlich nur in Bürokratendeutsch (wie es sich zuhauf im Bildungsplan findet) umschrieben, dass man unter Zuhilfenahme einer dieser Theorien einen bestimmten Sachverhalt erklären soll. Bezogen auf die konkrete Fragestellung heißt das, man soll ein solches Modell heranziehen und anhand dessen die Bedeutung der Nato für die Friedenssicherung erklären.

Ein mögliches Problem könnte dabei aber sein, dass es so viele verschiedene Theorien und Modelle gibt, dass es dem Prüfling schwerfällt, zu entscheiden, welches denn am besten passt. Ein "Schlüsselwort", wie dies einige Medien formulierten und weshalb einige Elternvertreter so empört waren, ist der Begriff "Kategorienmodell" also keineswegs.

Die einzige Schwierigkeit des Begriffs besteht in der Prüfung darin, diesen zu dem konkreten Unterrichtsinhalt (den Weltordnungstheorien), der mit großer Wahrscheinlichkeit überall gelehrt wurde, zuordnen zu können und sich für eines dieser Modelle zu entscheiden.

"Keine unverhältnismäßige Schwierigkeit"

Dieser Zusammenhang ist aber, wenn man zwei Jahre lang intensiv Gemeinschaftskunde hatte, nicht so abwegig, dass dies eine unverhältnismäßige Schwierigkeit darstellen würde, die eine Wiederholung rechtfertigen würde. Man darf daher viel eher vermuten, dass die Weltordnungstheorien beim Lernen nicht oberste Priorität hatten (absolut verständlich, da es ein sehr zähes Thema ist). War man als Schüler zu der Zuordnung, aus welchem Grund auch immer, nicht in der Lage, hätte man eben abwägen und gegebenenfalls die Möglichkeit nutzen müssen, die alternative Aufgabe zum Thema Integration auszuwählen. Dies führt zu dem Schluss, dass es absolut unverständlich ist, wieso das Kultusministerium nun eine Wiederholung zugelassen hat.

Auch ich traf bei der Vorbereitung auf mein Abitur vor einem Jahr manchmal in Altklausuren auf seltsame Formulierungen, mit denen man teilweise wenig anfangen konnte. Hier läge Verbesserungspotenzial, dies ist kein Phänomen nur dieses Jahrgangs. Zu unkonkrete Formulierungen sind also nichts derart Außergewöhnliches, dass sie eine Wiederholung rechtfertigen würden. Die beschlossene Wiederholung wird (wie man an den dieses Jahr eingebrachten Petitionen sehen kann) wahrscheinlich dazu führen, dass es jedes Jahr wieder Prüflinge und Eltern geben wird, die eine Wiederholung aus irgendeinem Grund fordern.

Ihre Redaktion vor Ort Balingen

Steffen Maier

Fax: 07433 901829

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