Christine Koch-Kuhring kandidiert für die ÖDP bei der Wahl.Foto: Lengerer Foto: Schwarzwälder Bote

Landtagswahl: Christine Koch-Kuhring kandidiert für die ÖDP / Schwerpunkt Familie und Wirtschaft

Weil ihr die politischen Positionen der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) am meisten zusagen, kandidiert die in Leidringen lebende Pädagogin Christine Koch-Kuhring bei der Landtagswahl im Wahlkreis Balingen für die kleine Partei.

Rosenfeld-Leidringen. Einiges von der Welt gesehen hat die Dozentin an der Rottweiler Edith-Stein-Schule für soziale Berufe, wo sie Erzieherinnen unterrichtet. Geboren in Mainz, lebte sie zeitweise mit ihren Eltern im westafrikanischen Land Burkina Faso, wo Mutter und Vater im Entwicklungsdienst tätig waren.

Der Rückkehr nach Deutschland folgten Abitur, Studium der Theologie und Pädagogik sowie eine langjährige Tätigkeit bei der Stadt Esslingen im sozialen Bereich. Durch Heirat kam sie nach Leidringen und engagiert sich in der Rosenfelder Ortsgruppe des Naturschutzbundes.

Weder die Grünen noch die Linke, die sie während ihrer Zeit in Tübingen kennen lernte, boten Koch-Kuhring eine politische Heimat. Die fand sie bei der ÖDP, so dass sie auf die Frage, ob sie kandidieren wolle, Ja sagte.

Besonders sagt ihr bei der Ausrichtung dieser kleinen Parte der ökologische und soziale Aspekt zu. Dazu gehöre unter anderem der Einklang mit der Natur. Sie hat beim Nabu mit anderen Müttern die Kindergruppe Rosenkäfer gegründet, die – vor Corona – regelmäßige Ausflüge in die Pfingsthalde unternommen hat, um deren Pflanzen- und Tierwelt zu erkunden.

Sie setzt sich für eine Form der Landwirtschaft ein, die den Bauern eine Existenzgrundlage gibt. Als Positivbeispiel führt sie die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) an, die in Rosenfeld auf einer Teilfläche des Sülzlehofs praktiziert wird. Aber auch die Wirtschaft müsse ökologischer werden, meint Koch-Kuhring. Ihr Ideal: "Wohlstand ohne Wachstum". Es könne mit der Parole "Immer mehr" nicht mehr weitergehen.

Als Bewohnerin eines Dorfes kennt sie die Probleme des ländlichen Raums aus eigener Erfahrung. Die ÖDP-Kandidatin fordert von der Politik, sich dieser Region mit ihrem großen Potenzial stärker zuzuwenden. Es gelte, die Infrastruktur oder den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern. Einkaufsmöglichkeiten vor Ort wie eine "Markthalle für Leidringen" schweben ihr vor.

Da sie politisch interessiert ist und sich rege an Diskussionen beteiligt, hat sie auch schon für den Leidringer Ortschaftsrat kandidiert und bei der Bürgerbeteiligung in Rosenfeld mitgemacht.

Ein Schwerpunkt ist für Koch-Kuhring die Familie. Hier vertritt sie die Linie, dass für Kleinkinder eine feste Bindung in den drei ersten Lebensjahren durch nichts zu ersetzen sei. Doch die Politik setzt nach ihrem Geschmack zu sehr darauf, Eltern verfügbar für den Arbeitsmarkt zu machen. Wenn schon kleinere Kinder in Kitas betreut werden, dann müssten diese optimal ausgestattet sein, fordert sie. Koch-Kuhring macht sich auch für ein "Kinder-Grundeinkommen" stark, da diese eventuell Gefahr liefen, in Armut zu geraten.

Die ÖDP sei zwar klein, meint die Kandidatin, aber sie habe schon mehrfach erfolgreich Themen gesetzt. Als Beispiele nennt sie das Rauchverbot oder Volksbegehren und andere Initiativen zum Schutz von Bienen und anderen Insekten.

In der politischen Diskussion wünscht sich Koch-Kuhring mehr gegenseitigen Respekt der Protagonisten und die Bereitschaft, auch andere Positionen als die eigenen wahrzunehmen.

Der "Wahlkampf" in Corona-Zeiten werde per Video, Flyer und Plakate stattfinden, so die Bewerberin.

Vertreter von zwölf Parteien sowie ein Einzelkämpfer treten bei der Landtagswahl im Wahlkreis 63 Balingen an. Wir stellen die Bewerber in einer losen Reihe vor.

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