Der Tannheimer Geschichtspfad wurde vom Förderverein Heimatmuseum mit einer Geschichtstafel am Rosenbaum um eine Station erweitert.
VSTannheim - Wer auf der anderen Seite der Landstraße bei der Tannheimer Säge am Plattenmoos vorbei in Richtung der Gemarkungsgrenzen nach Überauchen und Pfaffenweiler wandert, sieht in der ausgeräumten Landschaft schon von weitem den so genannten Rosenbaum, nach dem das ganze Gewann bezeichnet wird. Auch Autofahrern, die von Wolterdingen her nach Villingen unterwegs sind, fällt im Frühjahr die rosa Baumblüte sofort ins Auge.
Es ist ein Wildapfel
Der Name Rosenbaum täuscht, denn es ist kein aus einer Rose erwachsener Baum, sondern ein Wildapfel. Das Besondere ist nicht nur das Alter und die Wuchsform, sondern vor allem auch die Tatsache, dass es sich zu einem aus 100 Prozent genetisch reinen Wildapfel handelt. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg hat diesbezüglich den Nachweis erbracht.
Der Rosenbaum ist zwar kein offizielles Naturdenkmal, das Alter des Baumes wird jedoch mindestens 300 Jahre geschätzt. Sowohl der Stammumfang von rund 3,05 Metern (dicht über dem Boden gemessen.) als auch die Höhe von elf Metern und der Kronendurchmesser von 13 Metern belegen, dass es sich um einen sehr alten Baum handelt. Heute gelten die kleinwüchsigen Äpfelchen als ungenießbar. In früheren Zeiten wurden sie gesammelt und zu Most und Trockenobst verarbeitet, wo sie ihr Aroma entfalten. Im Frühjahr finden Wildbienen und Ummeln reiche Nahrung, das Holz ist Brutstätte für Insekten, im Herbst und Winter sind die Früchte Nahrung für Vögel.
Gewann trägt ebenfalls den Namen
Auch das Gewann trägt den Namen Rosenbaum. Die älteste Karte, auf welcher der Gewannname verzeichnet ist, stammt aus dem Jahr 1734. Es kann jedoch nicht mehr nachvollzogen werden, ob der Baum nach dem Gewann benannt wurde, oder das Gewann nach dem Baum. Das Rätsel wird wohl nie gelöst werden können. Der Bereich um den Baum ist zum Schutz gegen landwirtschaftliche Arbeiten eingezäunt.