Dreharbeiten im Jahr 2009: Der Rombachhof in Enzklösterle diente als Filmkulisse für einen »Tatort«. Foto: Hauser

Im Tatort „Der Polizistinnenmörder“ des SWR dienten die abgeschieden liegenden Gebäude einem versteckt wohnenden Tierarzt als Wohn- und Praxisstandort. Trauriger echter Tatort war der Hof von Enzklösterle das Rohnbachtal bergauf im Februar 1945.

Da rieben sich beim letzten Wunsch-Tatort im SWR-Fernsehen gegen Ende der anderthalbstündigen Kriminalgeschichte, „Der Polizistinnenmörder“, Zuschauer aus der Gegend um Enzklösterle, Gernsbach und Bad Wildbad schon ein wenig die Augen.

 

Träumten sie etwa im „Fernsehschlaf“, trotz des spannenden Verlaufs, oder flimmerte tatsächlich vom Bildschirm was sie sahen? Denn was da als abgelegene Tierarztpraxis an der Schweizer Grenze mit Zufahrt allein auf deutscher Seite mehrfach auf dem Bildschirm auftauchte, das war trotz Schweizer Flagge am Giebel eindeutig als der Rombachhof zu erkennen.

Zuvor hatten es die Hauptkommissare Klara Blum (gespielt von Eva Mattes), Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) und ihr Schweizer Kollege Reto Flückinger (Stefan Gubser) mit Waffenhändlern zu tun, die um ihr einträgliches Geschäft am und um den Bodensee nicht zu verlieren selbst vor einem Mord an einer jungen Polizistin nicht zurückschreckten.

Waffenmafia Von Konstanz aus erfolgten im Zusammenhang mit der Polizeiarbeit ein Besuch des schönen Schaffhausen sowie manche Fahrt in die Landschaft im Hinterland und auf abgelegene Höfe. Schließlich von der Waffenmafia verfolgt, den – durch seine alten Kumpanen – zur Liquidation vorgesehenen verhafteten Händler im Schlepptau, landeten Blum und Flückinger nach gefahrvollen Abenteuern bei einem Tierarzt, der – mangels anderer naher medizinischer Versorgung – dem angeschossenen Ganoven eine Kugel aus dem Oberschenkel operierte.

Als dessen Praxis waren mehrfach die Gebäude und Umgebung des Rombachhofs die Filmkulisse.

Laut der im Internet nachzulesenden Entstehungsgeschichte fanden die Dreharbeiten für den von SWR und Schweizer Fernsehen in Zusammenarbeit mit „Maran Film“ hergestellten Krimis in Konstanz, Baden-Baden und dem wirklich im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet gelegenen Bühlharzer Hof bei Schienen statt. Wenn auch nicht genannt und im Film in die Nähe zu dem Anwesen in der Schweiz verlegt, wurde auch am Rombachhof gedreht.

Einzelne Einheimische erinnern sich, wie zu hören ist, noch an die Dreharbeiten, die ohne viel Aufhebens im Rombachtal erfolgten. Erstausstrahlung des Tatorts war in der ARD im Januar 2010 mit einer Einschaltquote von mehr als 23 Prozent und fast neun Millionen Zuschauern.

Eine von Oberförster Max Schultheiß auf einem Naturstein angebrachte Gedenktafel beim Rombachhof erinnert an das schreckliche Geschehen, das sich dort 1945 abgespielt hat. Foto: Schabert

Brutal ermordet Ein ganz anderer, ernster und trauriger Tatort war das damals noch Forstamt Rombach genannte Anwesen vom 24. auf 25. April 1945. Brutal wurden zehn Menschen, darunter mehrere Kinder, in dem Haus ermordet. Lediglich ein siebenjähriger Bub überlebte.

Gewalttat wurde nie aufgeklärt

Die Gewalttat aus der Zeit gegen Kriegsende wurde nie aufgeklärt. Viele Nachforschungen und Presseberichte befassten sich jahrzehntelang damit, ohne dass Licht ins Dunkel kam. In seinem Buch „Hoffnung, Krieg, Not“ hat der Calmbacher Heimat-Historiker Fritz Barth (1927 bis 2021) im Jahr 2010 die Fakten, teils nach Zeitzeugen-Berichten, ausgewertet und auch manches richtiggestellt. Weiteren Aufschluss zu bekommen, scheitert bislang.

Verschluss-Vorschrift Helfen könnten vielleicht französische Polizeiprotokolle. Aber weder Nachfragen des Fernsehens noch Versuche von Heimatforschern, mehr zu erfahren, brachten bisher bei den französischen Behörden Erfolg. Diese geben nichts heraus und berufen sich auf eine Verschluss-Vorschrift von 100 Jahren. Anfragen an die Botschaft in Berlin oder das Konsulat in Stuttgart in der Sache werden nicht einmal beantwortet.

Auch von – wenn auch ganz alten – Landesgrenzen bestimmt ist die Schreibweise des Bachs: Das am schon knapp in Gernsbach liegenden Rombachhof vorbeifließende Gewässer heißt dort im badischen Rombach.

Kurz danach in Württemberg ist es dann der Rohnbach. So heißt auch das erste Siedlungsgebiet an diesem 2,5 Kilometer talwärts in Richtung der ehemaligen Gemeinde Mittelenztal, die seit 1935 mit dem namengebenden Enzklösterle vereinigt ist.