In der Thalia-Buchhandlung würdigte Autorin Kristina Hauff (rechts) mit ihrem Roman „Schattengrünes Tal“ Freudenstadt und seine Umgebung. Filialleiterin Gudrun Krüper hieß sie vor stattlichem Publikum willkommen. Foto: Gerhard Keck

Kristina Hauff stellte ihren neuen Roman „Schattengrünes Tal“ in der Thalia-Buchhandlung vor. Das Werk ist neben einer Familiengeschichte eine Liebeserklärung an Freudenstadt.

Verliebt in Freudenstadt sei sie, versicherte Autorin Kristina Hauff, nachdem sie dort Tage zugebracht hatte mit Nachforschungen für ihr neues Buch. Besonders das Christophstal mit seiner idyllischen Lage regte sie zu ihrem Stoff an. Aber auch die Stadt selbst nahm die Autorin mit liebenswürdigen Menschen und viel Sehenswertem für sich ein.

 

Thalia-Filialleiterin Gudrun Krüper benötigte auch nicht viele Worte, um ihren Gast vorzustellen. Hauff erledigte das selbst mit viel Charme und sichtbar guter Laune. Im Roman, der ihr ein Jahr lang Arbeit abverlangt, aber auch Vergnügen bereitet hat, heißt die Tourismusstadt Herzogsbronn.

Ihre rund einstündige Lesung ergänzte Hauff mit Anekdoten aus ihrem privaten und beruflichen Dasein. Seit 30 Jahren lebt die Wahl-Berlinerin in der Hauptstadt, sieht sich selbst als „echte Spätzünderin“, die mit 40 Jahren ihre ersten Schreibversuche unternahm und ist geprägt vom Fernsehen und Theater, das sie bis zur Regisseurin emporhob.

Ehemalige Krimiautorin hatte das Morden satt

In ihrem ersten Schriftstellerleben schrieb sie Krimis unter ihrem bürgerlichen Namen Susanne Kliem, bis sie das „Morden endlich satthatte“, und sich mit großem Erfolg mit dem Künstlernamen Kristina Hauff den menschlichen Beziehungen in Gesellschaft und Eheleben zuwandte.

So wie man Herzogsbronn auf der Landkarte vergeblich sucht, ist auch das im Tal angesiedelte Hotel „Zum alten Forsthaus“ Fiktion. Das familiengeführte Anwesen ist in die Jahre gekommen, der Patriarch Carl verweigert sich allem Modernisierungsdrang. Seine Tochter Lisa, verheiratet mit dem Revierförster Simon, und die „Hausdame“ Margret halten den Betrieb am Laufen.

Familienkonstellation verwandelt sich in Alptraum

Lisa, im Hauptberuf bei der Tourismus-Information angestellt und in Teilzeit Buchhalterin des Hotels, wartet seit langem darauf, die Leitung übernehmen zu können. Aber Margret, die mit Carl andere Pläne hat, steht ihr im Weg. Carls Sohn Felix ist für den Hotelier eine Enttäuschung, weil er mit der Gastronomie nichts am Hut und sich stattdessen dem Künstlerleben weit weg von der Familie verschrieben hat.

So weit ging alles in zwar ungeregelten, aber überschaubaren Bahnen vonstatten, tauchte nicht eines Tages eine Frau im Hotel auf, deren Präsenz die Familienkonstellation in einen Alptraum trieb.

Verfilmung nicht ausgeschlossen

Diese Frau, Daniela ist ein Überbleibsel aus Simons Vergangenheit. Ihren Annäherungsversuchen hat er nichts entgegenzusetzen. Daniela ist ohne Skrupel dabei, familiäre Beziehungen kurz und klein zu schlagen und sich dabei als Unschuldslamm darzustellen.

Hauff blieb logischerweise die Auflösung schuldig. Wer sich aber des Werkes annimmt, wird erfüllende Leseabende mit einer Autorin verbringen, die glänzend zu erzählen weiß. Noch sei nichts in trockenen Tüchern, doch Hauff will nicht ausschließen, dass der Roman „Schattengrünes Tal“ verfilmt wird, ebenso wie ihr Roman „Unter Wasser Nacht“, der unter dem Titel „Das verschwundene Kind“ ins Fernsehen kam.

Dankbar für Unterstützung aus der Region

Dankbar zeigte sich Kristina Hauff für die vielfältige Unterstützung, die sie bei zahlreichen Begegnungen erfuhr. So brachte ihr Tourismusdirektorin Carolin Stölzl das kulturelle und touristische Konzept näher, Kirchenmusikdirektor Jörg Michael Sander weihte sie in Konzertprojekte mit der Kantorei ein, Förster Armin Lohmeyer verdankte sie vertiefte Kenntnisse des Waldes und seinen Bewohnern. Auch der Journalistin Annette Maria Rieger habe sie zu danken für deren kenntnisreiches Buch über die Försterlegende Walter Trefz.

Das Buch: Kristina Hauff: Schattengrünes Tal. Roman hanserblau. Hanser-Verlag München 2025, 303 Seiten gebunden, 24 Euro.