Mirabel und ihre magische Familie: Die jungen Läuferinnen aus Weil am Rhein verleihen der Encanto-Geschichte Glanz und Gefühl auf Rollschuhen. Foto: Veronika Zettler

In der Rollsporthalle des RSV Weil am Rhein wird die Encanto-Geschichte zur Rollkunstshow. Kinder, Jugendliche und Erwachsene erzählen ein „Märchen auf Rollen“.

Von tosendem Applaus begleitet, verwandelte am Samstag die Kunstlaufabteilung des Roll- und Schlittschuhvereins Weil am Rhein (RSV) ihre Rollsporthalle in ein magisches kolumbianisches Bergdorf. Seit 1998 präsentiert der RSV in regelmäßigen Abständen ein „Märchen auf Rollen“ – Stücke wie „Der Drachenkrieger“, „Alice im Wunderland“ oder „König der Löwen“ haben in all den Jahren das Publikum verzaubert. Nun meldete sich der Verein mit dem neuen Stück „Die Madrigals – Eine magische Familie auf Rollen“ zurück und bewies eindrucksvoll, dass sportliche Hochleistung und märchenhafte Erzählkunst wunderbar harmonieren.

 

Ränge waren gut gefüllt

Schon beim Einlauf der ersten Figuren war zu spüren, wie sehr das Publikum – Eltern, Großeltern und zahlreiche Kinder – auf diesen Moment gewartet hatte. Die Ränge waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Was der RSV auf die Beine gestellt hat, ist ein mit Herzblut inszeniertes Disney-Märchen, bei dem Pirouetten, Waagen und Sprünge ihre Magie entfalten.

Erzählt wird die Geschichte der Familie Madrigal, die in einem abgelegenen, verzauberten Haus lebt. Jedes Familienmitglied erhält durch eine magische Kerze eine besondere Gabe – nur Mirabel scheint leer ausgegangen zu sein.

Doch im Laufe des Stücks, in dem Enja Turkaj die kindliche Mirabel und Laura Knaus die jugendliche Protagonistin mit viel Ausdruck auf die Rollen brachten, zeigt sich, dass Magie nicht immer laut sein muss. Vielleicht ist es Mirabels Gabe, die Familie am Ende zu versöhnen?

Leichtigkeit und Eleganz

Diese träumerische Reise übersetzten die Läuferinnen in Bilder voller Dynamik, Leichtigkeit und Eleganz.

Unter der Leitung des engagierten Trainerinnentrios Katharina, Natascha und Sophia Heppeler – die selbst als Luisa, Abuela und Isabela glänzten – entstand ein fließendes Gesamtkunstwerk. Besonders eindrucksvoll war die Darstellung der superstarken Luisa durch Katharina Heppeler, die in einer viel beklatschten Szene einen der „Esel“ scheinbar mühelos durch die Halle schweben ließ und bei gewagten Hebungen Kraft mit tänzerischer Leichtigkeit verband.

Vom einfachen Gleiten bis zum Rittberger, von synchronen Paar- und Formationsläufen bis zu rasanten Sitzpirouetten reichte die sportliche Bandbreite. Während die erfahrenen Läuferinnen mit technischer Präzision beeindruckten, stahlen die Jüngsten ab fünf Jahren als Blumen, Schmetterlinge, Ratten oder Esel die Herzen der Zuschauer.

Seit September wird geübt

Hinter dieser Leichtigkeit steckt freilich harte Arbeit. „Seit September wurde in der Halle geübt, gelacht, geschwitzt und geträumt“, schreibt Nadjia Müller, die Erste Vorsitzende der Abteilung Kunstlauf, im Programmheft. Trotz eines vollen Wettkampfkalenders mit Meisterschaften hat der Verein die Kraft für dieses Großprojekt aufgebracht – auch, weil die Einnahmen ein wichtiger Baustein sind, um die Kosten der kommenden Saison zu decken. In etlichen Stunden wurden Kostüme genäht und das „Zauberhaus“ der Madrigals als detailverliebte Kulisse gemalt, wie David Schröder, Vorsitzender des Gesamtvereins, in seiner Moderation berichtete.

Dass die Verbundenheit im Rollsport über die Stadtgrenzen hinausreicht, zeigte der Besuch der befreundeten Läufer vom Verein Rollschuh-Sport Basel (RSB). Sie sahen ein „Märchen auf Rollen“, das seinem Namen alle Ehre machte.