Pfohrener berichtet davon, wie er in Tansania Basisarbeit leistete und für sauberes Trinkwasser sorgte

Von Rainer Bombardi

 

Donaueschingen-Pfohren. Ein Erlebnis, das ihn für den Rest seines Lebens prägen wird, hatte der Pfohrener Roland Ketterer auf einer Reise nach Tansania. Er war eingeladen, für Trinkwasser in der Region Chala zu sorgen. Über seine Erfahrungen berichtete er jetzt vor Spendern und Gönnern.

Sieben lange Jahre dauerten die Vorbereitungen. Mehr als 17 000 Euro an Spenden der einheimischen Bevölkerung waren zusammen gekommen. Vor einem Jahr ergaben ein geologisches Gutachten und diverse Bohrungen den idealen Standort für einen Trinkwasserbrunnen. Vor wenigen Wochen reiste Ketterer auf Wunsch von Pater Anselm ins afrikanische Landesinnere, um den Brunnen fertig zu stellen und das Wasser über eine Pumpe aus 55 Metern Tiefe zu fördern.

Pater Anselm kam vor sieben Jahren erstmals nach Pfohren. Pfarrer Stephan Bäumle hatte damals den Kontakt hergestellt. Zur Primiz von Jens Fehrenbacher war der Pater erneut in Pfohren. Die Gespräche über eine Trinkwasserversorgung in Chala nahmen konkrete Formen an. Die insgesamt fünf Transaktionen der Spendengelder übernahm Fehrenbacher.

Ketterer berichtet von einem unvergesslichen Erlebnis das mit einer abenteuerlichen Fahrt ins Landesinnere begann. "Der Empfang in Chala war unbeschreiblich". Mehrere hundert Menschen sangen und tanzten auf den Straßen. Ketterer erzählt von Menschen, die trotz ihrer Armut einen zufriedeneren Eindruck machen als die Bevölkerung in der industrialisierten Welt.

Auf 2000 bis 2400 Höhenmetern arbeitete er sodann mehrere Wochen von morgens bis abends bei 28 Grad Tagestemperatur. Auf Grund einer mangelhaften Ausstattung wandte Ketterer alle handwerklichen Tricks an. Ein in der Feuerglut heiß gemachtes Buschmesser setzte er zum Schweißen des Wassertanks aus Polyethylen ein. Die Förderpumpe wird über Solarstrom betrieben.

Nach einigen Tagen trat das Wasser mit einer Schüttung von drei Kubikmeter pro Stunde an die Oberfläche. "Ein Moment der unvergessen bleibt", erinnert sich Ketterer. Bevor es wieder heimging erhielt er den Titel "Ehrenbürger von Chala" und wurde gefeiert wie ein König.

"Es war bestimmt nicht meine letzte Reise nach Tansania", so Ketterer. Er plant bereits die Instandsetzung eines Traktors. Zudem laufen Gespräche über eine Schule, die "Solateuere" ausbildet – Menschen, die mit ihrem Wissen als Installateur und über die Solarenergie in der Lage sind, für eine bessere Trinkwasserversorgung in der gesamten Region zu sorgen.