Rund 100 Helfer engagierten sich wieder für den Erhalt wertvoller Lebensräume, insbesondere für das Auerhuhn, und unterstützten die Organisation „Bergwaldprojekt“ – ein Verein, der sich seit Jahrzehnten um Schutz, Erhalt und Pflege des Walds kümmert.
Praktische Arbeit mit Laien steht im Vordergrund; dabei wird ganz nebenbei das Bewusstsein für die Natur geschärft. Auch in diesem Jahr machten sich wieder mehr als 100 freiwillige Helfer im Rahmen des Bergwaldprojekts auf, um im Forstbezirk Hochschwarzwald in besonders geschützten Gegenden Arbeiten durchzuführen, die ansonsten eher nicht erledigt würden, vor allem am Rohrhardsberg mit seinem einmaligen Ökosystem. Gearbeitet wird mit Äxten, Handsägen und starken Astscheren.
Es geht um Nachhaltigkeit
Vom 18. Juni bis zum 22. Juli engagierten sich Frauen, Männer, Schüler und Familien ehrenamtlich für das gefährdete Auerwild und die biologische Vielfalt am Rohrhardsberg. Ziel dieses Einsatzes sei es, so ForstBW-Projektkoordinator Johannes von Stemm und die Revierförster Jens Kerll und Peter Kleiser, einen konkreten Beitrag zur Verbesserung der ökologischen Situation zu leisten und zugleich für eine nachhaltige Lebensweise im Alltag zu sensibilisieren.
Bessere Biotopflächen
Unter der Anleitung von Fachkräften des Vereins Bergwaldprojekt, unter der Regie von Johannes von Stemm sowie den Revierleitern, pflegten die Teilnehmer wertvolle Lebensräume für das stark bedrohte Auerwild. Mit der Offenhaltung und der Verbesserung von Biotopflächen soll der Bestand an Auerhühnern stabil bleiben. Der Bereich rund um den Rohrhardsberg sei dafür von großer Bedeutung, da er für die Verbindung der Auerwildvorkommen im Nord- und Südschwarzwald als „Trittstein“ und Raststation dringend benötigt werde.
Startbahn für die Vögel
Vor allem werden „Start- und Landebahnen“ für das recht schwerfällige Huhn geschaffen. Dabei werden Fichten und Gestrüpp beseitigt, dagegen Laubgehölz sowie Tannen und Kiefern, aber auch Heidelbeersträucher erhalten. Die beiden letzteren sind für die Ernährung des Vogels sehr wichtig. „In diesem Jahr haben wir hochgewachsene Heidelbeersträucher auch zurückgeschnitten, um sie zu verjüngen“, erklärte von Stemm.
Eine neue Beziehung zur Natur
„Indem sich die Freiwilligen aktiv für bedrohte Tierarten und die Natur engagieren, entwickeln sie oftmals neue Beziehungen zur Natur. Die Erfahrungen aus den Projektwochen bestärken sie darin, auch den eigenen Alltag naturverträglicher und ressourcenschonender zu gestalten. Sie beteiligen sich damit aktiv am gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft“, betonte auch Pauline Zenetti, Projektleiterin beim Bergwaldprojekt, im Gespräch mit unserer Redaktion.
Untergebracht sind die Gruppen in Zelten auf einer Waldlichtung an der Finstermattenhütte am Rohrhardsberg. Ein eigener Koch kümmert sich mit vegetarischer Vollwertkost um die Verpflegung der Gruppe. In diesem Jahr sei besonders die enorme Hitze ein kleines Problem gewesen, räumte Johannes von Stemm ein.
Wer macht mit?
Freiwillige
Die Teilnehmer rekrutierten sich nach einer Freiwilligen-Erwachsenen-Woche auch aus Schülern einer achten Klasse der Waldorfschule München-Südwest. Eine Woche waren angehende Erzieher und Erzieherinnen der Euro-Akademie Würzburg im Rahmen der Bergwaldprojekt-Waldschule mit dabei und eine Woche Familien und ihre Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren.