Es war der Hitze-Montag, die Menschen lechzten besonders nach Wasser. Und ausgerechnet ein solcher Tag gipfelte in einem stattlichen Rohrbruch in Schwenningen.
Der Rohrbruch in Schwenningen erforderte eine Nachtschicht von den Kräften des THW Villingen-Schwenningen.
Es war 20.54 Uhr, als das THW alarmiert wurde. Vorangegangen war der Alarmierung ein ungewöhnliches Schauspiel in der Nähe der Schwenninger Gewerbestraße: eine meterhohe Wasserfontäne, die mitten aus einer Wiese in die Höhe schoss.
Erinnerungen an ein Desaster
Glücklicherweise war es dieses Mal eine Wiese, unter der ein Wasserrohrbruch in Schwenningen passierte und nicht etwa die Straßenverkehrsfläche, wie bei einem gewaltigen Desaster 2023, weswegen damals viele Bürger lange auf fließend Wasser verzichten mussten und ein großes „Wasser-Chaos“ ausgebrochen ist.
Dieses Mal war die Wasserversorgung im Stadtbezirk offenbar nicht in Gefahr. Stattdessen hätten im Ernstfall ohnehin eher die Villinger und St. Georgener das Nachsehen gehabt, denn die Leitung sei, wie am Rande des Einsatzes unbestätigten Äußerungen zu entnehmen war, eine Zuleitung, die das Wasser der Bodenseewasserversorgung dorthin transportiere.
Seitens des Wäschereibetriebs, der in unmittelbarer Nachbarschaft zum betreffenden Gelände liegt, sei die Bodenseewasserversorgung auf den Rohrbruch aufmerksam gemacht worden, erklärte unserer Redaktion am Rande des nächtlichen Einsatzes ein Mitarbeiter des Versorgungsunternehmens, der namentlich nicht genannt werden möchte.
Überhaupt gab sich der Mitarbeiter des Unternehmens zugeknöpft, wollte keine großen Worte über den Schaden verlieren – aber: Die Ärmel wurden hochgekrempelt und gemeinsam mit dem THW und einem Baggerfahrer unternahm man noch in der Nacht alles, dass dieser Wasserrohrbruch von Schwenningen am nächsten Morgen längst unbemerkt behoben sein sollte.
Eine Nacht-und-Nebel-Aktion
Die Szenerie der Nacht-und-Nebel-Aktion war eindrücklich: Flutlicht, ein Bagger, ein stattlicher Krater im Boden und folglich ein riesiger Berg an Aushub sowie ein Rohr in der Erde, das es freizulegen galt.
Das Technische Hilfswerk sei vom Bedarfsträger selbst, also der Bodenseewasserversorgung, mit ins Boot geholt worden, erläuterte der THW-Einsatzleiter Robin Steinkamp. Mit 18 Einsatzkräften rückte das THW an, sicherte die Beleuchtung an der Baustelle und pumpte das ausgehobene Loch aus, damit der Übeltäter in Augenschein genommen werden und die Schadensstelle schließlich mit einer Art Schelle ummantelt werden konnte.
Bei Redaktionsschluss lief der Einsatz zwar noch, doch die Zuversicht war bereits groß, dass das nach einigen Grabarbeiten gefundene und freigelegte Loch geflickt werden könne und der nächtliche Rohrbruch am nächsten Morgen längst behoben sein würde. Einzig ein stattlicher Flurschaden in der Wiese und die Sorge, ob Extremwetterlagen Leitungsnetze wie dieses in Zukunft besonders beeinträchtigen könnten, blieb ungeachtet davon.