Wo ist das Leck in der Wasserleitung der Mahlberger Rasthöfe? Antworten sollen nun aus der Luft kommen. Klar ist: In Zukunft müssen neue Rohre her – auf Kosten der Bahn.
Nach einem Wasserrohrbruch waren die beiden Rasthöfe Mahlberg Ost und West an der Autobahn 5 und ein Aussiedlerhof mehrere Tage lang von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten (wir berichteten). Nun konnte Bürgermeister Dietmar Benz in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag berichten: Mittlerweile ist eine provisorische Leitung aus Kunststoffrohren verlegt worden und in Betrieb. Am Montag sei nach einer Untersuchung die Nachricht eingegangen, dass das Wasser aus den PE-Rohren einwandfrei sei und der Trinkwasserverordnung entspreche. Am Dienstag konnten die Raststätten den normalen Betrieb wieder aufnehmen. Zwischenzeitlich waren nur die Tankstellen offen.
Eine Frage aber bleibt: Wo der Rohrbruch in der eigentlichen Leitung liegt. „Wir müssen das Leck finden“, betonte Benz. Der genaue Verlauf der Wasserleitung ist nicht bekannt. Sie stammt aus den 1960er-Jahren, es gibt keine Pläne dazu im Mahlberger Stadtarchiv.
Damit die Drohnen das Lecken finden können, muss es erst kälter werden
Nachdem die Stadt bisher vergeblich suchte, setzt sie jetzt etwas Hoffnung aufs Wetter. Aktuell sei es zu warm, wird es aber wieder kälter, könnte der Verlauf der Leitung und das Leck vielleicht mittels Drohnen und Wärmebildkameras ausfindig gemacht werden, erklärte Benz. Denn wo Wasser fließt, ist die Temperatur dann höher als im umliegenden Boden, auf der Kamera wäre das sichtbar. Die Stadt verlasse sich bei der Suche voll auf das Wasserwerk, so der Bürgermeister.
Erst wenn das Leck gefunden ist, kann die Leitung geflickt und wieder in Betrieb genommen werden. Die Kosten dafür müssen auf die Wasserkosten umgelegt werden. Auf Nachfrage konnte Benz jedoch berichten, dass zumindest die Einnahmeausfälle der Raststätten von der Versicherung der Betreiber übernommen werden. Die Anschaffung der PE-Rohre kostete die Stadt rund 12 200 Euro, informierte Bauamtschefin Justine Jörger.
Kunststoffrohre sollen vorerst in der Erde bleiben
Eine gute Nachricht: Ein Plan aus 2018 gibt zumindest den groben Verlauf der Wasserleitung wieder. Dieser zeigt, dass die Leitung in dem Bereich liegt, in dem die Deutsche Bahn im Zuge des Baus der Güterzugtrasse das dritte und vierte Gleis plant. Bei den Bauarbeiten müsste die Deutsche Bahn deshalb die komplette Wasserleitung im Bereich von den Tank- und Rastanlagen bis zum Umditzhof neu verlegen – und auch die gesamten Kosten dafür tragen. Das müsse die Stadt im Hinterkopf behalten, denn nach dem Ausbau komme man an die Leitungen nicht mehr dran, sagte Benz.
Bis es so weit ist und Mahlberg in diesem Bereich eine neue Leitung bekommt, sollen die Kunststoffrohre im Boden bleiben. Sollte es in der Zwischenzeit noch einmal zu einem Rohrbruch kommen, hätte man gleich eine Ausweichmöglichkeit und müsste keine so langen Ausfälle mehr hinnehmen, so Jörger.