Als letzte große Freiluftveranstaltung in dieser Saison war im Römischen Freilichtmuseum in Stein das populäre „Römer im Schein der Fackeln“ angesagt. Auf die besucher wartete en hochkarätiges Programm.
Der Verein für römische Geschichtsdarstellung mit insbesondere der Darstellung eines römischen Legionsstabes „Raetici Roman“ eröffnete die zweitägige Veranstaltung am Samstagnachmittag mit einer römischen Weihzeremonie. Die Römergruppe „Numerus Brittonum“ vollführte an beiden Tagen Exerzierübungen, Hagen Pätzold gab in Form von Erklärkonzerten an beiden Tagen Einblicke darin, welche Instrumente bei Abendgesellschaften und Gladiatorenkämpfen zum Einsatz kamen. „Ludus Sumelocennae“ stellte die Welt der Gladiatoren vor, eine römische Modenschau und römische Fluchzeremonie gab es mit „Raetici Romani“, Heeresweihe und Fahneneid stellten die Italiener von „Legio IV Ferrat“ dar. Zudem zeigte Julia Weber und ihr Team eine Feuershow und am Samstagabend fand ein kleiner Fackel-Umzug statt.
Zwei große Schlachten werden geschlagen
Großer Höhepunkt am Samstag war zweifelsohne die große Schlachtdarstellung mit unter anderem vom römischen Geschütz „Scorpio“ der Gruppe „Secunda Raetorum“ abgefeuerten Brandpfeilen, bei der alle Re-Enactment-Gruppen mit dabei waren, so dass Römer, Alemannen und Kelten gegeneinander zum Kampf antraten.
Nach den üblichen Kriegsritualen wie der Anbetung des Kriegsgottes Mars und der Segnung aller Krieger mit Weihwasser und Ölzweige folgen alsbald die ersten Brandpfeile in die angedachten Ziele und die beeindruckende Schlacht konnte beginnen. Am Sonntag wurde es erneut voll auf dem Schlachtfeld, als zu Ende der Veranstaltung alle Re-Enachtment-Gruppen eine Freischlacht simulierten, bei der keine vorherigen Absprachen über den Sieger getätigt worden waren.
Tempelbezirk erstmals Teil der Show
„Ewerlingas Alamanni“ war nur am Sonntag zugegen und machte eine Vorführung mit dem scharfen Schwert beziehungsweise stellten den alamannischen Thing nach. Dabei handelt es sich um Volks- und Gerichtsversammlungen nach altem germanischen Recht.
Zudem bestand die Möglichkeit Bernsteinschleifer, Bronzegießer, Schmied und Salzsieder über die Schulter zu schauen, ein römischer Feldarzt erklärte die antiken medizinischen Instrumente, Schmuck, Kleider, Stoffen, Düfte, Edelsteine und Kinderspielzeug wurden feil geboten und mehrere Mitmachstationen wie Zinngießen, Kammweben und Bogenschießen befanden sich ebenfalls auf dem weitläufigen Areal. Erstmalig wurde auch der nach römischen Vorbildern rekonstruierte Tempelbezirk in das Festgeschehen miteinbezogen.