Die Rekonstruktion der „Schlacht bei Solicinium“ bot am Samstag und Sonntag beeindruckende Bilder im Römischen Freilichtmuseum in Hechingen-Stein. Foto: Heusel

Der Dauerregen hat die Darsteller der „Schlacht bei Solicinium“ im Römischen Freilichtmuseum nicht davon abgehalten, eine beeindruckende Show zu liefern. Für die Veranstaltung kamen die Protagonisten aus ganz Europa – und sogar aus den USA.

„Es sind diejenigen gekommen, die es wirklich interessiert. Wir sind angesichts des Dauerregens zufrieden mit der Besucherresonanz“, zog Bernd Brunner, 2. Vorsitzender des Fördervereins des Römischen Freilichtmuseums in Stein am Sonntag eine erste Bilanz.

 

Denn: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag rekonstruierten rund 80 Darsteller aus aller Welt die „Schlacht bei Solicinium“. Das Schauspiel ließen sich am Samstag 200 Besucher vorführen. Und das trotz des schlechten Wetters.

Die Zelte im Römer- und Alamannenlager wurden bereits am Freitag aufgebaut – die Wiesen rund um die Villa Rustica waren am Sonntag dementsprechend matschig. Das alles machte den – zum Teil aus dem Ausland angereisten – Darstellern aber nichts aus. „Die Stimmung ist gut, die Show beeindruckend“, betont Brunner genauso wie Iris Kappler vom Organisationsteam.

Darsteller des Kaisers kommt aus Wien

Auf das Programm konnte der Förderverein stolz sein: Der römische Kaiser Valentinian I. wurde von Geza Frank, der eigens hierzu aus der Gegend von Wien angereist ist, gespielt. Mit von der Partie waren auch eine Römergruppe aus Texas sowie Priester aus Bulgarien.

Diese waren auch mit ein Grund, weshalb die Veranstaltung nicht abgesagt wurde. Denn: Nach soll einer langen Anreise wollte man die Darsteller kurz nach deren Ankunft nicht wieder nach Hause schicken.

Einblick in das römische und alamannische Leben

Und so war es den Besuchern gegönnt, einen Eindruck von der Zeit der Spätantike, des alamannischen wie römischen Lebens und Handwerks, der Religion und der Kriegskunst zu gewinnen. Neben den Militärlagern der Römer und der Alamannen wurde auch das historische Handwerk, eine Töpferei, allerlei Wissenswertes über Heilkräuter, Körperpflege und Mode der damaligen Zeit präsentiert.

Zum Mitmachen gab es Stationen zum Spinnen mit der Handspindel, und Mutige versuchten sich im Feuermachen.

In den Zelten war die Stimmung prächtig. Foto: Roth

Inhaltlich wurden die Gäste in das Jahr 368 nach Christus zurückversetzt. Die „Schlacht bei Solicinium“ handelt von einem Konflikt zwischen den Römern – unter der Führung von Kaiser Valentinian I. – und den Alamannen. Der Ursprung der Streitigkeiten liegt aber ein Jahrhundert früher.

Zelte müssen wieder trocknen

Um das Jahr 260 nach Christus hatten sich die Römer nämlich hinter den Rhein zurückgezogen, und auch das Landgut von Hechingen-Stein wurde verlassen. Daher ließen sich Alamannen im vierten Jahrhundert nach Christus dort nieder. Das heutige Gebiet von Baden-Württemberg wurde germanisch. Allerdings sahen die Römer das anders. Als die Alamannen im Jahre 368 nach Christus auch noch Mainz plünderten, haben sie den für sein aufbrausendes Temperament bekannten Kaiser des weströmischen Reiches, Valentinan I., gegen sich aufgebracht. Der Streit mündete in einer Schlacht, die an einem Ort namens „Solicinium“ im Jahr 368 nach Christus stattgefunden hat. Wo genau „Solicinium“ liegt, sei nicht klar. Denkbar sei jedenfalls, dass die Schlacht in der Nähe von Beuren zu verorten ist.

Nach Abschluss des Programms reisten noch nicht direkt alle Darsteller wieder ab. Der Grund: „Die Zelte wollten ein paar Darsteller noch trocknen lassen. Ich hoffe, dass Wetter wird bald wieder besser“, blickte Brunner voraus.