Seit mehr als fünf Jahren treffen sich die Steampunks im Römischen Freilichtmuseum in Stein. So auch am Samstag. Wie kommt es zu dieser viktorianischen Veranstaltung in antiker Umgebung?
Die Steampunks sind im Römischen Freilichtmuseum am heutigen Samstag los. Sie kommen, um gesehen zu werden. Wie kommt es, dass eine solche Veranstaltung ausgerechnet im antiken Umfeld eines Römermuseum steigt? „Einige Vereinsmitglieder sind zugleich Teil der Steampunk-Community“, berichtet Iris Kappler vom Förderverein Römisches Freilichtmuseum auf Nachfrage unserer Redaktion. „So verrückt es klingt, es passt zusammen, weil die Steampunks sich als Zeitreisende verstehen. Warum also nicht eine Reise in die Römerzeit unternehmen?“
Steampunks sind eine lockere Community
Zudem bietet das offene Gelände des Museums den idealen Platz für ein viktorianisches Picknick. Der Blick zur Burg Hohenzollern, die im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut worden ist, passe auch von der Atmosphäre her zu Reifrock und Rüschen, Tee und Häppchen, wenn die Kleidung und die Accessoires auch meist in Schwarz gehalten seien.
Seit gut fünf Jahren treffen sich die Steampunks immer am ersten Wochenende des Julis im Römischen Freilichtmuseum. Maßgeblich hat das Ehepaar Dietmar und Sabine Schneidewind die Veranstaltung etabliert. „Wer sich genau am Samstag einfinden wird, lässt sich nicht vorhersagen, denn die Steampunks sind eine lockere Community“, blickt Kappler voraus.
Steampunk ist ein Begriff aus der Literatur und zugleich eine Form des Retro-Futurismus, der sich inzwischen zu einem Kunstgenre entwickelt hat, erklärt Kappler.
Veranstaltung startet am heutigen Samstag um 14 Uhr
M ode und Design sind vom viktorianischen Zeitalter inspiriert, werden aber mit futuristischen Elementen kombiniert. Daher finden sich die Damen und Herren sehr elegant und vornehm gekleidet in Rüschenrock und Sonnenschirm, Frack und Zylinder zu ihrem Viktorianischen Picknick im Freilichtmuseum ein. Kappler beschreibt die Steampunk-Veranstaltung so: Mit einem Augenzwinkern weisen sie darauf hin, dass aufgrund der Erkenntnisse und Erfindungen des Jules Verne Zeitreisen problemlos möglich sind. In ihrer Welt basiert die in der die Technik vor allem auf Dampf- und Zahnrad-Mechanik, nicht auf computergesteuerten Abläufen.
Zeitzeugen der Titanic-Jungfernfahrt
Außerdem nennen sie sich auch „die Zeitreisenden“. Manche trafen schon wackere Soldaten aus dem Württembergischen Regiment. Andere winkten der Titanic hinterher, als sie zu ihrer ersten und einzigen Fahrt auslief, und zur feierlichen Einweihung der Villa zur Zeiten der Römer waren sie sowieso eingeladen. Diese und andere Geschichten erfährt man vielleicht beim Plaudern mit der fröhlichen Picknickgesellschaft.
Die Veranstaltung beginnt am heutigen Samstag, 1. Juli, um 14 Uhr auf dem Gelände des Römischen Freilichtmuseums in Stein.
Die Kosten
Eintrittspreise
Für die Veranstaltung gelten die Eintrittspreise des Freilichtmuseums. Erwachsene bezahlen acht Euro, in einer Gruppe ab 15 Personen wird je sieben Euro bezahlt. Ermäßigten Eintritt haben Schüler von sechs bis 16 Jahren, Studierende und Schwerbehinderte. Sie bezahlen sechs Euro und die Familienkarte kostet 20 Euro.