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Rock am See "Kreativer Wahnsinn gehört dazu"

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Konstanz - Vor 25 Jahren gewann Boris Becker als jüngster Tennisspieler aller Zeiten das Wimbledon-Turnier - und im Konstanzer Bodenseestadion fand das erste Rock-am-See-Festival statt. Mitgründer Dieter Bös spricht über Mythos und Zukunft des größten eintägigen Open-Air-Festivals in Süddeutschland.

Herr Bös, 25 Jahre Rock am See - das ist angesichts des kurzlebigen Popgeschäfts fast so etwas wie eine Ewigkeit. Was macht das Festivals aus?

Ich glaube, dass wir es von Anfang an nicht darauf angelegt haben, eine so langjährige Institution zu werden, und dass wir uns immer wieder neu erfunden haben. So fand das Festival die ersten zehn Jahre Ende Mai, Anfang Juni statt, und das Programm war eher vom Mainstream bestimmt. Danach hat das Festival eine andere Richtung eingeschlagen: Wir gingen zeitlich bewusst in die Ferienzeit und musikalisch mehr in die Alternative-, Indie- und Punkrichtung. Das hat sich in den letzten Jahren bewährt. Unser Publikum ist jünger geworden und das Festival vielseitiger und weniger statisch.

Haben Sie jemals daran gedacht, das Festival auf mehrere Tage auszuweiten?

Das war lange ein Wunsch von mir, hat sich aber wegen der geografischen Situation direkt am Bodensee eher verboten. Diese Einschränkung war auch mit ein Grund, weshalb wir uns vor mehr als zehn Jahren für das dreitägige Southside-Festival starkgemacht haben. So sind wir nun in der glücklichen Lage, ein dreitägiges, also das Southside in Neuhausen ob Eck, ein zweitägiges, also das Sonnenrot in München, und ein eintägiges Festival mit dem Flaggschiff Rock am See zu veranstalten.

War das letztjährige Festival das bisher schwierigste für Sie, als der Hauptact Oasis kurzfristig abgesagt hat?

Nein, eigentlich nicht, aber es war auf jeden Fall die schlimmste Nacht vor einem Festival, die ich jemals als Veranstalter erlebt habe. Die telefonische Absage des Oasis-Agenten kam erst kurz vor Mitternacht am Tag vor dem Festival, da war es natürlich mit der Nachtruhe vorbei. Der Festivaltag als solcher war dann gar nicht mehr so schlimm, da die schriftliche Zusage von Deep Purple bereits früh am Morgen eintraf und es sich im Laufe des Tages abzeichnete, dass unser Publikum trotz des Headliner-Wechsels zu Rock am See stand und sogar einige Deep-Purple-Fans zusätzlich mobilisierte.

Das hätte aber auch schiefgehen können.

Ja sicher, die Ausrichtung eines Festivals dieser Größe ist immer ein hohes Risiko, und ich glaube, wenn es in diesen 25 Jahren nicht so organisch gewachsen wäre, würde ich es mir heute kaum noch leisten können und wollen, ein Festival neu zu etablieren. Auch die momentane Flut von Veranstaltungen und Festivals macht es natürlich nicht einfacher, ein Festival auf diesem Besucherniveau zu halten.

Sie geben Open-Air-Festivals auch weiterhin eine Zukunft?

Ja, auf jeden Fall, obwohl natürlich als Veranstalter schon so etwas wie ein bisschen kreativer Wahnsinn und Optimismus dazugehört. Aber die Sehnsucht nach Gemeinschaftserlebnissen besteht nach wie vor. Zudem entspricht es dem aktuellen Zeitgeist, im Freien Musik und Kultur zu erleben, so dass man die nächsten Jahre durchaus noch mit einem leicht wachsenden Markt rechnen kann.

www.rock-am-see.de

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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